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Drohende Trockenheit – Sind Sorgen ums Grundwasser berechtigt?

Drohende Trockenheit
Drohende Trockenheit – Sind Sorgen ums Grundwasser berechtigt?

Der Cottburser Ostsee ist ein einstiger Tagebau, der mit einer Wasserfläche von fast 19 Quadratkilometern irgendwann der größte See in Brandenburg werden soll. Das Tagebau-Gebiet wird seit 2019 geflutet. Doch aktuell fließt nur wenig Wasser ist das große Restloch.

Seen aus Tagebauen können nicht geflutet werden

Aufgrund zu geringer Niederschläge sowie Niedrigwasser der Spree wurde die Flutung des Sees schon in den vergangenen beiden Jahren immer wieder ausgesetzt. An erster Stelle steht die Versorgung von Trinkwasseranbietern, Talsperren sowie der Binnenfischerei.

Ginge es nach Tagebaubetreiber Leag, soll die Flutung spätestens im Jahr 2030 abgeschlossen sein.

Doch aktuell steht es in den Sternen, ob für die Flutung – insbesondere in Anbetracht der ansteigenden Klimaerwärmung – genügend Wasser vorhanden ist.

Cottbuser Ostsee
Aufgrund zu geringer Niederschläge sowie Niedrigwasser der Spree wurde die Flutung des Sees schon in den vergangenen beiden Jahren immer wieder ausgesetzt

Sensible Reaktionen des Wasserhaushalts auf fehlenden Niederschlag

Einer Region wie Brandenburg mangelt es nicht an Gewässern. Im Kohlegebiet Lausitz sind viele Tagebauseen zu Hause, die entweder gefüllt oder geflutet sind. Doch im Gegenzug ist Brandenburg eines der niederschlagsärmsten Areale aus ganz Deutschland. Diese Entwicklung führt in Brandenburger Flüssen automatisch zu Trockenheit und Niedrigwasser.
Informationen des Umweltministeriums zufolge reagiert der Wasserhaushalt auch sensibel auf den unzureichenden Niederschlag, da sich das Wasser aufgrund der durchlässigen Sandböden nicht lange hält.

Keine Entspannung der Wassersituation

Doch Anfang 2021 machte sich dennoch die Hoffnung breit, dass sich die Wassersituation durch recht niederschlagsreiche Herbst- und Wintermonate entspannt haben könnte.
Seit dem Beginn der Trockenheit bat die Untere Wasserbehörde die Bevölkerung darum, sparsam mit Grund- und Trinkwasser zu haushalten und die Bewässerung von Gärten massiv einzuschränken.

Keine Entspannung der Wassersituation
Keine Entspannung der Wassersituation

Eine Verbesserung der Situation mit bestimmten Techniken

Dennoch bestätigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, dass sich 65 Prozent aller Deutschen nicht unmittelbar von Wasserknappheit betroffen fühlen.

Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass die Situation von Deutschlands Wasserhaushalten mit speziellen Technologien beeinflusst werden muss.

Die gleichen Sorgen bestehen ebenfalls in Bundesländern wie Niedersachsen. Auch in diesem Bundesland werden die Grundwasserreserven aufgrund fehlenden Niederschlags geringer. Als Folge dessen drohen nicht nur Probleme bei der Wasserversorgung sowie Ernteausfälle.
Neben äußerst tiefen Wasserständen trocknen Wälder so lange aus, bis ganze Baumarten absterben.

Weit vom Normalzustand entfernt

Das gleiche Problem betrifft das Bundesland Bayern, in dem insbesondere die nördlich gelegene Region Unterfranken betroffen ist. In Südbayern Richtung Alpen ist der Niederschlags-Anteil zum Teil doppelt so hoch. Zudem setzten die trockenen Jahre von 2018 bis 2020 auf dem Grundwasserspiegel in Nordrhein-Westfalen zu. An etwa 70 Prozent aller Messstellen befinden sich die Messwerte unter dem langjährigen Mittelwert. Bei etwa einem Drittel ist der Messwert sogar deutlich.
Deshalb ist es bislang nicht in Sicht, zeitnah wieder den Normalzustand zu erreichen. Dennoch ist die Trinkwasserversorgung in Nordrhein-Westfalen nicht gefährdet.

Trockenheit in Bayern
Das gleiche Problem betrifft das Bundesland Bayern, in dem insbesondere die nördlich gelegene Region Unterfranken betroffen ist

Ein verbessertes Wassermanagement

Um eine Wasserknappheit in vielen Regionen Deutschlands dennoch zu verhindern, strebt das Bundesumweltministerium bis zum Jahr 2030 eine deutliche Verbesserung des Wassermanagements an. Aus dem Grund ist beispielsweise ein Ausbau der Versorgungsnetze zwischen Gebieten mit differenzierter Verfügbarkeit von Wasser geplant. Insbesondere stark betroffene Bundesländer haben sich längst der Bekämpfung der Wasserknappheit angenommen.

Das Umweltministerium von Brandenburg hat mittlerweile sogar ein Landesniedrigwasserkonzept erstellt.

Zudem wurde eine Arbeitsgruppe unter der Bezeichnung „Wasserperspektiven östliches Berliner Umland“ ins Leben gerufen. Initiative zeigt ebenfalls der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies von der SPD, der sich für das gesamte Land ein gut durchdachtes Wassermanagement wünscht.
Diese Pläne schließen überarbeitete Infrastrukturen zur Brauchwassernutzung, Wassereinsparung, Grundwasseranhebung und Wasserrückhaltung ein.

Entwarnung durch Experten

In den meisten Regionen Deutschlands wird Wasser für die Energieversorgung, Industrie und Haushalte überwiegend aus Grundwasser gewonnen. Einer Befragung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs e. V. unter rund 200 Wasserversorgern zufolge erwarten 93 Prozent aller Unternehmen für die nächsten Jahre keine beeinträchtigte Versorgungssicherheit.

Grundwasser Messung
In den meisten Regionen Deutschlands wird Wasser für die Energieversorgung, Industrie und Haushalte überwiegend aus Grundwasser gewonnen

Bei rund 50 Prozent von allen Wasserversorgern ist der Grundwasserspiegel mittlerweile schon gesunken. Die Situation rührt daher, weil mehr Grundwasser entnommen wird als nachfließt.

Ein Für und Wider

Ungefähr 20 bis 30 Prozent aller Wasseranbieter nutzen derzeitige Wasserressourcen zu 90 Prozent aus. Das bedeutet mit anderen Worten, dass sie die Grenze der ihnen zugesicherten Wassermenge erreichen. Dieser Wert ist in den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel bedrohlich. Die Aufgabe müsse es nunmehr sein, Normen und Standards für eine Absicherung zur Erzeugung von sauberem und sicherem Trinkwasser zu setzen.
Im Gegenzug vermitteln die Angaben aber auch die Sicherheit, dass Trinkwasser auch weiterhin in ausreichender Menge sowie guter Qualität zur Verfügung stehen wird.