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Was man über Wein wissen sollte

Wein Wissen
Was man über Weine wissen sollte

Die Faszination des Weins zieht sich über Jahrtausende hinweg. Seit Anbeginn der Menschheit spielt Wein eine signifikante Rolle in unserem Leben. „Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.“ (Johann Wolfgang von Goethe) oder „Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse.“ (Salvador Dalí) sind nur zwei von vielen Zitaten und Überlegungen über den Rebensaft.

Gerade letzteres fasst ein Stück der Komplexität des Weines auf. Komplex deswegen, weil dieses Thema sich mit Geschichte, Geologie, Landwirtschaft, Kultur, Genetik und anderen Bereichen vermischt. Ganze Studiengänge setzen sich sogar mit Wein auseinander. Wie können wir also mehr darüber in Erfahrung bringen, ohne uns im Detail zu verlieren? Nicht immer muss aus allem eine Wissenschaft gemacht werden. Hier sind ein paar Basics, die man über Wein wissen sollte.

Wein besteht aus Trauben

Wein wird in den meisten Fällen aus Trauben hergestellt. Gemeint sind dabei nicht die herkömmlichen Weintrauben aus dem Supermarkt, denn diese sind kleiner, süßer, haben eine dicke Schale und enthalten Samen. Tatsächlich gibt es über 1300 Weintraubensorten, die in der kommerziellen Produktion verwendet werden, aber nur etwa 100 dieser Sorten machen 75% der weltweiten Weinberge aus.

Heutzutage ist die Cabernet Sauvignon die am meisten gepflanzte Weintraube der Welt.

Wein ist ein alkoholisches Getränk, welches aus dem fermentierten Traubensaft hergestellt wird. Technisch gesehen kann jedoch jede Frucht für Wein verwendet werden. Werden aber Trauben benutzt und keine Äpfel, Pflaumen, Preiselbeeren oder Ähnliches, dann steht auf dem Etikett ausschließlich „Wein“.

Die Herstellung im Detail

Weißwein

Die Trauben werden per Hand oder maschinell von ihren Stielen befreit. Beim zerdrücken entsteht ein dickflüssiges Gemisch (Maische) aus Saft, Schale, Kernen und Fruchtfleisch, welches nach einigen Stunden Ruhezeit gepresst wird. Das Ergebnis ist der sogenannte Most. Dieser wird geschwefelt, damit er nicht verdirbt und in Gärbehälter abgefüllt.

Weinpresse mit Maische
Beim zerdrücken der Trauben entsteht ein dickflüssiges Gemisch (Maische) aus Saft, Schale, Kernen und Fruchtfleisch, welches nach einigen Stunden Ruhezeit gepresst wird

Der Gärprozess kann beginnen, wenn spezielle Hefekulturen zugegeben werden. Dabei wird Zucker in Alkohol umgewandelt. Nachdem die Gärung vollzogen ist, werden Wein und Hefe voneinander getrennt.

Rotwein

Der Herstellungsprozess von Rotwein ist im Grunde dem des Weißweines sehr ähnlich. Der einzige Unterschied besteht in der Reihenfolge der Arbeitsschritte. Im Gegensatz zur Weißweinherstellung wird beim Rotwein die Maische vergoren und nicht der Most. Die Haut der Traube gibt dem Rotwein dabei seine rote Färbung. Der Rotwein wird dann erst nach dem Gärungsprozess gepresst und im Anschluss gelagert.

Weinproduktion - Herstellung im Detail
Weinproduktion – Herstellung im Detail

Roséwein

Die Herstellung von Roséwein ist sozusagen eine Mischung aus den Prozessen des Weiß- und Rotweins. Benutzt werden dafür die Trauben des Rotweins, aber die Arbeitsschritte des Weißweins. Zudem wird die Maische etwas länger stehen gelassen, damit der Farbstoff der Traubenschale zur typischen Rosafärbung beitragen kann.

Wie setzt sich der Preis von Wein zusammen

Es gibt verschiedene Faktoren, die den Preis von Wein beeinflussen. Die produzierte Menge, der Ernteertrag, die Art der Lese und Renommee des Weinguts zählen zu diesen Komponenten.

Premiumweine zum Beispiel werden lediglich in kleinen Mengen hergestellt.

Durch die benötigte Zeit und Arbeit sind sie also teurer als manch andere Weinsorten. Ob ein Wein jedoch teuer ist oder nicht liegt wohl im Auge des Betrachters. Meiner Meinung nach sollten für einen guten Wein mindestens 5 Euro investiert werden.

Weinkühlschrank
Ein Weinkühlschrank ist die einfachste Möglichkeit, damit ein Wein über längere Zeit gut erhalten bleibt

Weinkühlschrank oder Keller?

Manchmal kommt es vor, dass Wein für längere Zeit aufbewahrt werden soll. Vielleicht warten Sie auf den nächsten Geburtstag oder einen anderen passenden Anlass. Die einfachste Möglichkeit, damit ein Wein über längere Zeit gut erhalten bleibt, ist, ein Weinkühlschrank. Dieser nimmt jedoch sehr viel Platz ein und ist zudem sehr kostenintensiv. Anstatt einen Weinkühlschrank zu kaufen, können Sie Ihren Wein auch an einem kühlen Ort zu Hause lagern. Ein Keller ist zum Beispiel gut geeignet, denn dort ist es in der Regel dunkel genug und auch etwas feucht. Die optimale Luftfeuchtigkeit zur Lagerung von Wein beträgt zwischen 60 und 80 Prozent.

Auch die Temperatur spielt bei der Lagerung eine große Rolle. Sie sollten darauf achten, dass diese recht konstant bleibt und keinen großen Schwankungen unterliegt. Perfekt wären 10 bis 15 Grad.

Wein in Deutschland:

  • Hierzulande wird der Wein in vier Qualitätsstufen unterteilt:
    Landwein, Q.b.A. (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete),
    QmP (Qualiätswein mit Prädikat – z.B. Spätlese, Auslese, Kabinett) und Tafelwein.
    Inzwischen etablieren sich neben diesen gesetzlichen Qualitätsstufen auch neue Typenbezeichnungen.
  • Es gibt in Deutschland 13 Weinanbaugebiete.
  • Müller-Thurgau, Silvaner und Riesling zählen zu den wichtigsten deutschen weißen Rebsorten; Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder zu den wichtigsten roten Reben.

Lustige Weinfakten

Wein wird in nahezu jedem Land der Welt hergestellt und weltweit gibt es 10.000 Rebsorten. Während europäische Weine nach ihrer geografischen Lage benannt werden, haben außereuropäische Weine ihre Namen von den unterschiedlichen Rebsorten. Kommt Wein mit Luft in Kontakt, kann er schnell verderben. Hat man intensive Angst vor Wein oder hasst dieses Getränk sogar, wird das als „Önophobie“ bezeichnet. Die dunkelgrüne Weinflasche war eine englische Erfindung, zuvor wurde der Wein in Ziegenfellbeuteln aufbewahrt. Die Deutschen erfanden dafür Eiswein oder Wein, der aus gefrorenen Trauben hergestellt wird.