Wirtschaft

Mehr Umweltschutz durch steigende Digitalisierung

Mehr Umweltschutz durch steigende Digitalisierung
Mehr Umweltschutz durch steigende Digitalisierung

Das Jahr 2020 steht im Zeichen der Corona-Krise. Geschäftsmodelle verändern sich zusehends. Diese Entwicklung und die zunehmende Konzentration auf die Digitalisierung wirkt sich auf die Umwelt aus. Durch zunehmendes Home Office und immer mehr Videokonferenzen hat sich der Personenverkehr deutlich reduziert. Demgegenüber hat sich das Datenvolumen hingegen massiv erhöht. Damit die hohe Nachfrage nach dem Datenvolumen in naher Zukunft nicht zu einem wesentlich höheren Energieverbrauch führt, müssen Effizienzmaßnahmen eingeführt werden.

Nähere Betrachtungen in einer Studie

Ob weniger Verkehr oder gesteigertes Interesse an Angeboten aus der Region. Die Corona-Krise hat das Konsum- und Bewegungsverhalten der Deutschen maßgeblich beeinflusst. Diese Anpassungen wirken sich spürbar auf die Umwelt aus – in positiver und negativer Hinsicht.

Damit verbundene Effekte nahmen die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY sowie das Wuppertal Institut in ihrer Studie “Zwischenbilanz Covid-19: Umweltpolitik und Digitalisierung” genauer unter die Lupe. Die Studienresultate wurden mittlerweile vorgestellt.

Deutliche Einflüsse auf den Personenverkehr

Aus dieser Studie geht beispielsweise hervor, dass sich der Personenverkehr aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen deutlich reduziert hat. Insbesondere zum Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland wurden digitale Medien wie Onlineshopping oder Videokonferenzen wesentlich häufiger genutzt.

Zeitweise arbeiteten 25 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Homeoffice (Ist Homeoffice die Zukunft?). Aufenthalte am Arbeitsplatz gingen um bis zu 45 Prozent zurück.

Erhöht sich die Bedeutung von Videokonferenzen dauerhaft?

Im Rahmen einer Befragung betonte außerdem ein Drittel aller Probanden, davon auszugehen, dass zahlreiche interne und externe Meetings auch zukünftig durch Videokonferenzen ersetzt werden. Ein knappes Drittel aller Befragten erwartet ebenfalls, in Zukunft weniger berufliche Reisen zu unternehmen. Vor diesem Hintergrund gehen die Studienautoren davon aus, dass sich der komplette Personenverkehr um bis zu acht Prozent minimiert.

Im Gegenzug ist es jedoch notwendig, die virtuelle Arbeitswelt sowie Homeoffice zu unterstützen. Diese Maßnahmen wären beispielsweise durch eine steuerliche Förderung von Heimarbeitsplätzen möglich.

Meetings werden auch zukünftig durch Videokonferenzen ersetzt
Im Rahmen einer Befragung betonte außerdem ein Drittel aller Probanden, davon auszugehen, dass zahlreiche interne und externe Meetings auch zukünftig durch Videokonferenzen ersetzt werden

Länder sollten ortsflexibles Arbeiten unterstützen

Diesbezüglich gab Bitkom-Präsident Achim Berg zu verstehen, dass sich an der großen Bedeutung des Klimawandels auch in der Corona-Krise nichts geändert habe. Der Klimawandelt ist und bleibt eine der größten Herausforderungen, für welche digitale Technologien in der Zukunft eine große Rolle spielen könnten.

Das Homeoffice ist eine gute Lösung, um eine Bildung von Treibhausgasen dauerhaft zu verhindern.

Sind weniger Autos auf den Straßen unterwegs, entsteht in Städten weniger Lärm. Zugleich profitieren Einwohner von besseren Luftverhältnissen. Unternehmen werden deshalb dazu aufgefordert, Homeoffice für geeignete Arbeitsbereiche zu etablieren und nach der Corona-Krise als Standard einzuführen.

Anforderungen an Politiker

Zur Durchsetzung dieser Maßnahme sind Politiker dazu aufgefordert, alle notwendigen Hürden zu beseitigen, um einen flächendeckenden Einsatz derartiger digitaler Anwendungen zu ermöglichen. Dabei ist von einem modernisierten Arbeitsrecht die Rede, die zur Verbesserung eines orts- und zeitflexiblen Arbeitens beitragen.

Digitalisierungsschub für die Verwaltungsbranche

Diese digitalen Lösungen sollen zukünftig auch dort zum Einsatz kommen, wo es an zunehmender Digitalisierung in vergangener Zeit mangelte. Ein Beispiel ist unter anderem die öffentliche Verwaltung. In der öffentlichen Verwaltung herrscht deutschlandweit dringender Nachholbedarf.

Umso wichtiger ist es, dass aktuelle Konjunkturpakete diesen Schwerpunkt berücksichtigen. Ob im Bildungs- oder Gesundheitssektor – in vielen Bereichen ist ein massiver Digitalisierungsschub dringend notwendig.

Folgen von Verlagerungen von Tagungen

Werden Tagungen und Konferenzen zunehmend virtuell durchgeführt, könnte sich unser CO2-Fußabdruck durch wegfallende Anreisen um den Faktor 20 reduzieren. Diese Zahlen beziehen sich auf konkrete Events wie die jährlich stattfindende Konferenz der International Society for Professional Innovation Management, anhand welcher das Szenario virtuell durcherprobt wurde. Allein bei dieser einzigen virtuellen Konferenz könnten bis zu 95 Prozent der andernfalls für die Veranstaltung anfallenden CO2-Emissionen eingespart werden.

Da sich der persönliche Austausch durch virtuelle Versammlungen allerdings in Grenzen hält, könnte eine Zwischenlösung erschaffen werden. Vorstellbar ist ein Wechselspiel aus virtuellen und physischen Konferenzen.

Auswirkungen auf das Reiseverhalten bei Geschäftsreisen

Wird die Ausbreitung der Corona-Pandemie das Reiseverhalten von Geschäftsleuten auch langfristig beeinflussen? Mit dieser Frage beschäftigen sich einige Wissenschaftler bereits seit 2019. Bei Untersuchungen stellte sich heraus, dass eine Video-Kommunikation bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie für viele Geschäftsleute nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Doch seit März 2020 nutzten immer mehr Unternehmen die virtuellen Möglichkeiten für die interne Kommunikation und Events.

Seitdem wurden erneut Untersuchungen und Interviews mit Betroffenen durchgeführt. Diese Umfrageergebnisse lassen darauf schließen, dass sich das Reiseverhalten im Job vermutlich nachhaltig verändern wird.

Erhöhter Datenverkehr durch Corona-Beschränkungen

Doch während sich der Personenverkehr schrittweise minimierte, erhöhte sich im Gegenzug das genutzte Datenvolumen. Hauptfaktoren wie Streaming und Videokonferenzen führten dazu, dass sich das durchschnittliche Datenvolumen seit Auftreten der Corona-Pandemie seitdem um ungefähr zehn Prozent erhöhte. Laut Aussagen der Studienautoren muss sich der Energieverbrauch durch das steigende Datenvolumen jedoch nicht zwangsweise erhöhen.

Eine mögliche Option ist ein Einsatz von Effizienzmaßnahmen, darunter eine erhöhte Abwärmenutzung, intelligente Auslastungssteuerung oder energieeffiziente Software. Zugleich sei es ebenso wichtig, die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Online-Transaktionen auf dem Vormarsch

Außerdem ergaben die Untersuchungen rund um die Folgen der Corona-Pandemie, dass sich das Interesse an Online-Transaktionen um bis zu 60 Prozent erhöht hat. Die eigentlichen Gewinner dieser Entwicklung sind insbesondere größere Anbieter. Im Gegenzug ist das Interesse an regionalen Erzeugnissen deutlich gestiegen. All diese Daten zeigen auf, dass Verhaltensänderungen nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich sind. Wurden digitale Lösungen zum Homeoffice bislang eher zögerlich verwendet, sind diese Optionen nun deutlich auf dem Vormarsch.

Deshalb ist davon auszugehen, dass Emissionen für Mobilität zukünftig stark eingeschränkt werden können. Allerdings steigt der Bedarf an digitaler Infrastruktur deutlich an. Um das Interesse an regionalen Produkten noch einmal zusätzlich zu erhöhen, könnte lokaler Einzelhandel zukünftig in umfassendere Onlineangebote integriert werden. Den Möglichkeiten sind somit nur wenige Grenzen gesetzt.