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Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen erkennen und bekämpfen

Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen
Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen erkennen und bekämpfen

Die Internetsucht betrifft immer mehr Kinder und vor allem Jugendliche. Es kann zwischen verschiedenen internetbezogenen Störungen unterschieden werden. So tritt häufig die Online-Spielesucht auf, aber auch eine Online-Kommunikationssucht ist beispielsweise möglich. Kinder und Jugendliche, die von der Internetsucht betroffen sind, schotten sich von der Familie und den Freunden ab.
Die Sucht hat gravierende Folgen für das soziale Leben und die Gesundheit der Betroffenen. Eltern fällt es oft schwer zu erkennen, ab wann es sich bei dem Internetkonsum der Kinder um eine ernst zunehmende Sucht handelt.

Was ist Internetsucht?

Der krankhafte Internetgebrauch ist noch relativ jung und wird daher erst seit einiger Zeit erforscht. Bei der Internetsucht, auch Handy- oder Onlinesucht genannt, handelt es sich um eine Verhaltenssucht. Im Gegensatz zu einer Alkohol- oder Drogensucht führt bei einer Verhaltenssucht nicht der Konsum eines Stoffes zur Abhängigkeit, sondern das Verhalten an sich.

Internetabhängige nutzen das Internet in einem so erheblichen Ausmaß, dass andere Lebensbereiche wie Schule, Familie, Freunde und Hobbys vernachlässigt werden.

Die Betroffenen können nicht mehr mit diesem übermäßigen Internetkonsum aufhören und das Verhalten wird zum Zwang.

Es gibt verschiedene Formen der Internetsucht. Während Jungen und Männer vor allem unter der Computerspielsucht leiden, verbringen Mädchen ihre Zeit im Internet häufiger in sozialen Netzwerken und leiden eher an einer Kommunikationssucht.

Internetabhängiger Jugendlicher
Internetabhängige nutzen das Internet in einem so erheblichen Ausmaß, dass andere Lebensbereiche wie Schule, Familie, Freunde und Hobbys vernachlässigt werden

Da die Internetsucht noch nicht ausreichend erforscht wurde, gibt es auch keine konkreten Zahlen darüber, wie viele Menschen darunter leiden. Das Bundesministerium für Gesundheit geht aber davon aus, dass etwa ein Prozent der 14- bis 64- Jährigen unter dieser Sucht leiden.

Symptome – Daran lässt sich eine Internetsucht erkennen

Internetsüchtige haben ständig das Bedürfnis sich im Internet aufzuhalten; andere Aufgaben und Lebensbereiche werden vernachlässigt. Die folgenden Anzeichen deuten auf eine Internetsucht hin:

  • Freunde, Familie, Schule und andere Hobbys werden vernachlässigt oder nach und nach ganz aufgegeben.
  • Die Internetnutzung kann nicht mehr kontrolliert werden, selbst wenn negative Folgen wie Konflikte mit der Familie oder Schlafmangel auftreten, kann die Internetnutzung nicht begrenzt werden.
  • Kann der Betroffene nicht online sein, treten Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Aggressivität und innere Unruhe auf.
  • Internetsüchtige Kinder und Jugendliche erleben einen Leistungsabfall in der Schule. Durch die übermäßige Internetnutzung wird die Konzentrationsfähigkeit beeinflusst, zudem nimmt die Sucht viel Zeit in Anspruch, wodurch weniger Zeit in Hausaufgaben und zum Lernen investiert wird. Häufig schwänzen Betroffene auch die Schule.
  • Die Eltern werden hinsichtlich der im Internet verbrachten Zeit belogen.
  • Internetsüchtige leiden häufig unter Schlafstörungen. Der Schlafmangel wirkt sich wiederum auf die Konzentration und die Stimmung aus. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko an einer Depression zu erkranken.
Symptome - Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen
Kann der Betroffene nicht online sein, treten Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Aggressivität und innere Unruhe auf

Was können Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher tun?

Leidet ein Kind an einer Internetsucht, belastet dies die gesamte Familie. Eltern sollten klare Regeln setzen und den Konsum genau beobachten und kontrollieren.
Bei jüngeren Kindern kann eine Kindersicherung am PC hilfreich sein. Jugendliche können diese Sperren meist leicht umgehen, weshalb da klare Absprachen wichtig sind. Es empfiehlt sich Jugendlichen ein eingeschränktes Wochenkontingent von beispielsweise acht bis zehn Stunden die Woche für Zeit im Internet zur Verfügung zu stellen.

Sind die Absprachen alleine nicht ausreichend, sollten sich Betroffene nicht davor scheuen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Als letzter Ausweg kann eine stationäre Therapie Abhilfe schaffen. Hierbei bekommen die Betroffenen den nötigen Abstand vom Internet und werden von Sonderpädagogen wieder an den Schulalltag herangeführt. Das Ziel der Therapie ist kein kompletter Verzicht auf das Internet, stattdessen sollen die Jugendlichen einen verantwortlichen Umgang damit erlernen.

Klare Regeln bei Internetsucht
Eltern sollten klare Regeln setzen und den Konsum genau beobachten und kontrollieren

Betroffene und Angehörige können sich neben dem Hausarzt an folgende Anlaufstellen wenden

Maßnahmen zur Vorbeugung einer Internetsucht

Mit den folgenden Maßnahmen können Eltern das Risiko einer Internetsucht bei ihren Kindern senken:

  • Kinder und Jugendliche sollten keine Internet-Flatrate auf ihrem Smartphone haben. Generell empfiehlt sich ein Smartphone nicht für Kinder unter zwölf Jahren.
  • Seiten mit Zugang zu pornografischen oder gewalttätigen Inhalten sollten gesperrt werden.
  • Es sollten feste Regeln über Internetzeiten herrschen. Der Internetkonsum der Kinder sollte im Auge behalten werden.
  • Eltern sollten selbst als Vorbild fungieren und ebenfalls keinen übermäßigen Internetkonsum vorleben.
  • Kindern sollten alternative Freizeitaktivitäten und Hobbys angeboten werden, damit sie automatisch weg vom Bildschirm kommen.