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Lomographie – oder einfach schlechte Fotos?

Irgendwann gilt irgendwie alles als Kunst und insbesondere richtig schlechte Fotos haben einen eigenen Kultstatus durch Instagram und Co entwickelt. Wirklich schlecht (und damit wirklich gut) ist aber alles, was unter Lomographie fällt: Schnappschüsse mit

Unter Lomographie versteht man eine bestimmte Analoge-Kamera-Bewegung und Community, die sich ganz stark auf die Firma Lomographische AG bezieht. Wie viele der scheinbar widersinnigen Bewegungen unserer und vergangener Zeiten wurde auch die "Internationale Lomographie Gesellschaft" von Studenten gegründet, und zwar 1992 in Wien. Sie entdeckten damals die Lomo LC-A Kamera wieder, die von LOMO PLC entwickelt worden war. Diese Kameras wurden ursprünglich in der Sowjetunion verkauft und wurden dort wegen der schlechten Qualität der Bilder aber gemieden. Der Hype um die miesen Bilder kam später im Westen aber auf und seither erfreuen sich die Kameras einer größeren Beliebtheit. Die Kameras produzieren automatisch all jene Effekte, die man sonst bei Aufnahmen zu vermeiden versucht. Dazu zählen zum Beispiel absolut übersättigte Farben (die an Technicolor-Zeiten erinnern), starke Verzerrungen (wie im Spiegelkabinett), Farbvertauschungen oder Regenbogeneffekte rund um Menschen, absichtliche Unschärfe und ähnliches

Schlechte Fotos?!

Nach ein paar Minuten auf der Website der angeblich schlechten Fotos ändert sich die Meinung zu dieser Kunstform dann aber doch. Die meisten Bilder sehen ziemlich gut aus und abgesehen von den ungewohnten Farben zeigen hier echte Meister, was sie können. Vielleicht gerade, weil die analoge Kamera nicht erlaubt, ein Bild immer wieder zu verschieben oder die Perspektive zu wechseln, sind die Fotos oft entweder extrem gut durchdacht oder die Fotografen haben ein grandioses Talent dafür, den richtigen Moment festzuhalten.
Was Lomographie ist, sieht dann einfach aus wie absolut passend gewählte Farbfilter, die im Nachhinein die richtigen Effekte zugeben. Viele Bilder zeigen dabei auch Menschen, die sich für den kurzen Schnappschuss zur Verfügung gestellt haben und sie zeigen oft genau die Situationen, für die Fotos eine Zeit lang richtig gut waren: Den Moment festhalten und das betonen, was wichtig war. Ob nun durch extrem starke Farben an einem intensiven Tag oder verblichene Formen, die durch Doppelbelichtung die Zweideutigkeit einer Situation festhalten.