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Was tun bei Rissen an der Fassade oder Innenwand?

Rissen an der Fassade
Was tun bei Rissen an der Fassade oder Innenwand?

Tauchen an einem neuen Haus Risse auf, liegt der Verdacht auf Baupfusch nahe. Die Risse jagen Wohnungs- oder Hausbesitzern Sorgenfalten aufs Gesicht. Allerdings sind die meisten vermeintlichen Schäden harmlos.
Zumeist genügen einfache Maßnahmen, um die Risse auszubessern.

Zumeist ein optisches Problem

Kleine am Putz auftretende Risse sind in erster Linie ein optisches Problem. Vergrößern sich die Spalten jedoch, sollten Betroffene genauer hinschauen.

Insbesondere in Wohnungen kommen besonders häufig oberflächliche Risse in Ecken vor, die durch Bewegungen von Bauteilen entstehen.

Diese Risse sind eigentlich nicht problematisch, da sie die Statik nicht beeinflussen und einfach mit einer Acrylfuge geschlossen werden können.

Am Putz auftretende Risse
Kleine am Putz auftretende Risse sind in erster Linie ein optisches Problem – Bild: © stgrafix#166685439 stock.adobe.com

Dünne Haarrisse sind zumeist ungefährlich

Einer Faustregel zufolge gelten Haarrisse dann als ungefährlich, falls ihre Breite ein Maximum von 0,2 Millimetern nicht übersteigt. In Neubauten lassen sich die Haarrisse nur schwer vermeiden, da verbaute Materialien noch arbeiten, der Putz trocknet oder sich das Haus setzt. Aus Sand- sowie Kiesböden errichtete Neuböden setzen sich bereits nach wenigen Monaten.

Bei Immobilien auf Ton- und Lehmböden dauert dieser Prozess hingegen mehrere Jahre an. In dieser Zeit sinkt der Bau um mehrere Millimeter ab. Das Wasser wird zunehmend aus dem Boden gepresst. Ist in einem Bereich jedoch noch hartes Gestein eingeschlossen, gibt der Untergrund ungleichmäßig nach. In diesem Fall genügt bereits eine geringe Schiefstellung, um im gesamten Haus kleine Risse zu verursachen.

Dünne Haarrisse sind zumeist ungefährlich
Dünne Haarrisse sind zumeist ungefährlich – Bild: © Robert Schneider#444705509 stock.adobe.com

Viele Risse sind nicht besorgniserregend

Nach Aussagen von Experten ist es jedoch unproblematisch, wenn sich ein Bau gleichmäßig um 10 bis 15 Millimeter absenkt. Auch längere Zeit nach Fertigstellung des Baus bilden sich möglicherweise Risse heraus, falls die Neubauten tiefer als nahegelegene Altbauten gegründet sind.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Rissen – putzbedingte sowie putzgrundbedingte Risse.

Weil putzgrundbedingte Risse mit der tragenden Konstruktion in Verbindung stehen, sind hierfür in erster Linie Verformungen oder problematische Fundamente verantwortlich. Die Unterstützung durch einen Fachmann ist erforderlich, falls die entstandenen Risse breiter als 0,2 Millimeter sind. Ein häufiges Problem sind sogenannte Schrumpf- oder Schwindrisse, die durch Putzarbeiten in praller Sonne entstehen. Trocknet der Putz aufgrund der Bedingungen zu schnell, zieht sich dieser zusammen und reißt. Zudem bilden sich netzförmige Risse heraus, wenn sich unter dem Putz befindliches Baumaterial zusätzlich zusammenzieht.
Deshalb empfiehlt es sich vor allem bei einer Nutzung von Betonbauten, vor dem Verputzen noch einige Wochen abzuwarten.

Spannungen als häufige Ursache

Ein weiterer möglicher Grund für auftretende Risse sind Spannungen, die zwischen den Bauteilen entstehen. Eine häufige Ursache für diese Bau-Probleme sind unsachgemäße Umbauten. Oftmals sind nichttragende Innenwände an der Problematik beteiligt, die zwar keine durch Decken verursachte Lasten abfangen, dennoch Teile der Gewichte tragen.
Weil diese Innenwände jedoch nicht berechnet werden, entstehen Risse relativ schnell. Dieses Problem kann eingedämmt werden, indem Bauexperten die Innenwände mit Schaumstoff oder einem elastischen Band von dem tragenden Mauerwerk entkoppeln.

Spannungen zwischen den Bauteilen
Ein weiterer möglicher Grund für auftretende Risse sind Spannungen, die zwischen den Bauteilen entstehen – Bild: © Marc Bode#251530594 stock.adobe.com

Risse über längere Zeit beobachten

Auf der Suche nach der Ursache bewährt es sich, die Risse über längere Zeit zu beobachten. Eine beliebte Option sind Gipsmarken, die anzeigen, wie sich die Risse entwickeln. Nur in Ausnahmefällen sind Außenputzrisse ein Indiz für eine gefährdete Standfestigkeit der Bauten.

Während ein statischer Riss einfach saniert werden kann, ist eine Behebung dynamischer Risse im Putzuntergrund wesentlich schwieriger.

Diese Risse bilden sich beispielsweise durch stetige Erschütterungen heraus, beispielsweise in der Nähe von Bahnschienen oder stark befahrenen Straßen.

Schutz vor Eindringen von Feuchtigkeit

Damit keine Feuchtigkeit in die Häuser und Wohnungen eindringt, müssen beschädigte Außenfassaden auch bei kleineren Rissen saniert werden. Insbesondere im Winter bei gefrorenem Wasser ist das Risiko hoch, dass der Putz aufplatzt. Bei kleineren Haarrissen genügt es, einfach über diese Bereiche zu spachteln.

Für stärkere Risse lohnt es sich oftmals, sich an einen Großhandel für Fassadenprodukte zu wenden. In dem Fall ist es sinnvoll, die Risse anfangs per Spachtel auszuweiten, anschließend zu grundieren und dann mit einer Putzschicht zu bearbeiten.
Im nächsten Schritt ist es wichtig, Malervlies oder Gewebe darauf zu legen, um dadurch den Putz zu überbrücken. Dann werden die Wände und Fassaden noch einmal mit Putz verspachtelt, der am Ende glatt geschliffen wird.

Fassade spachteln
Bei kleineren Haarrissen genügt es, einfach über diese Bereiche zu spachteln – Bild: © M.Dörr & M.Frommherz#249501748 stock.adobe.com

Unterschiede zwischen horizontalen und vertikalen Rissen

Generell gilt: Bei einem in der Innenwand auftretenden Riss können Bauexperten die entstandenen Risse richtig beurteilen. Hierbei stellt sich die Frage, ob sich die Risse in einer tragenden Wand befinden, wie viele Risse vorhanden und wie groß diese sind.

Grundsätzlich sind horizontal verlaufende Risse gefährlicher als vertikal auftretende Schäden.

Schließlich entstehen horizontale Risse zumeist durch Fundamentprobleme. Ähnliche Empfehlungen gelten für in der Fassade auftretende Risse. Deshalb ist es im Zweifelsfall besonders wichtig, die richtige Ursache herauszufinden. Wallproducts können den Menschen dabei helfen.

Fugen als Sollbruchstelle einplanen

Um einer Rissbildung von Anfang an entgegenzuwirken, sollten Bauexperten eine Fuge als Sollbruchstelle einplanen.
Baugrundachten informieren über die Bodenbeschaffenheit und geben frühzeitig über etwaige durch den Boden verursachte Probleme Aufschluss.


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