Sport und Gesundheit

Brazilian Jiu-Jitsu – Übersicht über die Kampfsportart

Brazilian Jiu-Jitsu
Brazilian Jiu-Jitsu - Übersicht über die Kampfsportart

Das Konzept von Brazilian Jiu Jitsu sieht eine große Besonderheit vor. Das Konzept der Kampfsportart ist so angelegt, dass während des Kampfes auch kleinere, schwächere Menschen eine Chance haben. Deshalb erfreut sich der Kampfsport ebenfalls bei Frauen großer Beliebtheit.

Das Ziel von Brazilian Jiu Jitsu

Das Ziel von Brazilian Jiu-Jitsu besteht darin, die Kampfsportart so ökonomisch wie möglich auszuführen. Bei dieser Sportart werden all die Techniken umgangen, die von Kraft und Schnelligkeit abhängen. Deshalb wird das sogenannte BJJ ebenfalls als “Schach auf der Matte” bezeichnet. Neben einem positiven Effekt zur Steigerung der Fitness ist die Sportart ebenfalls zur Selbstverteidigung geeignet.

Ziel von Brazilian Jiu-Jitsu
Das Ziel von Brazilian Jiu-Jitsu besteht darin, die Kampfsportart so ökonomisch wie möglich auszuführen

Eine Kampfsportart auf dem Boden

Das Erfolgsrezept von Brazilian Jiu-Jitsu besteht in Hebeltechniken und Hebeln, die bereits am Boden liegende Kämpfer ausüben. Für die meisten Kampfsportarten gilt, dass Kämpfe entschieden sind, sobald ein Kämpfer am Boden liegt.

Beim Brazilian Jiu-Jitsu geht der Kampf erst richtig los, wenn die Kämpfer am Boden ihre Fähigkeiten und Techniken entfalten können.

Deshalb verfolgt jeder BJJ-Kämpfer das Ziel, den Gegner so schnell wie möglich auf den Boden zu bringen. Hierfür bedienen sich Sportler der Techniken vom Ringen und Judo. Kämpfer springen ihre Gegner sogar an. Zudem setzen sich die Kämpfer auf den Boden oder ziehen ihren Gegnern die Beine weg. Mit diesen Techniken spielen Sportler beim Brazilian Jiu-Jitsu ihre Überlegenheit aus. Mithilfe von Würgetechniken und Hebelgriffen sollen die Gegner unter Kontrolle gehalten werden.

Viele Zweikämpfe beim Brazilian Jiu-Jitsu

Weil das Training überwiegend aus Zweikämpfen besteht, werden für die Ausübung der Sportart keine Formen gelaufen oder auf Sandsäcke geschlagen. Während des Trainings werden neu erlernte Kampftechniken erprobt und sofort auf ihre Kampftauglichkeit hin getestet.

Neben Wettkämpfen im Training gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, um sich mit anderen Sportlern zu duellieren. Auf nationaler sowie internationaler Ebene finden zahlreiche Turniere und Meisterschaften statt. Eine Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist für alle Sportler natürlich freiwillig. Diese Wettkämpfe sind darauf ausgelegt, dass sich Kämpfer mit gleicher Gürtelfarbe sowie gleicher Gewichtsklasse duellieren. Bei dieser Sportart werden den Sportlern die Gürtel nach dem Erfolg verliehen, auf die Kämpfer in Meisterschaften und Wettkämpfen verweisen können. Ein Sieg ist errungen, wenn einer der beiden Sportler den Kampf aufgibt. Erfolgt keine Aufgabe, ist alternativ ein Sieg nach Punkten möglich.

Viele Zweikämpfe beim Brazilian Jiu-Jitsu
Weil das Training überwiegend aus Zweikämpfen besteht, werden für die Ausübung der Sportart keine Formen gelaufen oder auf Sandsäcke geschlagen

Welche Kleidung tragen Sportler beim Brazilian Jiu-Jitsu?

Beim Brazilian Jiu-Jitsu kämpfen Sportler überwiegend im Gi. Dieser traditionelle Anzug ist in etwa mit einem Judoanzug vergleichbar. Andere Trainingseinheiten finden ohne Gi statt. Diese Trainingseinheiten sind überwiegend als Vorbereitung auf Selbstverteidigung sowie MMA-Kämpfe gedacht. In beiden Situationen tragen die Sportler keinen reißfesten und stabilen Gi. Schließlich würden Angreifer im Falle einer Selbstverteidigung ebenfalls nur Straßenbekleidung wie ein T-Shirt oder Hemd tragen.

Im sogenannten MMA-Ring treten die Kämpfer zum Teil sogar nur in einer Sporthose und mit freiem Oberkörper gegeneinander an.

Allerdings sind mit dieser Bekleidung nicht alle Techniken möglich, da die Gegner nicht richtig festgehalten werden können.

Selbstverteidung mit BJJ

Von ihren Ursprüngen her ist die Sportart eine Form der Selbstverteidigung. Die eigentliche Grundlage ist Jiu Jitsu als waffenlose Selbstverteidigungs-Methode der Samurai. Zahlreiche Brazilian Jiu-Jitsu-Kämpfer sind sogar davon überzeugt, dass diese Kampfsport die effektivste Form der Selbstverteidigung weltweit ist.

Durch stetiges Training erhalten Sportler bei kleinen Wettkämpfen kostbare Praxis, die im Bedarfsfall abgerufen werden kann. Zwischen Techniken für die reale Nutzung sowie im Training gibt es nur wenige Unterschiede. Deshalb müssen Sportler auch nur wenig Rücksicht auf ihre Gegner nehmen. Zugleich sind die Techniken der Sportart so angelegt, dass körperlich überlegene Gegner stets kontrolliert werden können. Viele Situationen der Selbstverteidigung werden auf dem Boden beendet. Doch ein erfahrener BJJ-Kämpfer beweist auf dem Boden erst richtig seine Stärke. Diese Anforderung ist auch für größte Schläger eine Herausforderung. Schließlich liegen die Gegner ohne Kraft auf dem Boden.

Anfänge des Brazilian Jiu-Jitsu

Die Anfänge des Brazilian Jiu Jitsu gehen auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, als die Gebrüder Helio und Carlos Gracie die japanische Kampfkunst-Sportart Kodokan Judo in Brasilien erlernten. Im Gegenzug konzipierte der Japaner Jigoro Kano eine neue Kampfsportart, die wiederum auf Jiu Jitsu als Methode der waffenlosen Selbstverteidigung der Samurai zurückging.

Der Japaner rief daraufhin eine neue Kampfsportschule ins Leben, bei welcher der neue Kampfsport unter der Bezeichnung “Kano Jiu Jitsu” praktiziert wurde.

Dieser Kampfsport wurde als Judo bezeichnet. Aufgrund seiner kleinen schmächtigen Statur fiel es Helio Gracie besonders schwer, sich in Kämpfen durchzusetzen. Immer wieder hatte Gracie Nachteile, da ihm seine meisten Gegner körperlich überlegen waren. Deshalb erarbeitete der Kampfsportler Techniken heraus, bei denen körperliche Überlegenheit nur eine untergeordnete Rolle spielte. Diese konzipierten Techniken waren so effektvoll, dass sich diese bald als eigener Stil durchsetzten. Somit wurde die Geburtsstunde des Gracie Jiu Jitsu eingeleitet.