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Urlaub mal anders – Reisen in Corona-Zeiten

Urlaub mal anders - Reisen in Corona-Zeiten
Urlaub mal anders - Reisen in Corona-Zeiten

Reisen in Corona-Zeiten. In diesem Jahr ist nichts, wie es eigentlich ist. Die Sorge um die Corona-Pandemie stellt den Alltag der Menschen weltweit auf den Kopf. Deshalb verwundert es nicht, dass die Reiselust der Deutschen auch deutlich geschmälert ist. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind etwa 60 Prozent aller Deutschen in diesem Jahr überhaupt nicht verreist.

Die Anzahl an Buchungen erhöhte sich zwar in jüngster Vergangenheit wieder. Allerdings trüben neue Reisewarnungen die Reiselust deutlich.

Nur wenige Deutsche planen für 2020 eine Fernreise

In “normalen Zeiten” frönen Deutsche über das gesamte Jahr hinweg ihrer Reiselust. Vom Wochenendausflug nach Paris bis hin zum Sommerurlaub auf den Kanaren – ein Urlaub reiht sich an den nächsten.

Die Corona-Pandemie jagt Hotelbetreibern, Fluglinien und Reiseveranstaltern jedoch vermehrt Sorgenfalten aufs Gesicht.

Mittlerweile belegen konkrete Zahlen, dass sich im Jahr 2020 nur die wenigsten Deutschen für eine Fernreise entschieden haben.

Etwa zwei Drittel aller Deutschen verreisen in diesem Jahr nicht

Eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar bestätigte, dass insgesamt 57 Prozent aller Deutschen in diesem Jahr überhaupt nicht verreist sind. Diese Studie wurde im Auftrag des Wohnungskonzerns Vonovia durchgeführt und gibt Aufschluss über die Entwicklung der Urlauberzahlen. Im direkten Vergleich stellt sich beispielsweise heraus, dass 2018 nur ein knappes Drittel aller Deutschen seinen Urlaub zu Hause verbrachte.

Rund 41 Prozent aller Probanden entscheiden sich 2020 für eine Urlaubsreise. Zwei Jahre zuvor war dieser Wert somit um 20 Prozent höher.

Immer mehr Reisewarnungen stehen auf der Tagesordnung

Der Kieler Psychologe Andreas Matuschek geht jedoch davon aus, dass dieser Reiseeinbruch nicht dauerhaft bestehen bleibt. Abhängig vom Verlauf der Pandemie werden die Deutschen seiner Meinung nach schon bald wieder den ersten Schritt in Richtung Normalität wagen. Nichtsdestotrotz ist das Jahr 2020 für reisefreudige Menschen eine Zäsur. Im Juni und Juli nahmen Deutsche zwar wieder wesentlich mehr Auslandreisen als in den Monaten zuvor vor.

Doch es dauerte nicht lange, bis die Tourismusindustrie einen weiteren Tiefschlag verdauen musste. Aktuell spricht das Auswärtige Amt immer häufiger Reisewarnungen aus, die zuletzt für spanische Regionen wie das Baskenland, Madrid oder die Balearen galten.

Reisewarnung auf Mallorca
Auf Mallorca herrscht deshalb aktuell Alarmbereitschaft

Alarmbereitschaft auf den Balearen

Auf Mallorca herrscht deshalb aktuell Alarmbereitschaft. Die Balearen sind eine Inselgruppe, deren Wirtschaft größtenteils vom Tourismus abhängt.

Bereits im Vorfeld wurde Ende Juli in Großbritannien eine Quarantänepflicht angeordnet, die sich auf Rückkehrer aus Spanien bezog.

Daraufhin folgten drastische Buchungsrückgänge. Meldungen wie diese veranlassen immer mehr Deutsche dazu, ihren Urlaub zu Hause zu verbringen. Im direkten Vergleich lassen sich dennoch insbesondere Ostdeutsche nicht so schnell von der Pandemie stoppen. Ungefähr 55 Prozent aller Urlauber aus den neuen Bundesländern treten im Sommer dennoch eine Auslandsreise an.

Existenzängste unter deutschen Hotelbetreibern

Reisewütige aus Westdeutschland entscheiden sich der Umfrage zufolge nur in 40 Prozent aller Fälle für einen Auslandsaufenthalt. Über Gründe der höheren Reiselust der Ostdeutschen kann nur spekuliert werden. Doch möglicherweise ist dieser Trend auf die geringeren Infektionszahlen im ostdeutschen Raum zurückzuführen.

Die Hotellerie sieht in den zunehmend heimischen Buchungen einen kleinen Hoffnungsschimmer. Wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bestätigt, bangen rund 60 Prozent aller Ferienunterkünfte um ihre Existenz. Seit Juni steigt die Auslastung in Hotels aus Deutschland wiederum leicht an. Deshalb verwundert es nicht, dass vor allem die Urlaubsdomizile in beliebten Regionen wie dem südlichen Bayern oder an der Ostsee wiederum ausgebucht sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass der während der Corona-Krise entstandene Verlust dadurch kompensiert werden kann.