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Weltwirtschaft im Wandel – China schottet sich ab

China schottet sich ab
Weltwirtschaft im Wandel – China schottet sich ab

China wendet sich zunehmend von der internationalen Wirtschaft ab und möchte die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland auf ein Minimum reduzieren.
Diesen Zustand betrachten europäische Unternehmen als „besorgniserregendes Anzeichen“.

Ein neuer Wirtschaftskurs

Mehrere europäische Unternehmen reagieren besorgt auf den neuen Wirtschaftskurs, den die chinesische Führung anstrebt. Wie Jörg Wuttke als Präsident der EU-Handelskammer China in Peking bestätigt, ist zwar nach grober Einschätzung im Reich der Mitte alles in Ordnung. Schließlich hätten in den vergangenen Monaten zahlreiche Unternehmen Rekordwerte beim Umsatz und Gewinn erwirtschaftet.

Kurzfristig geben ebenfalls die Aussichten für europäische und in China tätige Unternehmen Grund zur Hoffnung.

Dennoch mehren sich die Anzeichen, dass sich China immer mehr nach innen wendet.

China neuer Wirtschaftskurs
Mehrere europäische Unternehmen reagieren besorgt auf den neuen Wirtschaftskurs, den die chinesische Führung anstrebt

Kein deutliches Wachstum

Wie Wuttke deshalb nach Vorlage des jährlichen Positionspapiers der EU-Handelskammer bestätigt, lässt der Trend massive Zweifel am zukünftigen Wachstum Chinas aufkommen. Dieses Dokument erwähnt den im März 2021 auf dem Pekinger Volkskongress verabschiedeten aktuellen Fünfjahresplan, der als Kurs eine geringere Abhängigkeit „vom Rest der Welt“ indiziert. Im Gegenzug soll ein hohes Maß an Autarkie erzielt werden.

Mit großer Voraussicht wird das Reich der Mitte die Rolle beschränken, welche Unternehmen aus dem Ausland derzeit in China spielen. Im Gegenzug stellen sich Mitglieder der Europäischen Handelskammer deshalb die Frage, inwiefern sie das künftige Wirtschaftswachstum Chinas überhaupt beeinflussen werden. Zudem bereite eine stetige Reglementierung des Privatsektors von China ebenfalls Sorgen.

Chinas Wirtschaftswachstum
Wie Wuttke deshalb nach Vorlage des jährlichen Positionspapiers der EU-Handelskammer bestätigt, lässt der Trend massive Zweifel am zukünftigen Wachstum Chinas aufkommen

Viele Bereiche sind betroffen

Mithilfe einer riesigen Regulierungskampagne des Staats- und Parteichefs Xi Jinping wurden in jüngster Vergangenheit ebenfalls der Immobilienbereich, die Bildungs- und Unterhaltungsindustrie, der Gamingbereich, Online-Handel, Finanzservices sowie große Tech-Konzerne auch immer stärker eingeschränkt.

Heftige Debatten kristallisierten sich zu der Frage heraus, in welche Richtung der Staatschef das Land in Zukunft lenken möchte.

Dieser spricht von „allgemeinem Wohlstand“. Kritiker befürchten hingegen eine „neue Kulturrevolution“ und betonen, dass eine Rückkehr zu alten Zeiten ein großes Chaos verursachen könnte.

Keine optimale Entwicklung

Aus der Perspektive der Kammer bemüht sich die Führung von Peking aus aktuell, eine Kontrolle des dynamischen Privatsektors zur Erreichung politischer Ziele zu intensivieren. Zugleich sollen neue Wege beschritten werden, um Unternehmen aus dem Ausland vom Wirtschaftsmarkt und generell von strategischen Sektoren zu eliminieren.

Der aktuelle Kurs schade nicht nur ausländischen Unternehmen, die sich auf dem chinesischen Markt etablieren möchten. Zugleich entwickelt sich das Wachstum des Landes schon seit ungefähr fünf Jahren nicht optimal. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, falls Peking auch zukünftig nicht auf mutige Marktreformen setzt und eher einem isolierten Ansatz nachgeht.

Chinesischer Wirtschaftsmarkt
Der aktuelle Kurs schade nicht nur ausländischen Unternehmen, die sich auf dem chinesischen Markt etablieren möchten

In die Weltwirtschaft integrieren

Aktuell ist auf keinen Fall sicher, dass China zur globalen Wirtschaftssupermacht avanciert.
Deshalb fordert die Kammer von Peking ein, „den Geist des 1978 begonnenen Reform- und Öffnungsplans“ florieren zu lassen. Aus dem Grund ist es wichtig, sich verstärkt für die Integration in die Weltwirtschaft einzusetzen.