investify Vermögensverwaltung im Test 2018

Vermögensverwaltung klingt nach gehobenem Banking. Bei vielen Banken hat sich dafür inzwischen auch der Begriff „Private Wealth Management“ eingeschlichen, der noch gehobener anmutet. Bei investify handelt es sich um einen Vermögensverwalter, der allerdings nicht auf die Kundschaft mit sieben Stellen vor dem Komma auf dem Anlagekonto abzielt, sondern auf den normalen Verbraucher. Bereits ab 5.000 Euro können Anleger von der individuellen Vermögensverwaltung durch investify profitieren.

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Wer steckt hinter investify?

Investify ist ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen mit Niederlassung in Aachen, welches in seinen Gremien auch altbekannte Personen benennt. Martin Kölsch beispielsweise, Vorsitzender des Verwaltungsrates, hat sich als Gründer der DAB Bank und der Fidor Bank einen Namen gemacht.

Gründer und Geschäftsführer Christian Friedrich beriet die großen Banken viele Jahre im Zusammenhang mit Prozessen bei der Abwicklung strukturierter Anlageprodukte.
Zu den Geldgebern und Gründungsgesellschaftern zählen unter anderem neben dem Erzbistum Berlin auch das Versorgungswerk der Rechtsanwälte Rheinland-Pfalz.

Die investify Vermögensverwaltung für Sie getestet

Eine individuelle Vermögensverwaltung schon ab 5.000 Euro klingt gut. Vor allem dann, wenn das Geld nicht einfach in einen Dachfonds angelegt, sondern tatsächlich aktiv verwaltet wird. Grundlage für die investify Vermögensverwaltung ist eine digitale Anlageoptimierung auf der Basis von Exchange Trading Funds (ETFs), auf Deutsch Indexfonds.

Im ersten Schritt ermittelt der Anleger online sein Anlageprofil. Dieses basiert auf der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont. Ein konservativer Anleger wird beispielsweise keine ETFs auf südostasiatische Rohstoffindizes bei einer Anlagedauer von sechs Monaten zeichnen. In Abhängigkeit vom Anlageprofil stellt investify fertig zusammengestellte Portfolios zur Verfügung. Alternativ dazu können sich die Anleger aber auch aus einem Themenkatalog davon abweichende Investments heraussuchen.

Der Prozess sieht eine laufende automatisierte Überprüfung der Anlage vor. Erkennt das System bessere Optionen, erfolgt eine entsprechende Optimierung der Wertpapieranlage.
Bei der Auswahl der Wertpapiere greift investify nur auf erste Adressen im Bereich ETFs, wie iShares, X-Trackers oder UBS, zurück.

Da es sich bei investify nicht um eine Bank, sondern um ein FinTech-Unternehmen handelt, bedarf es einer Bankverbindung für die Kunden des Anbieters. Das Depot und das Depotverrechnungskonto werden bei der Bader-Bank geführt, die auf Kooperationen mit FinTechs spezialisiert ist. Die Einlagen auf dem Verrechnungskonto sind im Rahmen der Europäischen Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt.

Die Kosten

Bei investify handelt es sich um einen Dienstleister. Dienstleister arbeiten entweder auf der Grundlage von Honoraren oder Provisionen. Investify selbst berechnet seinen Kunden eine All-in-Gebühr in Höhe von 1 Prozent pro Jahr.

Dazu kommen noch die Kosten für die Fonds, welche sich einmalig pro Kauf zwischen 0,15 Prozent und 0,65 Prozent des Anlagebetrages bewegen.

Die Eröffnung

Die Registrierung für investify bedarf lediglich der Eingabe der E-Mail-Adresse und eines Passwortes. Direkt im Anschluss kann der Anleger mit der Erstellung seines Anlageprofils beginnen:

investify Antragsprozess

Beeindruckend ist, dass investify auf jegliche papierhaften Unterlagen verzichtet.

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Die Sicherheit

Mit der Sicherheit ist es so eine zweischneidige Sache. Zum einen geht es natürlich um die Sicherheit bei den Transaktionen und der Datensicherheit, zum anderen um die Sicherheit der Investments selbst.

Durch die Verwendung aktuellster Technologien hält investify den Sicherheitsstandard auf dem Portal immer auf dem höchsten Niveau. Damit sind Transaktionen und persönliche Daten vor dem Zugriff Dritter geschützt.

Wie bereits erwähnt, unterliegen Gelder, die auf dem Verrechnungskonto bei der Bader Bank liegen, der Europäischen Einlagensicherung.

Die Sicherheit der Investments orientiert sich natürlich an den jeweiligen Basiswerten. Eine Anlage in deutsche Aktien wird geringere Kursschwankungen aufweisen, als eine Anlage in Rohstoffe. Hier kann der Anleger aber durchaus Einfluss auf die Chancen und Risiken nehmen.

Der Service

Investify ist von Montag bis Freitag über eine Aachener Amtsrufnummer zwischen 8:30 Uhr und 18:00 Uhr telefonisch erreichbar. Alternativ können Interessenten das Unternehmen auch per E-Mail kontaktieren.

Ein wesentlicher Bestandteil des Services stellt vermutlich der Themenkatalog dar, der zu vielfältigen Anlagethemen, ethische Investments oder die am schnellsten wachsenden Firmen, umfangreiche Informationen bietet.

Die Vor- und Nachteile der investify Vermögensverwaltung

Eine Vermögensverwaltung, die rein auf digitalen Prozessen basiert und keine Vertriebsaspekte eines Bankmitarbeiters als Grundlage hat, ist natürlich interessant. Dass der Einstieg bereits mit 5.000 Euro möglich ist, dürfte zahlreiche Anleger ansprechen.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Der Einstieg ist bereits mit 5.000 Euro möglich.
  • Die pauschale Vergütung für investify beträgt nur 1 Prozent pro Jahr.
  • Fertige Portfolios in Analogie zur Anlegermentalität.
  • Die Portfolioanalyse erfolgt rein mathematisch, nicht emotional.
  • Den fertigen Portfolios kann der Anleger auch eigene Fonds beimischen.
  • Einfache Registrierung.
  • Einlagen auf dem Referenzkonto unterliegen der Europäischen Einlagensicherung.
  • Renommierte Gründungsgesellschafter.

Die Nachteile auf einen Blick:

  • Eine telefonische Kontaktmöglichkeit über 18:00 Uhr hinaus wäre wünschenswert.

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Fazit

Vermögensverwaltungen auf der Basis digitaler Prozesse, auch als RoboAdvisor bekannt, finden immer stärkeren Zulauf. Wer den subjektiven Verkaufsbemühungen eines Bankmitarbeiters entgehen und auf der Grundlage rein objektiver Kriterien investieren möchte, ist bei investify sicher gut aufgehoben.