Sport und Gesundheit

Schmerzen durch die falsche Gangart vermeiden

Schmerzen durch die falsche Gangart vermeiden
Schmerzen durch die falsche Gangart vermeiden - Foto: © Shisu_ka #1544738777 - stock.adobe.com

Viele Menschen gehen falsch, was der Gesundheit schaden und Rücken- sowie Knieschmerzen verursachen kann. Auch Knieschmerzen können die Folge sein. Jeder Mensch hat seine eigene Gangart. Es gibt daher keine Forschungsergebnisse oder allgemeinen Empfehlungen dafür, welcher Gang richtig ist.

Warum ist die richtige Gehweise so wichtig?

Die Gehweise eines Menschen hängt von individuellen körperlichen Voraussetzungen, von den Gegebenheiten im Alltag und von den Lebensgewohnheiten ab. Viele Menschen widmen ihrem Gang nur wenig Aufmerksamkeit.
Eine falsche Gangart kann Studien zufolge zu dauerhaften Beschwerden wie Rücken- und Knieschmerzen führen. Es kann auch zu Problemen mit den Füßen kommen. Mit einem bewussten Gehstil lassen sich diese Risiken minimieren.

Vom individuellen Gangbild hängt es ab, wie das Gewicht über die Füße und Beine verteilt wird.

Auch die Muskeln arbeiten beim Gehen auf unterschiedliche Weise zusammen. Eine Fehlbelastung der Füße kann zu Schonhaltungen führen. Hüften, Knie und Rücken können dadurch schmerzen.

Wichtig ist insbesondere die letzte Gangphase, bei der die Belastung von der äußeren auf die innere Muskelkette verlagert wird. Fußgelenk, Knie, Hüften und Rücken sind in den Bewegungsablauf integriert. Wenn diese Phase vernachlässigt wird, kann die ungleichmäßige Belastung langfristig Schmerzen und Blockaden verursachen.

Die Schuhe können zu Fehlbelastungen beitragen. Die Aktivität des großen Zehs kann durch Schuhe mit hohen Absätzen und spitz zulaufendem Vorfuß eingeschränkt werden. Ein nach innen gedrückter großer Zeh reduziert die Fußrolle beim Gehen. Mit einer Schonhaltung wird die muskuläre Aktivität im Fuß weiterhin vermindert.

Schmerzen durch falsche Gangart
Eine falsche Gangart kann Studien zufolge zu dauerhaften Beschwerden wie Rücken- und Knieschmerzen führen – Foto: © Liubomir #1553140370 – stock.adobe.com

Die richtige Haltung

Der Gang sollte aus orthopädischer Sicht aufrecht sein. Die Bewegung sollte aus dem Hüftgelenk kommen. Für richtiges Gehen kommt es auf die richtige Haltung und Körperspannung an. Jeder kann aktiv zur richtigen Haltung beitragen.

Für einen aufrechten Gang sollte das Becken zum Boden absinken und der Kopf zum Himmel zeigen. So entsteht eine stabile Mitte. Sie hilft auch bei einem Hohlkreuz. Der Oberkörper sollte beim Gehen nicht zu weit nach vorn geneigt werden.
Die Arme sollten beim Gehen frei mitschwingen. Die Handinnenseiten zeigen dabei zum Körper.

Handtaschen sollten beim richtigen Gehen vermieden werden, da sie oft zu voll sind. Das kann zu Rückenschmerzen führen. Gesünder für den Rücken ist ein Rucksack, da das Gewicht gleichmäßiger auf Rücken und Schultern verteilt wird.

Die richtige Haltung beim Gehen
Der Gang sollte aus orthopädischer Sicht aufrecht sein – Foto: © Robert Kneschke #345351744 – stock.adobe.com

Schrittlänge und Aufsetztechnik

Beim richtigen Gehen kommt es auch auf die Schrittlänge und die Aufsetztechnik an, um Schmerzen zu vermeiden. Die Schritte sollten nicht zu lang sein. Bei zu großen Schritten wird das Knie gestreckt. Der Schritt wird nicht genug abgefedert. Dadurch wird das Knie belastet. Die Erschütterung kann bis in die Wirbelsäule spürbar sein.

Bei der Aufsetztechnik kommt es auf Abwechslung an.

Abwechselnd sollten die Frese und der vordere Bereich des Fußes aufgesetzt werden. Dabei wird sanft abgerollt. Die Arme schwingen leicht mit. Aufgetreten wird sanft und nicht zu heftig. Helfen können die richtigen Schuhe, die über eine weiche, federnde Sohle verfügen sollten.

Eine gesunde Gangart antrainieren

Wer zu einer gesünderen Gangart wechseln möchte, sollte sich bewusst auf das Gehen konzentrieren. Instabilität lässt sich durch konzentriertes Gehen vermeiden. Dabei sollte der Blick geradeaus und nicht auf die Füße gerichtet werden.
Es dauert einige Wochen, bis die neue Gangart verinnerlicht ist. Es kommt darauf an, dranzubleiben, um Gelenkschmerzen, Verspannungen und Rückenproblemen vorzubeugen. Das Gangbild kann durch das Tragen von Barfußschuhen oder Barfußlaufen im Sand oder auf anderem weichem Untergrund verbessert werden.

Ein Physiotherapeut kann helfen, das richtige Gangbild zu entwickeln. Er hilft, eine gute Körperhaltung zu trainieren. Dafür zeigt er geeignete Übungen. Der Physiotherapeut kann individuelle Schwächen mit den richtigen Übungen gezielt ausgleichen.