Wirtschaft

Gartenbedarf wird knapp

Gartenbedarf
Gartenbedarf wird knapp

Seit Beginn der Corona-Krise ist Gärtnern in Deutschland noch beliebter, als es eh schon ist. Die Vorliebe für die Freizeitbeschäftigung führt dazu, dass Waren wie Gartenzwerge, Rindenmulch oder Pflanzen langsam knapp werden. Ein weiterer Treiber dieser Engpässe sind höhere Preise.

Gärtnern als beliebte Freizeitbeschäftigung

In Zeiten der Corona-Pandemie verbringen viele Deutsche immer mehr Zeit auf ihrem eigenen Balkon oder im Garten.

Schließlich sind Reisen in dieser Krisenzeit so gut wie unmöglich.

Menschen haben wesentlich mehr Zeit, sich Hobbys wie dem Gärtnern zu widmen. Im Gegenzug steigt der Heimgärtnerbedarf. Menschen verschönern sich ihren Aufenthalt in den eigenen vier Wänden, indem sie sich ihre eigene grüne Oase anlegen. Weitere Komponenten wie Homeoffice und Kurzarbeit verstärken diesen Prozess, da Millionen an Menschen durch diese Maßnahmen schlichtweg mehr Zeit haben. Dadurch verwandelt sich der eigene Garten in einen Urlaubsort.

Gärtnern als beliebte Freizeitbeschäftigung
Gärtnern als beliebte Freizeitbeschäftigung

Engpässe aufgrund der erhöhten Nachfrage

Diese Entwicklung bestätigt Gartencenter-Betreiber Olaf Beier, der zugleich im Vorstand des Bundesverbands der Einzelhandelsgärtner tätig ist. Seiner Aussage zufolge ist die Nachfrage so groß, dass Engpässe entstehen. In vielen Regionen waren Frühjahrspflanzen schon an Ostern ausverkauft. Normalerweise stehen solche frostfreien Pflanzen wie Hornveilchen oder Stiefmütterchen noch bis Ende April in den Läden bereit.

Wer jetzt bunte Pflanzen im eigenen Garten anpflanzen möchte, sucht zum Teil vergeblich nach den Gewächsen. Sobald die frostigen Tage enden, wird sich vermutlich auch die Nachfrage nach Sommerblumen erhöhen.

Probleme beim Frachtverkehr

Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass anderweitiger Gartenbedarf ebenfalls knapp wird und sich die Preise erhöhen könnten. Schon jetzt stellt sich heraus, dass die Preise für Blumenerde und Rindenmulch um vier Prozent angestiegen sind. Diese Preisentwicklung hängt neben der erhöhten Nachfrage auch von teurer gewordenen Rohstoffen ab. Allerdings ist davon auszugehen, dass Händler die Preise nicht direkt an die Kunden weitergeben.

Die Engpässe und Preiserhöhungen wirken sich allerdings nicht nur auf Pflanzen sowie Pflanzenbedarf aus.

Zudem zeichnet sich die Entwicklung ebenfalls für Erzeugnisse für den heimischen Garten wie Dekorationsprodukte ab. Zusätzlich zur hohen Nachfrage beeinflusst der globale Frachtverkehr die Preisentwicklung massiv. Indem der Frachtverkehr aufgrund der Corona-Pandemie unter Druck steht, haben sich im Gegenzug ebenfalls die Containerpreise erhöht. Einerseits wurden aufgrund der Pandemie Schiffe langsamer abgefertigt, da weniger Personal an den Häfen tätig ist. Andererseits erhöhten Länder wie Vietnam oder China aufgrund erhöhter Nachfrage nach Waren die Herstellung.

Probleme beim Frachtverkehr
Probleme beim Frachtverkehr

Andere wirtschaftliche Verhältnisse in Ostasien

Die Wirtschaft Ostasiens erholt sich seit Beginn der Krise wesentlich schneller als in Europa. Diese Entwicklung führt dazu, dass zahlreiche Container an Standorten feststecken, an denen diese überhaupt nicht benötigt werden.
Dieser Mangel an Containern führt wiederum dazu, dass einige Container unter erhöhtem Kostenaufwand nach Asien zurückgeschickt wurden. Diese Lage spitzte sich durch die Havarie des Containerschiffs „Ever Given“ zusätzlich zu.

Dem Handel drohen massive Verlustgeschäfte

Aufgrund der fehlenden Container erreichen die Preise aktuell neue Höchststände.

Werden aktuell überhaupt noch neue Frachtaufträge angenommen, liegen hierfür berechnete Raten derzeit bei bis zu 400 Prozent über dem üblichen Fachpreis.

Für Lieferanten von Bau- und Gartenmarkterzeugnissen ergebe sich durch diese Konstellation ein massives Verlustgeschäft, wodurch sich Preisanpassungen auf Dauer nicht vermeiden lassen.
Aktuell ist allerdings noch fraglich, in welcher Höhe Händler die erhöhten Kosten auch an die Kundschaft weitergeben. Doch es ist davon auszugehen, dass sich Preise für Blumentöpfe, Gartenzwerge & Co. deutlich erhöhen werden.