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Nachhaltig streuen: Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz

Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz
Nachhaltig streuen: Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz - Bild: © M.Dörr & M.Frommherz #175452054 stock.adobe.com

Damit bei Schneefall keine Unfälle auf Straßen oder Gehwegen passieren, greifen viele Grundstücksbesitzer und öffentliche Räumdienste zu Streusalz.
Gemäß Informationen des BUND Naturschutz in Bayern e. V. werden jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Tonnen Streusalz auf den Wegen und Straßen Deutschlands verteilt. Dieser hohe Anteil geht an der Natur nicht spurlos vorüber.

Effekte von Streusalz auf gefrorene Wege

Auf den ersten Blick birgt Streusalz zahlreiche Vorteile.

Einmal auf dem Boden verteilt, senkt die Substanz den Gefrierpunkt von Wasser.

Einer Eisbildung wird entgegengewirkt. Eis schmilzt binnen kurzer Zeit. Zumeist dauert es nicht lange, bis Wege und Straßen wieder begehbar sind. Allerdings schadet das Streusalz der Umwelt. Einerseits leiden Pflanzen unter dem Streusalz. Andererseits versickert das Streusalz in der Erde und setzt sich über Jahre hinweg im Boden fest.
Dadurch entsteht in der Erde ein übermäßig hoher Salzgehalt, aufgrund dem Pflanzen Nährstoffe oder Wasser schwerer aufnehmen können. Sie leiden an Krankheiten und Mangelversorgung, die wiederum ein früheres Absterben verursacht.

Effekte von Streusalz auf gefrorene Wege
Effekte von Streusalz auf gefrorene Wege – Bild: © RioPatuca Images #177449832 stock.adobe.com

Gesundheitliche Risiken für Tiere

Allerdings stellt das Salz zur Straßenreinigung nicht nur eine Gefahr für Pflanzen dar. Tieren schadet das aggressive Streumittel ebenfalls. Setzt sich das Salz in Hundepfoten fest, erhöht sich das Infektionsrisiko. Lecken die Tiere ihre Pfoten ab, gelingt das Streusalz in den tierischen Magen. Es drohen Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Schlimmstenfalls führt eine Aufnahme des Streusalzes bei den Vierbeinern sogar zum Tod. Zum Teil enthält Streusalz Ethylenglycol. Diese geruchlose Substanz hat einen süßlichen Geschmack und verleitet Hunde deshalb dazu, das Salz aufzulecken. Vergiftungen mit dem Mittel können schwere Nierenschäden verursachen, das schlimmstenfalls sogar tödlich endet.

Salz zur Straßenreinigung
Allerdings stellt das Salz zur Straßenreinigung nicht nur eine Gefahr für Pflanzen dar – Bild: © elmar gubisch #243744949 stock.adobe.com

Schneeschieben als schützende Maßnahme

Wer deshalb unerwünschte Rutschpartien vermeiden und dennoch die Umwelt schonen möchte, sollte nach Schneefall so schnell wie möglich Schneeschieben. In dem Fall ist kein Streusalz erforderlich, um alle freigeräumten Wege rutschfest zu machen.

Zahlreiche Kommunen in Deutschland gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie verbieten den Einsatz von Streusalz und fordern Bußgelder.

Auszeichnungen für nachhaltige Produkte

An Alternativen für Streusalz mangelt es nicht. Besonders gut sind Produkte mit dem Blauen Engel geeignet. Diese Auszeichnung ist ein Umweltzeichen der Bundesregierung und kennzeichnet umweltfreundliche Produkte. Gute Optionen sind Sand oder Kalkstein, die das Eis zwar nicht schmelzen lassen.

Weil die Substanzen die Griffigkeit auf dem Boden erhöhen, wirken beide Materialien einem Ausrutschen entgegen.
Beim Aufbringen von Sand oder Kalksteingranulat ist es sinnvoll, den Schnee zuerst mit einem Schneeschieber zu beseitigen. Im nächsten Schritt verteilen Sie das Material großzügig auf dem Boden. Neigt sich der Winter dem Ende, können Sie die Substanzen zusammenkehren und bei Bedarf erneut nutzen.

Sand als Alternativen für Streusalz
An Alternativen für Streusalz mangelt es nicht – Bild: © Martina #407272431 stock.adobe.com

Rutschhemmung durch Lavagranulat

Abstumpfendes Lavagranulat verursacht ebenfalls einen rutschhemmenden Effekt. Weil Lavagranulat frostbeständig ist, löst sich dieser Wirkstoff nicht auf.

Die poröse Struktur von Lavagranulat ist ebenfalls dafür geeignet, um Schmelzwasser aufzunehmen.

Im Gegenzug erleiden angrenzende Pflanzen keinen Schaden.

Besonderheiten von Splitt und Hobelspänen

Splitt ist ebenfalls wirkungsvoll, um Rutschpartien auf Gehwegen zu vermeiden. Allerdings muss Splitt zwingend mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sein, da die Streumittel andernfalls zum Teil giftige Substanzen enthalten. Zudem lässt die Ökobilanz von Splitt zu wünschen übrig, da dessen Entsorgung und Herstellung mit relativ hohen Kosten verbunden ist.
Übrigens ist es Irrglaube anzunehmen, dass Hobelspäne als Rutsch-Schutz gegen Schnee geeignet sind. Hobelspäne nehmen lediglich Feuchtigkeit auf, die jedoch bei Kälte wieder gefriert. Dadurch sind mit den Spänen gesäumte Wege und Straßen sogar noch rutschiger als zuvor. Hobelspäne erhöhen die Risiken deshalb eher, als diese zu minimieren.