
Der Harz als deutsches Mittelgebirge bietet viele schöne Möglichkeiten zum Wandern und für Reisen in die Natur. Einige Wanderwege sind auch für Ungeübte und für Familien mit Kindern geeignet, andere erfordern hingegen eine gute Kondition und sind nur für erfahrene Wanderer zu empfehlen. Wanderungen führen vorbei an imposanten Felsen, märchenhaften Schlössern, durch tiefe Wälder und mystische Moore. Mit etwas Glück können Naturbegeisterte seltene Pflanzen entdecken oder Tiere beobachten.
Liebesbankweg als romantischer Rundwanderweg
Der Liebesbankweg ist ein romantischer Rundwanderweg und einer der schönsten Wanderwege im Harz. Wanderer sollten etwa 2,5 Stunden für diesen ungefähr sieben Kilometer langen Weg einplanen.
Seinen Namen hat dieser Wanderweg, da sich dort 25 individuell gestaltete Holzbänke befinden, die dem Liebesleben gewidmet sind.
Der zertifizierte Premium-Wanderweg eignet sich auch für Wanderer mit mittlerer Kondition. Ungefähr 144 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Der Weg startet in Hahnenklee bei Goslar im Oberharz und führt rund um den Bocksberg, der einen fabelhaften Ausblick bietet.

Mausefalle und Verlobungsinsel zwischen Goslar und Bad Harzburg
Zwischen Goslar und Bad Harzburg im Naturpark Harz, im kleinsten Königreich der Welt, Romkerhalle, startet und endet dieser Rundwandererweg, der an der Felsformation Mausefalle und der Verlobungsinsel vorbeiführt. Der höchste künstlich angelegte Wasserfall im Harz ist der Romkerhaller Wasserfall.
Wanderer treffen noch auf weitere Felsformationen wie die Hexenküche, die Marienwand, die Teufelsklippen und die Kästeklippen. Für den knapp zehn Kilometer langen Rundweg mit einer Höhendifferenz von 476 Metern sollten Wanderer ungefähr vier Stunden einplanen. Der Weg verlangt eine gute Kondition und ist nur für erfahrene Wanderer zu empfehlen.

Aufstieg zum Brocken
Wer auf den höchsten Gipfel Norddeutschlands, den 1.142 Meter hohen Brocken, wandern möchte, benötigt eine gute Kondition. Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Aufstieg.
Wer nicht so lange wandern möchte oder weniger gut konditioniert ist, kann auch ein Stück mit der historischen Brockenbahn fahren.
Die Wanderung auf den Brocken kann vom Oberharzer Torfhausmoor durch die unberührte Natur starten. Eine eitere Möglichkeit ist die Wanderung vorbei an der historischen Grenzmarkierung Dreieckiger Pfahl.
Der Aufstieg auf den Brocken belohnt mit weiten Ausblicken. Die Landschaft wirkt fast mystisch. Auf dem Brocken können Wanderer das Brockenhaus als Museum besuchen.
Gipfelwanderweg als anspruchsvolle Route
Der Gipfelwanderweg ist anspruchsvoll und erfordert eine gute Kondition. Wanderer können gleich drei Gipfel mit einer Höhe von mehr als 900 Metern bewältigen, denn der Weg führt über den Wurmberg, die Achtermannshöhe und den Bruchberg.
Wanderer gelangen durch dichte Wälder und abwechslungsreiche Landschaften. Immer wieder entschädigen beeindruckende Aussichtspunkte für den anstrengenden Weg. Der Wanderweg beginnt mit dem 482 Meter hohen Ettersberg und führt über den 698 Meter hohen Scharfenstein. Insgesamt sieben Harzgipfel sind zu erklimmen.
Zumeist wird auf schmalen Wander- und Bergpfaden wie dem Hirten- oder Eselsstieg und der Heidentreppe gewandert. Die frühere innerdeutsche Grenze wird mehrmals überschritten.
Wanderer können in Bad Harzburg oder Altenau starten. Der Wanderweg ist insgesamt 42 Kilometer lang und daher für eine zweitägige Wanderung zu empfehlen. Wer die Tour an einem Tag wandern möchte, muss ungefähr 2.000 Höhenmeter am Stück bewältigen.
Tageswanderer können aber auch eine kürzere Route wandern und die Wanderung am Goetheweg abkürzen. Abkürzungen sind auch in Torfhaus, Oderbrück oder Königskrug möglich. Ein Bus der Linie 820 fährt zurück nach Bad Harzburg.

Wanderung durch das Ilsetal
Wer durch das wildromantische Ilsetal wandern möchte, kann am Nationalparkhaus am Rande der Gemeinde Ilsenburg starten. Der Wanderweg ist ungefähr 13 Kilometer lang, aber mit etwas mehr als 300 Höhenmetern moderat. Wanderer sollten drei bis vier Stunden einplanen.
Die Wanderung führt durch Waldstücke, vorbei an Felswänden und Wasserfällen.
Das Ziel kann die Plessenburg sein. Auch bei einer mittelmäßigen Kondition ist diese Wanderung zu empfehlen.
Wanderung zum Bodekessel
Die Wanderung zum Bodekessel startet in Thale mit einem serpentinenreichen Aufstieg zum Hexentanzplatz. Das Ziel ist der Bodekessel, ein kleiner, lautstarker Wasserfall. Nicht weit davon entfernt ist die Teufelsbrücke als imposante Felsgruppierung.
Für diesen Wanderweg sollten Wanderer etwas mehr als fünf Stunden einplanen. Auf dem 16,3 Kilometer langen Weg sind ungefähr 320 Höhenmeter zu bewältigen.

Leichte Wanderung auf dem Rundwanderweg Lonau
Der Rundwanderweg Lonau ist gut für Familien mit Kindern geeignet und ungefähr neun Kilometer lang. Er erfordert keine besondere Kondition, da keine nennenswerten Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Die Wanderung dauert zwei bis drei Stunden.
Die Wanderung führt um die Nationalparkgemeinde Lonau und startet am Lonauer Dorfgemeinschaftshaus.
Sie führt über die Harzer Bergwiesen, die mit einer wunderschönen Blütenpracht verzaubern, und durch Buchenwälder. Auf dem Weg befindet sich ein Auerhuhn-Schaugehege.
Harzer Hexenstieg als Fernwanderweg
Der Harzer Hexenstieg ist ein Fernwanderweg, der auf einer Länge von ungefähr 97 Kilometern von Osterode nach Thale führt. Er ist für eine mehrtägige Wanderung geeignet. Empfohlen werden fünf Tage, da der Weg in fünf Abschnitte unterteilt ist. Etwa 1.600 Höhenmeter sind insgesamt zu bewältigen.
Der erste Abschnitt beginnt in Osterode und führt auf den Marienblick mit einem atemberaubenden Blick in das Lerbachtal. Vom Bärenbrucher Teich geht es nach Buntenbock.
Von Buntenbock führt der zweite Abschnitt am UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft vorbei. Teiche, unterirdische Wasserläufe und Kanäle befinden sich auf dem Weg, der über Altenau in den Nationalpark Harz führt.
Der dritte Abschnitt startet am Torfhaus und führt auf den Brocken. Von dort geht es nach Drei Annen Hohne. Eine alternative Strecke ermöglicht die Umgehung des Brockens und eine Fahrt mit der Kabinenbahn auf den Wurmberg.
Für den vierten Abschnitt können Wanderer die Südvariante ab Drei Annen Hohne wählen und mehr über die Holzkohlebereitung erfahren. Am Ende ist ein Besuch in einem Köhlereimuseum möglich. Wer die Nordvariante wählt, gelangt von Drei Annen Hohne zu den Tropfsteinhöhlen in Rübeland und zur Rappbode-Staumauer. Die beiden Varianten führen nach Altenbrak.
Von Altenbrak durch das Bodetal hin zum Hexentanzplatz in Thale führt der letzte Abschnitt der Wandertour.





