
China hat im Westen häufig ein negatives Image – das völlig zu Unrecht. Hinter den Toren der Verbotenen Stadt liegt ein unschätzbares Juwel voll kultureller Vielfalt, Kulinarik und bunten Palästen. Wer sich für Asien interessiert, wird an China nicht vorbeikommen. Wir zeigen die besten Orte der Hauptstadt Peking, und wie man dem Geist des alten Chinas für sich entdeckt.
Die Verbotene Stadt – (Fast) 1000 Zimmer
Wo könnte eine Reise durch das geheimnisvolle China besser starten als in der Verbotenen Stadt? Die riesige, rote Tempelanlage ist jedem ein Begriff, der sich ein wenig mit Peking auseinandergesetzt hat. Umgeben von zehn Meter hohen Mauern und einem breiten Graben war der Zugang früher nur Familienmitgliedern und Bediensteten der Ming und Qing Dynastien vorbehalten. Heute stehen ihre Toren neugierigen Besucher aus aller Welt offen.
Auf dem Gelände befinden sich sagenhafte 890 Paläste mit 8.886 Räumen.
Eigentlich sollten es 9.999,5 sein. Der halbe Raum kommt daher, dass die Meister meinten, nur der Himmel dürfe einen Palast mit 1000 Träumen haben. Doch genauso fühlt man sich, wenn man hier angekommen ist. In der Mitte der Stadt thronend verkörpert die Verbotene Stadt das alte China, das sich heute mächtiger als je zuvor anfühlt. Vor Ort gibt es keinen Ticketschalter – Reservierungen müssen im hochtechnisierten China online selbst getätigt werden. Am besten eignen sich Touren, in denen Besucher mehr über die geheimnisvollen Ereignisse hinter den Mauern erfahren können.

Chinesische Mauer – Das Weltwunder Chinas
Was wäre ein Besuch Chinas, ohne die weltbekannte Chinesische Mauer, der nachgesagt wird, man könnte sie sogar vom Weltall aus sehen? Das wurde mittlerweile widerlegt, umso schöner ist sie jedoch, wenn man wirklich vor ihr steht. Glücklicherweise lässt sie sich von Peking aus ohne Probleme erreichen. Hier starten zahlreiche geführte Touren, die Besucher entweder nach Badaling, Mutianyu oder Jinshanling führen.
Der erste Ort ist eher touristisch und auch bei Einheimischen beliebt. Er bietet schöne Fotomotive, ist jedoch häufig überfüllt. Eine ruhigere Variante bieten Mutianyu oder Jinshanling, an denen es deutlich naturnaher zugeht. Wie man sich auch entscheidet: Ein Besuch der Chinesischen Mauer ist ein Muss. Als eines der sieben Weltwunder ist es mit 22.000 Kilometern halb so lang wie der Äquator und eines der beeindruckendsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte. Wer von hier ein Foto mit Nachhause bringt, hat wohlmöglich eines der besten Schnappschüsse seiner Reise mit im Gepäck.

Sommerpalast – Ruhige Gartenkunst
Der Großstadttrubel Pekings kann für europäische Besucher schnell zu anstrengend werden. Eine ruhige Alternative, in der man dennoch den Geist des alten Kaiserreichs spüren kann, ist der sagenhafte Sommerpalast. Als Sommerresidenz der Qing-Dynastie glänzt der Park mit üppigen Gärten, kunstvoll verzierten Türmen und allem, was die Herzen der Fans des alten Chinas höherschlagen lässt.
Der rote Palast ist mitten in einem Felsen erbaut und von grünem Wald umgeben.
Im Vordergrund schimmert ein tiefblauer See, der die Verbindung zur Natur inmitten der Großstadt herstellt. Auch die geschwungenen Brücken zählen zu den faszinierendsten Bauwerken der chinesischen Gartenkunst und fühlen sich an wie ein lebendiges Gemälde. Hier lernt man die chinesische Gesellschaft und ihre Eigenheiten schnell kennen. Der Park ist beliebt bei betuchten Einwohnern, die mit ihren Hunden Gassi gehen und das gute Wetter genießen. Auf dem See lässt es sich perfekt ein Boot mieten und beim Plätschern des Wassers abschalten.
Olympiapark Peking – Das moderne China
Die moderne Seite der Stadt lernen wir am Olympiapark kennen. Das Olympic Green wurde für die Sommerspiele 2008 erbaut, die vielen noch im Gedächtnis geblieben sind. Dabei weist der fast 800 Hektar große Komplex neben zahlreichen futuristischen Hallen auch Wälder und kleine Seen auf. Zur modernen Architektur zählt das Hauptgebäude, das „Vogelnest“. Hier, im Nationalstadium Peking, fanden vor knapp 100.000 Zuschauern die Eröffnungs- und Abschiedsfeiern der Spiele statt. Zusammen mit dem benachbarten „Wasserwürfel“, dem umfangreichen Schwimmzentrum Olympias, können Besucher ein Kombiticket erwerben, mit dem sie beide Hallen bestaunen können.
Auf dem Gelände befindet sich auch der Olympic Tower, der wie ein kunstvoll gestalteter futuristischer Baum in bunten Farben über der Skyline leuchtet. Denn vor allem zur Abendzeit ist der Park überwältigend. Die Hallen und Türme verwandeln sich in neon-leuchtende Zauberwerke, die Besucher fühlen lassen, als wären sie auf einem anderen Planeten gelandet. Vor allem für den europäischen Betrachter ist die immense Technologie mitreißend.

Kulinarik – Peking-Ente und Feuertopf
Doch ohne die Küche Chinas zu beschnuppern, sollte niemand je zurückreisen. Klassisch fällt einem da die Peking-Ente ein. Diese ist alles andere als überschätzt und wohl nirgends besser zu genießen als in der chinesischen Hauptstadt. Die Chinesen achten beim Essen vor allem auf eins: die Konsistenz. Das wird auch schon beim bekanntesten Gericht der Hauptstadt deutlich. Denn die Peking-Ente liegt großen Wert auf eine knusprige Haut. Dabei wird das Tier nach dem Schlachten besonders behandelt, um neben dem zarten Fleisch eine goldbraune Kruste zu bekommen.
Dazu wird meist eine spezielle Würzsoße und ein Mandarin-Pfannkuchen mit Frühlingszwiebeln serviert.
Daneben lieben die Nordchinesen den Feuertopf, oder auch Hotpot. Das sind verschiedene brodelnde Töpfe mit Wasser oder Suppen, zu denen rohes Fleisch serviert wird. Das kocht man sich nach Belieben am Tisch selbst. Dazu gibt es eingelegtes Gemüse, Sprossen und Pilze. Vor allem in der Gruppe macht der Feuertopf einfach Spaß.
Fazit
Wer sich für eine Reise nach Peking interessiert, sollte sich nicht zurückhalten lassen. Die Hauptstadt Chinas glänzt mit wertvollem kulturellem Erbe, grünen Parks, einem der sieben Weltwunder, moderner Architektur und einer unglaublich interessanten Küche. Peking steht allen offen, die auch China in ihr Herz schließen wollen.





