Sport und Gesundheit

Die besten Sportarten bei Rückenschmerzen

Sportarten gegen Rückenschmerzen
Die besten Sportarten gegen Rückenschmerzen

Sport und Bewegung sind eine Wohltat für die Gesundheit: Diese Aussage trifft auf alle gesunden Menschen zu.
Wer jedoch unter Rückenschmerzen leidet, sollte die Wahl der Sportart genau durchdenken.

Nicht nur die Sportart entscheidet

Rückenleiden sind eine Volkskrankheit, für die beispielsweise Bewegungsmangel verantwortlich ist. Als vorbeugende Maßnahme oder zur Linderung der Beschwerden ist Sport eine sinnvolle Maßnahme.

Allerdings sind nicht alle Disziplinen für den Rücken in gleicher Weise geeignet.

Eine maßgebliche Rolle spielen individuelle körperliche Voraussetzungen, die unter anderem vom langfristigen Verhalten sowie der Genetik abhängen. Deshalb sollte man nicht generell von einer bestimmten Sportart abraten. Stattdessen stellt sich die Frage, wie Hobbysportler die jeweilige Sportart betreiben und wie intensiv sie dieser nachgehen.
Ebenso entscheidend wie die Sportart ist schließlich die Art und Weise, wie diese betrieben wird. Je nach Sportart gibt es klare Empfehlungen.

Rückenleiden sind eine Volkskrankheit
Rückenleiden sind eine Volkskrankheit, für die beispielsweise Bewegungsmangel verantwortlich ist – Bild: © Teeradej#291290553 stock.adobe.com

Tipps fürs Schwimmen

Schwimmen stärkt die Rückenmuskulatur, wenn Betroffene die Sportart richtig ausüben. So ist es beim Brustschwimmen wichtig, den Kopf nicht starr über dem Wasser zu halten, sondern zur Vermeidung von Nackenschmerzen gerade einzutauchen.
Wer die meisten Arbeitsstunden vor dem Computer verbringt oder viele Stunden pro Tag im Auto unterwegs ist, könnte beim Brustschwimmen ebenfalls unter Schmerzen an der Kreuzbein-Darmbein-Fuge leiden.

Aufgrund der Abspreizstoßbewegung der Beine wird diese Fuge belastet. Ist der Bereich durch langes Sitzen bereits gereizt, könne sich der Schmerz verstärken. Rückenschwimmen ist nur dann eine gute Wahl, wenn sich die Beine und der Oberkörper im Wasser befinden. Hängen die Beine hingegen nach unten, weist diese Art der Bewegung auf eine ungenügende Rumpfstabilität hin. Dadurch könnten sich Beschwerden verstärken. Generell schont die Sportart die Gelenke.

Schwimmen stärkt die Rückenmuskulatur
Schwimmen stärkt die Rückenmuskulatur, wenn Betroffene die Sportart richtig ausüben – Bild: © PictureArt#4741159 stock.adobe.com

Tipps fürs Reiten

Reiter nehmen eine aufrechte Haltung ein, welche die Rückenmuskulatur stärkt und diesen entlastet. Deshalb ist therapeutisches Reiten beispielsweise für Kinder geeignet.

Weil die Bewegungen des Pferdes permanent ausgeglichen werden müssen, trainiert Reiten kleine an der Wirbelsäule befindliche Muskeln.

Diese Muskulatur lässt sich sogar durch Krafttraining nur schwer trainieren. Weitere Studien belegen, dass Bandscheiben durch den Reitsport belastet und folglich fit gehalten werden. Auch aus diesem Grund ist Reiten als „nahezu ideales Training“ für die Rückengesundheit bekannt.

Tipps für Tennis

Diese Sportart ist für an Rückenschmerzen leidende Menschen nur bedingt geeignet. Durch die schnellen Stoppbewegungen und starke Überstreckungen beim Aufschlag werden kleine Wirbelgelenke massiv belastet.

Problematisch ist ebenfalls die einseitige Belastung auf der Schlagarmseite, die im Rücken eine Dysbalance erzeugt. Tennisspieler sollten deshalb auf eine starke Rumpfmuskulatur achten.

Tennis bei Rückenschmerzen nur bedingt geeignet
Tennis ist für an Rückenschmerzen leidende Menschen nur bedingt geeignet – Bild: © Maxisport#133118206 stock.adobe.com

Tipps für Fußball

Ballsportarten belasten Muskulatur und Gelenke aufgrund abrupter Abbremsmanöver und dynamischer Richtungswechsel massiv. Die Halswirbelsäule wird bei Kopfbällen in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb ist die Sportart für Personen mit vorgeschädigter Wirbelsäule nur bedingt geeignet. Ein Vorteil ist der permanente Haltungswechsel, der insbesondere für eine gesunde Wirbelsäule unproblematisch ist.

Eine häufige Ursache für Rückenbeschwerden ist ein sogenanntes Hüftdrehdefizit.

Könnten die Drehbewegungen beim Fußball nicht aus der Hüfte heraus erfolgen, vollzieht sich die Bewegung im Übergangsbereich zwischen Kreuzbein sowie Lendenwirbelsäule. Dadurch entsteht wiederum eine Kompensationsbelastung, die zu Beschwerden führt.

Tipps fürs Radfahren

Beim Radfahren spielt die genaue Ausübung der Sportart eine ausschlaggebende Rolle. Wer gemütlich auf ebenem Boden fährt und aufrecht sitzt, schont seinen Rücken. Doch im Gegenzug gibt es auch viele Radfahrer, die über mehrere Stunden hinweg gebeugt nach vorn sitzen.
Für eine rückenfreundliche Radtour ist es wichtig, dass Lenker, Rahmen sowie Sattel zur Körpergröße passen. Da die Rückenmuskulatur beim Radfahren eher wenig trainiert wird, sind ergänzende Übungen sinnvoll.

Tipps fürs Radfahren
Für eine rückenfreundliche Radtour ist es wichtig, dass Lenker, Rahmen sowie Sattel zur Körpergröße passen – Bild: © Samo Trebizan#171053365 stock.adobe.com

Tipps fürs Jogging

Jogging ist die Laufdisziplin, welche die Gelenke und Wirbelsäule besonders stark belastet. Abhängig vom Lauftempo, wirkt beim Aufsetzen des Fußes auf den Boden das Drei- bis Fünffache des kompletten Körpergewichts ein. Aus dem Grund sind Freizeitsportler gut beraten, auf weichem Boden zu joggen oder bei bestehenden Rückenschmerzen zu Nordic Walking zu wechseln.

Ist der Rücken gesundheitlich vorbelastet, ist es ratsam, weniger intensiv zu laufen, nicht bergab zu rennen und harte Boden wie Asphalt zu vermeiden.

Zudem ist es sinnvoll, nach spätestens drei Laufeinheiten jeweils eine Einheit zur Stärkung der Bein- und Rumpfmuskulatur durchzuführen.

Tipps fürs Reiten

Tanzen ist eine gut geeignete Sportart für alle Menschen, die unter Rückenschmerzen leiden.
Wichtige Gründe sind die zum Tanzen erforderliche aufrechte Haltung und maximale Beweglichkeit. Nach Aussagen von Wirbelsäulen-Spezialisten ist Tanzen ebenfalls gut für an Rückenproblemen leidende Personen geeignet.

Generelle Empfehlungen

Keine Sportart ist wie die andere. Einige Freizeitbeschäftigungen sind zwar rückenfreundlicher als andere. Allerdings ist es stets möglich, durch eine Sportart ausgelöste Beschwerden gezielt zu lindern.

Ebenso wichtig wie Krafttraining ist es ebenfalls, den Muskel beweglich zu halten. Im Alltag sowie im Sport sollten Betroffene darauf achten, die Bewegungen regelmäßig durchzuführen. Generell gilt für Rückenprobleme: Bewegung ist besser als Ruhe.


Beitragsbild: © New Africa #246519193 stock.adobe.com