Natur

Experten warnen vor hohem Zeckenbefall

Experten warnen vor hohem Zeckenbefall
Experten warnen vor hohem Zeckenbefall

Zecken müssen aktuell nicht lange nach neuen Opfern suchen. Bedingt durch die Corona-Pandemie, halten sich viele Menschen unter freiem Himmel auf. Umso wichtiger ist es, den Blutsaugern keine Chance zu lassen.

Gesteigerte Zeckenaktivität bei hohen Temperaturen

Wer aktuell häufig in der Natur unterwegs ist, sollte sich so gut wie möglich vor Zecken schützen.

Virologe Masyar Monazahian vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt bestätigt, dass sich die Zeckenaktivität bei feuchter Wetterlage und steigenden Temperaturen deutlich erhöht.

Stechen die Spinnentiere dennoch zu, ist es wichtig, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Die Spinnentiere sind als Überträger gefährlicher Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis bekannt. Deshalb rät die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts zu einer Impfung gegen FSME in Risikogebieten.

In der Natur unterwegs
Wer aktuell häufig in der Natur unterwegs ist, sollte sich so gut wie möglich vor Zecken schützen

Mehrere deutsche Risikogebiete

Als Risikogebiete werden in Deutschland große Teile von Bayern, Baden-Württemberg sowie einige Teile von Hessen, Thüringen und Sachsen eingestuft. Weitere Risikogebiete sind in Sachsen-Anhalt, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen gelegen.
Bundesweit wurden 2020 insgesamt 704 FSME-Meldefälle registriert – die bisher größte Anzahl seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes. Mögliche Gründe für diese Entwicklung sind wahrscheinlich ein verändertes Freizeitverhalten und der Klimawandel. Aufgrund der Pandemie halten sich die meisten Menschen vermehrt im Freien auf und planen Exkurse in die Natur.

Mehrere deutsche Risikogebiete
Als Risikogebiete werden in Deutschland große Teile von Bayern, Baden-Württemberg sowie einige Teile von Hessen, Thüringen und Sachsen eingestuft

Anzeichen einer FSME-Erkrankung

Typische Symptome einer FSME treten nach ein bis zwei und zum Teil sogar erst nach vier Wochen auf. Nachdem die grippeähnlichen Begleiterscheinungen nach einigen Tagen abklingen, treten bei rund zehn Prozent aller Betroffenen Entzündungen des Rückenmarks, der Hirnhäute oder des Gehirns auf.

Entsprechende Entzündungen äußern sich durch Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinsstörungen.

Das Risiko für einen schweren FSME-Verlauf erhöht sich mit zunehmendem Alter. Bei dieser Erkrankung ist nur eine symptomatische Behandlung möglich. Bislang gibt es noch keine Arzneimittel gegen die krankheitsauslösenden FSME-Viren.

Symptome der Borreliose

Bei einer Borreliose tritt zumeist rund um den Zeckenstich eine Rötung auf. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Rötung erst nach einigen Wochen abzeichnet. Zumeist verläuft die Erkrankung wie ein grippaler Infekt. Bei einigen Patienten ist allerdings auch das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen.

Obwohl die Erkrankung nicht meldepflichtig ist, kann man davon ausgehen, dass die krankheitsauslösenden Borrelien in 30 Prozent aller Zecken stecken. Im Gegensatz zu FSME existiert zwar gegen Borreliose keine Impfung. Doch dafür ist die Krankheit behandelbar.

Borreliose nach Zeckenbiss
Bei einer Borreliose tritt zumeist rund um den Zeckenstich eine Rötung auf

Schutzmaßnahmen vor Zeckenbefall

Zecken befinden sich zumeist im kniehohen Gras, das in Wäldern, Gärten oder Parkanlagen wächst. Als Schutzmaßnahme ist festes Schuhwerk ebenso sinnvoll wie zeckenabweisende Hautschutzmittel oder komplett den Körper bedeckende Bekleidung.

Nach einem Spaziergang ist es wichtig, sich gründlich abzusuchen.

Haben sich die Spinnentiere bereits festgebissen, sollten diese mit einer sogenannten Zeckenkarte oder einer Pinzette beseitigt werden. Generell gilt: Je schneller die kleinen Schädlinge beseitigt werden, desto besser. Bei einem frühzeitigen Entfernen der Zecken verringert sich das Übertragungsrisiko von Borrelien auf ein Minimum.