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Muss ich Urlaubstage für meinen Umzug bekommen?

Wer umzieht, ist damit oft ziemlich viel beschäftigt und schafft den kompletten Umzug kaum neben der Arbeitszeit. Da scheint es logisch, dass man Urlaubstage für den Umzug bekommen sollte.

Für einen Umzug braucht man Zeit und das bedeutet, dass insbesondere Urlaubstage für einen Umzug sehr praktisch sein könnten. Bezahlte Urlaubszeit für den Umzug gibt es aber nicht über einen gesetzlichen Anspruch, sondern nur über den Tarifvertrag oder den guten Willen des Arbeitgebers.
In manchen Fällen ist der Anspruch auf "Sonderurlaub" für den Umzug im Tarifvertrag geregelt. In diesem Fall sollte es keine Probleme damit geben, für den Umzug Urlaub zu beantragen. Wie immer gilt natürlich auch hierbei: Je eher man selbst plant, desto eher kann man dem Arbeitgeber Bescheid sagen und den Urlaub beantragen. Häufig zeigen sich Chefs in dem Fall auch kooperativ und sehen ein, dass der Arbeitnehmer zum Beispiel nach dem Wochenende am besten wieder zur Verfügung stehen kann, wenn er seinen Umzug bereits am Freitag beginnen konnte und so die nötigen Behördengänge zur Ummeldung eventuell auch bereits erledigt hat. Denn die meisten tatsächlichen Umzugs-Arbeiten lassen sich ja auch am Wochenende erledigen und stören deswegen die normale Arbeit eines Angestellten nicht.

Sonderfälle

Wer auch am Wochenende arbeitet oder zum Beispiel regelmäßig Schichtdienst hat, hat oft keine andere Wahl, als für den Umzug Urlaubstage zu nehmen. Wiederum gilt: Wenn der Tarifvertrag nichts besonderes regelt, dann gibt es zunächst keinen Anspruch. Dieser kann aber aus dem Gesetzt abgeleitet werden, wenn der Umzug tatsächlich "objektiv notwendig" ist. Das trifft zum Beispiel bei Schichtarbeit zu, die auch am Wochenende ausgeführt wird und einem Umzug zwischen zwei weit auseinander liegenden Wohnungen. Der Aufwand, der für den Umzug betrieben werden muss, spielt also ebenso mit in die Beurteilung der Notwendigkeit von Urlaub hinein, wie die üblichen Arbeitszeiten des Arbeitnehmers.
Im Zweifel ist eine direkte Regelung mit dem Vorgesetzten aber immer am besten. Die meisten Menschen haben Verständnis dafür, dass ein Umzug viel Arbeit bedeutet und man diesen oft nicht mit der vollen Arbeitszeit vereinbaren kann.