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Verzicht auf Alkohol und die Wirkung auf den Körper

Verzicht auf Alkohol und die Wirkung auf den Körper
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In der Gesellschaft hat Alkohol einen festen Platz, egal, ob in geselliger Runde oder als Feierabendbier. Bereits ein Monat ohne Alkohol wirkt sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.

Alkoholkonsum in Deutschland

Deutschland gilt als Hochkonsumnation, wenn es um Alkohol geht.

Laut dem letzten deutschen Alkoholatlas, der 2022 herausgebracht wurde, liegt der jährliche Durchschnittsverbrauch pro Kopf bei 10,6 Litern reinen Alkohols.

Das entspricht ca. 75 Litern Wein oder 200 Litern Bier.

Alkoholkonsum in Deutschland
Deutschland gilt als Hochkonsumnation, wenn es um Alkohol geht – Foto: © Mikolette Moller/peopleimages.com #499053828 – stock.adobe.com

Positive Auswirkungen des Alkoholverzichts

Reingard Herbst, Chefärztin der Nescure Privatklinik am See, spricht davon, dass Alkoholverzicht immer sinnvoll ist. Den meisten Menschen geht es besser, wenn sie einen Monat lang auf Alkohol verzichten. Auch eine Studie der Universität von Sussex mit 800 Teilnehmern zeigte diese Ergebnisse.

Von den Befragten waren 93 Prozent stolz darauf, dass sie durchgehalten haben. Für 88 Prozent war es wichtig, dass sie Geld gespart haben. Von einem besseren Schlaf berichteten 71 Prozent der Teilnehmer. Einen Gewichtsverlust konnten 59 Prozent verzeichnen. Die Krankenkassen wiesen ebenfalls auf die positiven Effekte hin.

Positive Auswirkungen des Alkoholverzichts
Den meisten Menschen geht es besser, wenn sie einen Monat lang auf Alkohol verzichten – Foto: © Brian Jackson #223197658 – stock.adobe.com

Wirkung von Alkoholverzicht auf den Körper

Die positive Wirkung von Alkoholverzicht auf den Körper wird umso stärker, je länger der Verzicht andauert. Bereits nach ein paar Tagen erholen sich die Schleimhäute von Magen und Darm, sodass Übelkeit und Essunlust abnehmen.

Nach ein bis zwei Wochen verbessern sich die Schlafqualität und die Konzentration. Die Leber kann sich erholen, da eingelagerte Fette abgebaut werden. Das Immunsystem stärkt sich wieder. Innerhalb der ersten beiden Wochen des Verzichts fühlen sich viele Menschen wacher und schärfen ihren Blick auf Probleme, die vorher unter dem Alkoholkonsum verborgen waren.

Nach einem Monat ohne Alkohol sinkt der Blutdruck. Stress wird reduziert. Das Bewusstsein für Alkoholgenuss wird geschärft. Das Hautbild verbessert sich. Da die Leber entlastet wird, kommt es zu einem Energieschub. Körperliche Aktivitäten fallen leichter. Menschen, die über längere Zeit auf Alkohol verzichten, werden wieder sportlich aktiv oder nehmen bisher vernachlässigte Hobbys wieder auf.

Nach drei Wochen Verzicht kommt es zu einem allgemein besseren Körpergefühl. Durch das Erfolgserlebnis Abstinenz steigt das Selbstbewusstsein. Libido und Potenz werden stärker.

Wer es schafft, ein ganzes Jahr lang auf Alkohol zu verzichten, kann von einem guten Schlaf, mehr Leistungsfähigkeit und Energie profitieren. Der Fettstoffwechsel verbessert sich. Es kommt zu einer signifikanten Erholung der Leber.

Alkoholverzicht und die Auswirkungen auf den Kopf

Oft merken Menschen erst bei einem Alkoholverzicht über mehrere Tage oder Wochen, wie häufig sie vorher Alkohol getrunken haben. Wer es nicht schafft, mindestens einen Monat lang zu verzichten, könnte bereits unter einem Konsumzwang leiden.

Mitunter ist Alkoholkonsum eine Strategie zur Regulierung von Gefühlen. Wer regelmäßig Alkohol als Ritual genießt, wie ein Feierabendbier, kann leichter abschalten. Die Probleme rücken kurzzeitig in den Hintergrund.

Eine solche Art der Selbstfürsorge kann auf Dauer psychisch und körperlich zum Problem werden.

Ist der Wunsch, Alkohol zu konsumieren, stark, kann das bereits auf eine Sucht hindeuten. Damit es sich um eine Sucht handelt, müssen mindestens drei von insgesamt sechs Kriterien erfüllt sein:

  • starker Wunsch, Alkohol zu trinken
  • eingeschränkte Kontrollfähigkeit bei Menge, Beginn und Ende des Konsums
  • körperliche Entzugserscheinungen wie Zittern oder Schwitzen
  • Entwicklung einer Toleranz, die mit der Erhöhung der Dosis verbunden ist
  • zunehmende Vernachlässigung der Interessen zugunsten des Alkoholkonsums
  • trotz nachweisbarer körperlicher Folgen weiterhin anhaltender Alkoholkonsum

Auch dann, wenn noch keine Anzeichen einer Sucht vorliegen, lohnt es sich, den Alkoholkonsum kritisch zu betrachten. Dabei sollte der Blick auf Vor- und Nachteile des Alkoholkonsums gerichtet werden. Suchtberatungsstellen können dabei helfen.

Kritischer Blick auf das Trinkverhalten

Alkohol ist ein Gift für die Zellen. Es ist daher grundsätzlich immer sinnvoll, weniger davon zu trinken oder über längere Zeit zu verzichten. Menschen, die über längere Zeit nicht trinken, können gut erkennen, ob sie bereits Suchttendenzen entwickelt haben.

Für diejenigen, die regelmäßig und viel Alkohol trinken, kann ein Verzicht zu Beginn auch mit unangenehmen Folgen verbunden sein. Es kann zu Einschlafproblemen kommen. In Gesellschaft von Menschen, die trinken, fühlen sie sich gerade zu Beginn der Abstinenz unwohl.

Gelegenheitstrinker können von einem Verzicht über mehrere Wochen nur profitieren. Neben einem vollen Monat ohne Alkohol sind weitere Abstinenzphasen im Alltag, beispielsweise einzelne Wochen ohne Alkohol, hilfreich.