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Jüngere konsumieren Netflix und YouTube besonders häufig

Jüngere konsumieren Netflix und YouTube besonders häufig
Jüngere konsumieren Netflix und YouTube besonders häufig - Bild: © Evelien #303597669 – stock.adobe.com

Einer aktuellen Untersuchung zufolge nutzen Kinder und Jugendliche Streaming-Plattformen wie Netflix sowie YouTube immer häufiger. Diese Entwicklung bestätigt eine Untersuchung der Krankenkasse DAK Gesundheit.
Diese Studie führte die Krankenversicherung in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durch.

Deutlicher Anstieg während der Corona-Pandemie

Der Auswertung zufolge erhöhte sich der tägliche Konsum zehn- bis 17-jähriger Kinder von November 2020 bis Mai 2021 um 45 Prozent.

Als Intensiv-Nutzer gelten gemäß den Initiatoren der Studie die Teenager, die wöchentlich je Tag mindestens fünf Stunden oder länger die Streaming-Services nutzen.

Deren Anteil erhöhte sich im untersuchten Zeitraum um 180 Prozent auf einen Anteil von insgesamt 14 Prozent. Als Streaming wird das Anschauen von Videos im Internet bezeichnet.
Bei der erstmaligen Auswertung rund ums Thema Medienkonsum wurden deutschlandweit insgesamt 1.200 Kinder und Jugendliche befragt.

Deutlicher Anstieg während der Corona Pandemie
Der Auswertung zufolge erhöhte sich der tägliche Konsum zehn- bis 17-jähriger Kinder von November 2020 bis Mai 2021 um 45 Prozent – Bild: © Vittaya_25 #331766785 – stock.adobe.com

Nur wenige Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen

Gemäß DAK-Studie bestätigten fast 90 Prozent der Probanden im Mai 2021, während der vergangenen sechs Monate die Streaming-Plattformen mindestens einmal wöchentlich genutzt zu haben. Der Auswertung zufolge nutzte die knappe Hälfte der Befragten die Portale sogar täglich. Die durchschnittliche Nutzungszeit beläuft sich wöchentlich auf knapp drei, an Wochenenden sogar auf fast vier Stunden.
Differenzen zwischen beiden Geschlechtern sind marginal. Jungen streamten die Medienformate im Schnitt 175 Minuten, Mädchen hingegen 171 Minuten.

Nur wenige Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen
Nur wenige Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen – Bild: © Alena Ozerova #250078027 – stock.adobe.com

Eine „flächendeckende Aufklärung“

Dieser Anteil überschreitet gemäß der Studie auch die Zeit, die zehn- bis 17-jährige in die Nutzung von sozialen Netzwerken oder Computerspielen investieren. Eine tägliche Nutzung von Computerspielen bestätigen 39 Prozent, während 59 Prozent aller Befragten täglich soziale Medien nutzen.

In Anbetracht dieser Entwicklung hält Burkhard Blienert als Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen eine „flächendeckende Aufklärung“ für notwendig.

Seiner Aussage zufolge zeigt der Vergleich mit früheren Erhebungen auf, dass sich die Mediennutzung in Zeiten der Corona-Pandemie drastisch erhöht hat. Dennoch geht Blienert davon aus, dass sich Mediennutzung zwar auf einem hohen Niveau ansiedeln, jedoch nicht dauerhaft so rasant ansteigen wird.

Bequem und beliebt

Blienert bewertet Mediensucht als behandlungsbedürftige Krankheit, für die es in Deutschland aktuell noch zu wenige Beratungsstellen gibt. Streaming ist ein relativ neues Phänomen, das auch aus Gründen der Bequemlichkeit für junge Menschen besonders beliebt ist.
Deshalb ist es in seinen Augen sinnvoll, bereits existente Aufklärungs- sowie Präventionsprogramme um das Thema Streaming-Angebote zu erweitern.