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Viele Weltenbummler zieht es in die Berge

Viele Weltenbummler zieht es in die Berge
Viele Weltenbummler zieht es in die Berge

Aktuelle Umfragen haben ergeben, dass die meisten Deutschen ihren Urlaub in diesem Jahr in ihrer Heimat verbringen. Kanzlerin Angela Merkel geht mit gutem Beispiel voran und erklärte unlängst, ebenfalls innerhalb Deutschlands zu verreisen. Dieser Trend setzt sich auch in Deutschlands Nachbarländern fort, in denen die Alpen zu Hause sind. So ist ein Großteil aller Schweizer, Österreicher und Italiener in diesem Jahr ebenfalls in heimischen Gefilden unterwegs. Von dieser Tendenz profitieren Bade- und Bergregionen zugleich.

Das Allgäu steht bei Weltenbummlern hoch im Kurs

Wie Bernhard Joachim als Geschäftsführer der Allgäu Tourismus GmbH bestätigt, sind Ferienunterkünfte in der Urlaubsregion Allgäu bereits seit Juni recht gut ausgebucht. Zugleich erhöhte sich der Anteil an Tagesausflüglern, da viele Einheimische ihren Urlaub in diesem Jahr mit Exkursen verbringen.

Doch es gibt auch eine Schattenseite dieser Entwicklung. Beispielsweise ist der Anteil an Wildcampern besonders hoch.

Buchungsrückgänge für die Hotellerie in Großstädten

Tausende an Menschen sind durch die Ausbreitung des Coronavirus verunsichert. Deshalb fällt die Wahl zumeist auf naturnahen Urlaub. Das bedeutet, dass die Hotellerie in vielen Großstädten in diesem Jahr deutliche Buchungsrückgänge in Kauf nehmen muss. Im Gegensatz dazu sind Hotels in den Bergregionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Südtirol gut besucht.

Deutsche verreisen zwar nicht mehr ganz so häufig ins angrenzende Ausland wie in anderen Jahren. Da Italiener, Österreicher und Schweizer ebenfalls vermehrt ihre Heimatländer erkunden, ist die Buchungssituation in den meisten Tourismusgebieten sehr gut.

Hotels in den Bergregionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Südtirol gut besucht
Hotels in den Bergregionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Südtirol gut besucht

Stabile und gute Buchungszahlen in Südtirol

Christina Demetz als Sprecherin des Gröden Tourismus in Südtirol betont deshalb, mit dem bisherigen Verlauf der aktuellen Sommersaison “recht zufrieden” zu sein. Zwar begann die eigentliche Sommersaison erst Ende Juni. Doch seitdem ist die Buchungszahl stabil und gut.

Beispielsweise sind Ferienwohnungen und Hotels aus dem Dolomitental zur diesjährigen Hauptsaison um 80 Prozent ausgelastet.

Bei Gästen aus Deutschland und anderen europäischen Regionen gibt es zwar einen Rückgang von ungefähr 50 Prozent. Allerdings wird dieser Rückgang durch Gäste aus Italien kompensiert, die vermehrt in die Region reisen. Für die nachfolgenden Monate wurden noch nicht allzu viele Buchungen vorgenommen. Allerdings ist diese Tatsache dem Umstand geschuldet, dass die aktuell bestehende Unsicherheit kurzfristige Buchungen nach sich zieht. Vom sogenannten Overtourism in Berggebieten ist dennoch aktuell keine Rede.

Hoher Andrang an Österreichs Badeseen

In Österreich treffen aktuell mehrere Welten aufeinander. Von den bekannten von Bergen eingebetteten Seenlandschaften fühlen sich aktuell besonders viele Urlauber magisch angezogen. Reiseexperten aus Österreich gehen sogar noch einen Schritt weiter. Ihrer Meinung nach haben Urlauber erkannt, dass ein Badeurlaub in Österreich tatsächlich eine gute Alternative zum klassischen Badeurlaub am Meer sei.

Doch noch höher sind die Buchungszahlen in bekannten Bergregionen. So werden in dem Urlaubsgebiet um den Wilden Kaiser in diesem Jahr ungefähr 80 bis 90 Prozent der Übernachtungen aus dem Vorjahressommer erreicht. Die Schweiz als Gastgeberland profitiert ebenfalls von einer unerwartet hohen Nachfrage. Aussagen des Tourismusverbands Graubünden zufolge sind die Buchungen in der Region nicht nur so hoch wie im letztjährigen Rekordsommer. In einigen Reisezielen liegen die Buchungszahlen sogar noch deutlich darüber.

Schweizer machen Urlaub im Heimatland
Zahlreiche Schweizer verbringen ihre Urlaubszeit in diesem Jahr ebenfalls in ihrem Heimatland

Schweizer machen Urlaub im eigenen Land

Eine bessere Bettenbelegung wurde unter anderem für Gebirgsregionen wie Saas-Fee im Wallis, Aletsch oder das Berner Oberland verzeichnet. Für diese Entwicklung gibt es ebenfalls eine einfache Erklärung.

Zahlreiche Schweizer verbringen ihre Urlaubszeit in diesem Jahr schließlich ebenfalls in ihrem Heimatland.

Diese Entwicklung ist insbesondere auf das hohe Sicherheitsbedürfnis der Schweizer zurückzuführen. Durch zahlreiche Freizeitangebote wie Wanderungen oder E-Bike- und Mountainbikemöglichkeiten wird diese Vielfalt noch gesteigert. Einerseits erfreuen sich kleine Wanderdörfer aus Gebieten wie dem Unterengadin großer Beliebtheit. Andererseits ziehen Ortschaften wie Lenzerheide oder Davos Mountainbiker magisch an.

Zwar wählen viele Deutsche und Niederländer die Schweiz in diesem Jahr ebenfalls als favorisiertes Reiseziel aus. Doch im Vergleich zum Vorjahr geht deren Anteil zurück. Zudem macht sich auch auf Schweizer Terrain steigendes Interesse an Wildcamping und Aufenthalten auf Campingplätzen bemerkbar.