Wie gefährlich ist Asbest im Haus?

Asbest wurde noch bis 1993 häufig für den Hausbau verwendet. Ein Verbot für die Verwendung von Asbest gilt seit dem 1. November 1993. Asbest war unter anderem Bestandteil von Estrich, Zement, Heizungen, Rohren, Dacheindeckungen und Leichtbauplatten. Er hatte einige Vorteile, doch stellt er eine Gefahr für die Gesundheit dar.
Was ist Asbest?
Als Asbest wird eine Gruppe von Silikat-Mineralien bezeichnet, die auch in der Natur vorkommen. Sie stecken in der Erdkruste. Bereits im Altertum wurde Asbest verwendet. Er galt bis Anfang der 1990er Jahre als wichtigster Baustoff.
Asbest hat gute Eigenschaften, denn er ist kaum brennfähig, zeichnet sich durch eine hohe Hitzebeständigkeit aus und ist auch chemisch beständig.
Er lässt sich leicht verarbeiten und wurde daher auch für Dichtungen, Dachpfannen und Eternitplatten benutzt.
Untersuchungen zeigten, dass Asbest eine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Die Verwendung von Asbest ist daher seit November 1993 verboten.

Gefahren für die Gesundheit durch Asbest
Die Verordnung „Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“ (GHS) beschreibt Asbest als einen karzinogenen Stoff der Gruppe 1A. Asbest wird als stark krebserzeugend eingestuft.
Asbest ist aufgrund seiner Fasern gefährlich, die bereits durch das einfache Zerschlagen asbesthaltiger Teile freigesetzt werden. Asbest kann auch aufgrund seines Alters zerfallen und die Fasern in die Umgebung abgeben.
Die in der Luft fliegenden Asbestfasern können leicht eingeatmet werden und sich in der Lunge einnisten. Asbestose (Staublunge), Asthma oder Lungenkrebs können die Folgen sein.
Im Körper kann sich Asbest mit verschiedenen Symptomen bemerkbar machen:
- Kurzatmigkeit
- starke Atemgeräusche
- Reizhusten mit und ohne Auswurf
- Atemnot
- Gewichtsverlust
- bläuliche, teilweise geschwollene Finger
- bläuliche, teilweise geschwollene Lippen

Wo kann Asbest enthalten sein?
Asbest kann in verschiedenen Baumaterialien und Bestandteilen von Häusern enthalten sein:
- Isolierungen: Asbest wurde häufig als Dämmmaterial für Wände, Dächer und Heizungsanlagen verwendet. Er kann beim Heizungstausch freigesetzt werden.
- Fußbodenbeläge: In älteren Bodenbelägen wie Vinylböden kann Asbest enthalten sein. Auch im Kleber zum Verlegen von Teppichboden oder Vinyl wurde teilweise Asbest verwendet.
- Deckenplatten und Wandverkleidungen: Asbesthaltige Produkte wurden für den Innenausbau verwendet. Asbest kann auch in Spachtelmasse oder Fliesenkleber enthalten sein.
- Dach- und Fassadenverkleidungen: Häufig wurden asbesthaltige Materialien für Dächer, Dacheindeckungen, Fassadenverkleidungen und Leichtbauplatten verwendet, insbesondere bei Gebäuden, die vor 1990 errichtet wurden.
- Heizungsanlagen und Rohre: Asbest wurde in Heizungsräumen, für Heizungsanlagen, aber auch zur Isolierung von Heizkesseln und Heizungsrohren verwendet.
- Nachtspeicheröfen: Asbest kann auch in den früher beliebten Nachtspeicheröfen enthalten sein.
Wie ist Asbest erkennbar?
Asbest ist nur schwer erkennbar. Er riecht nicht und gibt keine Strahlung ab. Sachverständige können Asbest mit einem Prüfverfahren erkennen. Sie entnehmen dafür eine Materialprobe, die sie in ein Labor schicken.
Das Baujahr eines Hauses kann ein Hinweis auf asbesthaltige Materialien sein. Häuser, die zwischen 1930 und 1993 errichtet und seitdem nicht mehr saniert wurden, enthalten wahrscheinlich Asbest auf dem Dach oder an der Fassade, aber möglicherweise auch im Innenraum.
Bei Asbest werden Asbestzement und Spritzasbest unterschieden. Bereits 1979 wurde Spritzasbest im Westen Deutschlands stark eingeschränkt, da er eine der gefährlichsten Asbestformen ist. Bereits die kleinsten Erschütterungen können Asbestfasern freisetzen. Bei Asbestzement werden die Fasern nur bei mechanischen oder thermischen Einflüssen freigesetzt.
Hinweise auf Asbest können auch das Aussehen und die Bindung geben. Asbest ist grau oder grünlich-grau, mit einer faserigen Struktur. Da Asbest oft in festgebundener Form mit anderen Baustoffen verarbeitet wurde, ist er nur schwer zu identifizieren.
Schwach gebundener Asbest ist gefährlich, da der Asbestanteil bei mehr als 60 Prozent liegt. Spritzasbest und die Brandschutzmasse für Stahlskelettbauwerke sind schwach gebunden.
Asbest in Reinform wurde häufig als Asbestschnüre zum Abdichten von Öfen und Kaminen und als feuerfester Füllstoff verwendet. Das Material ist ähnlich faserig wie schwach gebundener Asbest und daher fast genauso gefährlich.
Stark gebundener Asbest ist am ungefährlichsten und wurde für Deckenplatten, Dacheindeckungen und Wandverkleidungen genutzt. Die Fasern entweichen nicht so schnell wie bei schwach gebundenem Asbest.
Einen Sachverständigen einschalten
Wer ein Haus sanieren oder umbauen möchte, das zwischen 1930 und 1993 erbaut wurde, sollte vor Beginn der Maßnahmen einen Sachverständigen einschalten. Er kann feststellen, ob Asbest vorhanden ist. Auch bei Renovierungsmaßnahmen kann es sinnvoll sein, einen Sachverständigen zu konsultieren.
Beim allgemeinen Umgang mit Asbest kommt es auf höchste Vorsichtsmaßnahmen an. Das ist auch bei der Entsorgung von Asbest wichtig. Nur ein Fachbetrieb sollte Sanierungsmaßnahmen und die Entsorgung von Asbest ausführen.





