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Wachs-Amaryllis – keine gute Idee für die Umwelt

Wachs-Amaryllis
Wachs-Amaryllis – keine gute Idee für die Umwelt - Foto: © Birgit Puck #179828705 - stock.adobe.com

Die Amaryllis, botanischer Name Hippeastrum, erfreut im Winter mit ihren schönen, großen Blüten in Rot, Weiß, Lachs, aber auch in verschiedenen Farbkombinationen. Oft zeigt sie ihre Blüten über mehrere Wochen. Sie ist im Topf erhältlich, kann mit etwas Glück über mehrere Jahre gehalten werden und ihre Blüten hervorbringen.
Immer häufiger wird die Amaryllis auch ohne Topf, mit einer Wachsschicht um die Knolle, angeboten. Sie wirkt dekorativ und muss nicht gegossen werden, doch für die Umwelt ist sie keine gute Idee.

Amaryllis im Wachsmantel kommt ohne Pflege aus

Es mag verlockend erscheinen, eine Amaryllis im Wachsmantel zu kaufen, da sie keinen Topf und keine Erde benötigt. Sie kommt völlig ohne Pflege aus und muss nicht gegossen werden.

In ihrer großen Zwiebel speichert die Amaryllis alle Nährstoffe, die sie für das Austreiben ihrer Blüten benötigt. Während der gesamten Blütezeit reicht der in der Zwiebel gespeicherte Wasservorrat aus. Die Zwiebel ist mit der Wachsschicht vor dem Austrocknen geschützt.

Allerdings hat die Wachs-Amaryllis auch entscheidende Nachteile.

Im Gegensatz zur Amaryllis im Topf kann sie nicht überleben, um auch in der nächsten Saison wieder ihre Blüten hervorzubringen.

Die Wachsschicht hindert die Knolle daran, Wurzeln auszubilden und Nährstoffe aufzunehmen. Die Pflanze stirbt ab, wenn die Nährstoffe aus der Zwiebel verbraucht sind.

Die verbrauchte Zwiebel kann nicht im Biomüll entsorgt oder kompostiert werden, da die Wachsschicht nicht kompostierbar ist. Die verblühte Knolle gehört in den Restmüll.

Amaryllis im Wachsmantel kommt ohne Pflege aus
Amaryllis im Wachsmantel kommt ohne Pflege aus – Foto: © Sarawut #732526807 – stock.adobe.com

Amaryllis im Wachsmantel retten

Wer eine Wachs-Amaryllis besitzt, kann versuchen, sie zu retten und in die nächste Saison zu bringen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Pflanze tatsächlich überlebt. Dafür werden hochwertige Pflanzerde und ein Blumentopf mit Drainagelöchern benötigt, der im Durchmesser um einige Zentimeter größer ist als die Zwiebel.

Ist die Amaryllis verblüht, muss der Blütenstiel vollständig entfernt werden. Hat die Zwiebel bereits Blätter ausgetrieben, müssen sie komplett an der Zwiebel bleiben. Die Blätter sind wichtig, damit später in der Zwiebel genügend Nährstoffe eingelagert werden können. Die Wachsschicht muss vorsichtig von der Zwiebel entfernt werden.

Die Zwiebel wird in einen Topf mit Blumenerde gepflanzt und an einen hellen, warmen Platz gestellt. Die Erde muss gleichmäßig feucht bleiben und darf nicht austrocknen. Staunässe verträgt die Amaryllis jedoch nicht. Nach einigen Wochen kann die Zwiebel Wurzeln ausbilden. Von März bis Mai kann die Pflanze alle 14 Tage gedüngt werden.

Der Topf sollte geschützt bei Temperaturen von 10 bis 18 Grad Celsius überwintern.

Ab Mai kann die Pflanze an einen schattigen Platz auf dem Balkon oder im Garten gestellt werden. Im Garten muss sie vor Schneckenfraß geschützt sein.

Die Ruhephase der Amaryllis beginnt Ende August. Die Pflanze wird dann nicht mehr gegossen und gedüngt. Die Blätter trocknen nach kurzer Zeit ein. Die Ruhephase ist wichtig, damit die Pflanze im Winter blüht und keine neuen Blätter bildet. Sie dauert ungefähr sechs bis acht Wochen.

Nach dem Ende der Ruhephase wird die Zwiebel aus ihrer alten Erde genommen und in frisches Substrat gepflanzt. Die alte Erde ist nicht mehr strukturstabil und kann die Pflanze nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Sie wird dann wieder ins Zimmer gestellt.

Auf die gleiche Weise kann eine Amaryllis im Topf über den Sommer gebracht werden, um möglichst noch viele Jahre ihre üppigen Blüten auszubilden.

Tipps für die Amaryllis

Die Amaryllis ist giftig. Wer Kleinkinder oder Haustiere hat, sollte auf die Pflanze besser verzichten oder sie so aufstellen, dass Kinder oder Tiere nicht mit ihr in Kontakt kommen.
Die Pflanze blüht umso schneller, je wärmer sie steht. Werden bei einer Amaryllis im Topf die Blüten am Stielansatz abgeschnitten, blüht die Pflanze mitunter ein zweites Mal.