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Der meisterhafte Soundtrack zum Film “Uhrwerk Orange”

Stanley Kubricks Epos ist mehr als die Summe seiner von Gewalt bestimmten Bilder. Vielmehr ist es der Soundtrack zum Film, der „Uhrwerk Orange“ unverwechselbar macht. Die Filmmusik stammt dabei von Wendy Carlos.

Wohl niemand, der diesen Film gesehen hat, wird die Bilder exzessiver Gewaltdarstellungen vergessen. Genauso wenig wie die Filmmusik, die in Verbindung mit den Szenen hypnotische Wirkung erzielt und sich tief im Unterbewusstsein verankert.
Der Soundtrack zum Film „Uhrwerk Orange“ (im Original „Clockwork Orange“) enthält neben Bearbeitungen klassischer Werke großer Komponisten wie Beethoven oder Rossini auch einige Eigenkompositionen der Avantgarde-Künstlerin Wendy Carlos. Gerade diese Stück tragen einen großen Teil dazu bei, dass diese Filmmusik auch nach fast vier Jahrzehnten genauso frisch und unverbraucht klingt wie 1971.
Eingeleitet wird der Soundtrack zum Film „Uhrwerk Orange“ von Henry Purcells „March for the Funeral of Queen Mary“. Mit „Singin’ in the Rain“, von Gene Kelly im Musical „Ein Amerikaner in Paris“ gesungen, sticht ein fröhlicher Gassenhauer aus dem Reigen der Klassik hervor. Ausgerechnet zu diesem lebensbejahenden Song wird in „Uhrwerk Orange“ ein Mann brutal verprügelt und halbtot geschlagen. Kurios mutet auch das Stück „I want to marry a Lighthouse Keeper“ von Erika Eigen an.
Einer festen Struktur folgt die Filmmusik ohnehin nicht – immer wieder werden klassische Stücke angespielt und von seltsam verzerrten Interpretationen mehr oder weniger unterbrochen. Berühmt wurde vor allem die elektronisch ins Groteske übersteigerte Neunte Symphonie Beethovens.
Schlagartig zu Ruhm gelangte auch Komponistin Wendy Carlos, die bis dato eher in avantgardistischen Kreisen bekannt war. Sie hatte vier Jahre zuvor die erste mit einem Synthesizer erstellte Platte veröffentlicht und dabei einen anderen berühmten klassischen Komponisten neu interpretiert, nämlich Johann Sebastian Bach.
Aber erst der Soundtrack zum Film „Uhrwerk Orange“ öffnete Wendy Carlos’ Oeuvre einem breiteren Publikum. Nach dem gleichwohl erfolgreichen, wie kontrovers diskutierten Kubrick-Werk blieb es lange Zeit still um sie, bis sie acht Jahre später ein neues Album auf den Markt brachte. 2005 schließlich wurde sie mit dem SEAMUS Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.
Für Aufsehen sorgte Wendy Carlos nicht nur mit ihrer Filmmusik, sondern auch mit ihrer Transsexualität. Bis 1972 hieß sie Walter Carlos, ehe sie sich einer Geschlechtsumwandlung unterzog und ihren Vornamen auf Wendy ändern ließ.
Der Soundtrack zum Film „Uhrwerk Orange“ ist keine leichte Kost, sollte aber gerade deshalb in keiner guten CD-Sammlung fehlen.