Technik

Dateisysteme im Vergleich: Ein Überblick

Dateisysteme im Vergleich
Dateisysteme im Vergleich: Ein Überblick - Bild: © Thapana_Studio #503139662 stock.adobe.com

Damit Informationen auf einem Datenträger abgelegt werden können, müssen die Informationen in einer Datei enthalten sein.
Um alle wichtigen Daten wiederzufinden, erstellen Dateisysteme eine Speicherstruktur. Doch was ist ein Dateisystem eigentlich genau?

Besonderheiten eines Dateisystems

Datei- bzw. Filesysteme sind Ablagestrukturen auf einem Speichermedium. Die Aufgabe der Systeme besteht darin, Lösch-, Bearbeitungs-, Such-, Schreib- und Lesevorgänge auf einem Speicher zu organisieren.

Die Filesysteme sind darauf ausgelegt, Dateien genau zu identifizieren und im Bedarfsfall gezielt abgerufen zu werden.

Deshalb dient die Software als wichtige Schnittstelle zwischen Laufwerken sowie dem Betriebssystem. Um auf einen Datenträger ein Dateisystem zu laden, muss der Datenträger konfiguriert werden. Hierbei ist es unerheblich, ob die Datenträger SSD- bzw. NVMe-Medien oder typische HDD-Festplatten sind. Eine ausschlaggebende Rolle für die Wahl der Filesysteme ist die Kompatibilität mit Betriebssystemen.
In aller Regel erfolgt die Auslieferung erworbener Speichermedien mit einem funktionierenden Dateisystem. Mithilfe einer Formatierung können die Systeme jedoch individuell angepasst werden.

Besonderheiten eines Dateisystems
Die Filesysteme sind darauf ausgelegt, Dateien genau zu identifizieren und im Bedarfsfall gezielt abgerufen zu werden – Bild: © greenbutterfly #531270710 stock.adobe.com

Verschiedene Dateisysteme im Überblick

Zur Datenstrukturierung stehen verschiedene Lösungen zur Wahl. Vor- und Nachteile verschiedener Filesysteme variieren, so dass diese unterschiedlich für individuelle Anwendungsbereiche geeignet sind. Generell sollten sich Hosting-Experten vor Augen führen, dass nicht jedes System für jedes Betriebssystem geeignet ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Filesysteme untereinander nicht kompatibel sind. Dieser Fakt ist vor allem dann wichtig, wenn zwischen einem Linux-Server sowie einem Windows Desktop-PC ein regelmäßiger Datenaustausch gewährleistet werden soll.
Deshalb wirkt sich das Dateisystem ebenfalls auf die Wahl zwischen Linux- sowie Windows-Webhosting aus.

Alle Systeme verbindet die Gemeinsamkeit, dass einzelne Dateien auf dem Speicher eine Art Baumstruktur ergeben. Diese Einordnung bietet die Möglichkeit, von einem Wurzelverzeichnis aus verschiedene Ordner und Unterverzeichnisse anzulegen. Als wichtigste Dateisysteme gelten FAT32, NTFS sowie APFS.

Zur Datenstrukturierung stehen verschiedene Lösungen zur Wahl
Zur Datenstrukturierung stehen verschiedene Lösungen zur Wahl – Bild: © thodonal #266482653 stock.adobe.com

FAT32 im Porträt

Dieses im Jahr 1996 von Microsoft entwickelte Filesystem ist als Dateisystem für Windows angelegt. Dieses Filesystem ergänzt die Vorgängervariante FAT16. Das Dateisystem FAT16 ermöglicht Partitionen bis zu maximal 512 MB. Für einen Bereich von 512 MB bis zu 2 GB sind beide Systeme geeignet. Ab 2 GB steht ausschließlich FAT32 zur Verfügung.

Das Filesystem wurde zwar für Windows angelegt. Dennoch ist FAT32 ebenfalls mit Betriebssystemen wie Linux, FreeDOS und Mac OS kompatibel.

Eventuell ist eine Treiberinstallation bei einem unixartigen System erforderlich. Von Nachteil ist es im praktischen Alltag möglicherweise, dass sich die Dateigröße auf maximal 4 GB beläuft. Eine Option ist das seit 2006 erhältliche exFAT, das auch für größere Dateien geeignet ist.

Nähere Informationen

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, separate Partitionen unter FAT32 mit einem Speichervolumen von maximal 8 TB zu erstellen. Damit erreicht das Datensystem schnell seine Grenzen, weil ISO-Abbilder und Videodateien mittlerweile auch auf Datenträger mit einer größeren Kapazität ausgelegt sind. Benötigen WordPress-Nutzer ebenfalls Backups von umfassenden Webprojekten, ist der Umgang mit FAT32 zum Teil auch problematisch.
Heute kommt das Filesystem überwiegend bei mobilen Wechseldatenträgern wie USB-Sticks, Speicherkarten oder externen Festplatten zum Einsatz. Das Dateisystem ist für Windows 95, FreeDOS, Mac OS und zahlreichen Linux-Distributionen geeignet. Die maximale Dateigröße beläuft sich auf 4 GB, doch größere Dateien sind mit exFAT möglich. Die Maximalgröße für Partitionen beträgt 8 GB.

Was ist das Dateisystem NTFS?

Die Abkürzung „NTFS“ steht für New Technology File System. Das 1993 für das Betriebssystem Windows NT eingeführte Filesystem gilt seit der Einführung von Windows Vista als standardmäßiges System für Windows-PC.

Im direkten Vergleich mit dem FAT-Filesystem bietet NTFS standardmäßige Dateigrößen bis zu 256 TB.

Zudem ist in das Dateisystem eine Option zur Datenkomprimierung integriert, so dass letztendlich mehr Platz auf dem Speicher zur Verfügung steht. Der wichtigste Vorteil des Systems bezieht sich auf die Datensicherheit. Dadurch ist das Filesystem dafür geeignet, Optionen zur Datenverschlüsselung und zur Verwaltung von Zugriffsrechten auf Dateien einzuräumen. Aus dem Grund ist das System vor allem für Administratoren relevant, die ihre Server vor virtuellen Risiken schützen möchten.
Das NTFS Filesystem ist eine gute Wahl für Datenträger mit hohem Speichervolumen. Eine Bearbeitung von Dateien mit bis zu 256 TB ist ebenso möglich wie eine Datenkomprimierung. Eine hohe Datensicherheit wird durch eine Verwaltung von Zugriffsrechten sowie Dateiverschlüsselung ermöglicht.

Dateisystem NTFS
Die Abkürzung „NTFS“ steht für New Technology File System – Bild: © Сake78 (3D & photo) #75871022 stock.adobe.com

Daten und Fakten zum Dateisystem APFS

Das erstmals 2016 vorgestellte Filesystem APFS löste den Vorgänger HFS+ ab. Zu Beginn war das Dateisystem nur mit der iOS Version 10.3 kompatibel. Doch seit der High Sierra-Funktion funktioniert APFS auch mit Mac OS. Eine Stärke des Dateisystems besteht darin, für Flash-Speicher wie SSDs optimiert zu sein. Eine Nutzung auf HDD-Festplatten ist möglich, jedoch nicht empfehlenswert. Das sogenannte Space Sharing zielt auf eine optimale Nutzung der Datenträger ab. Für diesen Fall ist die Partition des kompletten Speicherplatzes des physischen Laufwerks verfügbar.

Zusätzlich bietet APFS die Option zur Dateiverschlüsselung. APFS verspricht eine hohe Datensicherheit durch Datenverschlüsselung. Das Dateisystem ist mit iOS und Mac OS kompatibel sowie für SSD und Flash-Laufwerke optimiert.