Natur

Natürliches Verhalten – Der einsame Tod von Vögeln

Der einsame Tod von Vögeln
Natürliches Verhalten – Der einsame Tod von Vögeln

Natürlich ist der Alterungsprozess auch bei Tieren unumgänglich. Die Lebenserwartung unterscheidet sich je nach Vogelart. Während einige Papageienarten sogar bis zu 100 Jahre alt werden können, erreichen viele heimische Singvogelarten nur das vierte oder fünfte Lebensjahr. Viele Singvögel erreichen dieses Alter noch nicht einmal.

Opfer von Fressfeinden oder Unfällen

Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche der gefiederten Gefährten bereits vor diesem Alter Fressfeinden wie Katzen oder Greifvögeln zum Opfer fallen. Andere Vögel verletzen sich so schwer an Glasfassaden, dass sie an ihren Verletzungen versterben.

Gemäß dem Naturschutzbund Deutschland – dem Nabu – verlieren allein deutschlandweit rund 100.000 Vögel pro Jahr ihr Leben.

Weitere klassische Todesursachen sind Kollisionen mit Autos, Unfälle in Windrädern, Kontakte mit tödlichen Bakterien oder Kraftlosigkeit beim Vogelzug.

Dichte Gebüsche und Höhlen für kleine Vogelarten

Nichtsdestotrotz gibt es viele Vögel, die diesen alltäglichen Gefahren entkommen und ihr Seniorenalter erreichen. Doch während viele Tiere eines unnatürlichen Todes sterben, verenden die anderen Artgenossen aufgrund ihres Lebensalters. In der Natur begegnen wir allerdings eher selten diesen Vögeln, die an ihrem hohen Alter versterben.

Dichtes Gebüsch
Dichte Gebüsche und Höhlen für kleine Vogelarten

Die altersgeschwächten Tiere ziehen sich für einen natürlichen Tod an geschützte Areale zurück, an denen sie sich in Sicherheit wiegen. Insbesondere heimische kleine Vogelarten wählen für „ihren letzten Flug“ dichte Gebüsche oder Höhlen aus. Weil die kleinen Vögel häufig nur wenige Gramm wiegen, verwesen deren Körper zumeist auch binnen kurzer Zeit.

Krankheiten durch Kadaver vermeiden

Größere Vogelarten können sich allerdings nicht so leicht wie kleine Tiere in den engen Verstecken verkriechen.

Auch wenn deren Kadaver ebenfalls zumeist nicht sichtbar sind, verenden die Tiere ebenfalls in der Natur.

Hierfür ist der Kreislauf der Natur verantwortlich. Schnell erscheinen nach dem Tod der Tiere aasfressende Säugetiere, Vögel oder Insekten, die den Ort des Geschehens „säubern“. Somit wird eine Verbreitung von Krankheiten oder Infektionen vermieden. Deshalb dauert es zumeist auch nur wenige Wochen, bis sogar harte Knochen restlos eliminiert sind.

Tote Vögel sachgemäß entsorgen

Wer dennoch einen toten Vogel in der Natur findet, sollten dessen Überreste entweder mit einer umgestülpten Plastiktüte oder Schutzhandschuhen aus Plastik beseitigen. Daraufhin ist es hygienischen Gründen wichtig, die toten Tiere zu begraben oder im Hausmüll sachgemäß zu entsorgen.
Wer in einem Bereich regelmäßig tote oder kranke Tiere findet, sollte die Beobachtungen beim Nabu melden.