LifestyleNatur

Natürliche Öle für den Alltag: Von Schwarzkümmelöl bis Leinöl

Natürliche Öle für den Alltag
Natürliche Öle für den Alltag: Von Schwarzkümmelöl bis Leinöl - Foto: © alex9500 #130635244 - stock.adobe.com

Natürliche Öle finden im Alltag vielfältige Verwendung in der Küche und verleihen Speisen eine besondere Geschmacksnote. Da es sich um pflanzliche Fette handelt, sind die Öle wertvoll für die Gesundheit.
Aromatische Öle sind Geschmacksträger und eine Bereicherung für die Ernährung. Verschiedene Öle eignen sich auch für die äußere Anwendung zur Körperpflege.

Vorteile von natürlichen Ölen für die Gesundheit

Natürliche Öle enthalten überwiegend pflanzliche Fette und können aufgrund ihrer Zusammensetzung einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten. Sie sind laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) den tierischen Fetten vorzuziehen.

Genau wie tierische Fette enthalten auch Pflanzenöle Kalorien, doch sind die wertvollen Inhaltsstoffe für die Gesundheit nicht zu vergessen.

Pflanzenöle sind reich an Vitamin E, das vor freien Radikalen schützt und dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Wichtige Inhaltsstoffe sind die essenziellen Fettsäuren, die für eine optimale Nährstoffzufuhr notwendig sind. Dabei handelt es sich um mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die dazu beitragen können, den Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Vorteile von natürlichen Ölen für die Gesundheit
Natürliche Öle enthalten überwiegend pflanzliche Fette und können aufgrund ihrer Zusammensetzung einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten – Foto: © alex9500 #130256688 – stock.adobe.com

Unterschiede bei der Verarbeitung der Öle

Die Öle unterscheiden sich in ihrer Verarbeitung. Kaltgepresste Öle sind unbehandelt und werden auch als native Öle bezeichnet. Raffinierte Öle sind behandelt und haben eine geringere Qualität als die nativen Öle. Bei der Raffination fällt mehr Öl als bei der Kaltpressung an.

Bei der Kaltpressung werden Kerne, Früchte oder Samen mechanisch gepresst. Diese Öle sind naturbelassen und reicher an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Sie haben einen intensiveren Geschmack als die raffinierten Öle und eignen sich daher für die Zubereitung kalter Speisen. Native Öle sind nicht hoch erhitzbar.

Anders als native Öle sind raffinierte Öle höher erhitzbar und eignen sich daher zum Braten. Bei der Herstellung werden diese Öle gereinigt. Dabei gehen Geschmacksstoffe, aber auch Vitamine und andere wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Bei den nachfolgend vorgestellten Ölen handelt es sich um native Öle.

Unterschiede bei der Verarbeitung der Öle
Unterschiede bei der Verarbeitung der Öle – Foto: © vkara #58615448 – stock.adobe.com

Schwarzkümmelöl als traditionelles Naturheilmittel

Schwarzkümmelöl ist ein natives Öl, das aus den Samen der Schwarzkümmelpflanze gewonnen wird und seit Jahrtausenden für die Behandlung zahlreicher gesundheitlicher Beschwerden verwendet wird. Es wurde im alten Ägypten als Gold der Pharaonen bezeichnet.

Die Schwarzkümmelpflanze ist nicht mit Kümmel oder Kreuzkümmel verwandt.

Das Öl wirkt antibakteriell und ist reich an Vitaminen, Spurenelementen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Es wird nicht für die Zubereitung von Speisen, sondern als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Dem Öl werden unter anderem positive Wirkungen auf Verdauungsbeschwerden, Allergiesymptome und den Blutdruck zugeschrieben. Diese Effekte sind jedoch wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt.

Walnussöl mit intensiv nussigem Geschmack

Walnussöl wird aus reifen und teilweise gerösteten Walnusskernen gewonnen und hat daher einen intensiv nussigen Geschmack. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren, die sich positiv auf den Fettstoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System auswirken. Die enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können sich positiv auf den Cholesterinspiegel, das Immunsystem und die Durchblutung auswirken.
Walnussöl hat ein ausgewogenes Verhältnis an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen. An Vitaminen sind insbesondere Vitamin E und Biotin enthalten.

In der Küche eignet sich Walnussöl bei der Zubereitung von Salaten und zum Verfeinern verschiedener Gerichte. Wer unter einer Nussallergie leidet, sollte es jedoch nicht verwenden.

Walnussöl kann auch zur Haut- und Haarpflege genutzt werden. Es eignet sich vor allem für die Pflege trockener Haut und wird direkt auf die noch feuchte Haut aufgetragen. Rissige Haut wird wieder geschmeidig.

Walnussöl mit intensiv nussigem Geschmack
Walnussöl wird aus reifen und teilweise gerösteten Walnusskernen gewonnen und hat daher einen intensiv nussigen Geschmack – Foto: © ArtSys #334824102 – stock.adobe.com

Rapsöl als beliebtes Speiseöl

Kaltgepresstes Rapsöl hat einen leicht nussigen Geschmack und eignet sich für die Zubereitung von Salaten und Marinaden. Als Speiseöl ist Rapsöl jedoch meistens als raffiniertes Öl erhältlich. Rapsöl ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und enthält Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren in einem Verhältnis von etwa 2:1. Die Fettsäuren können gut vom Körper verarbeitet werden.

Kaltgepresstes Rapsöl enthält viel Vitamin E, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien.

Es kann entzündungshemmend wirken, den Blutdruck senken und dem Alterungsprozess entgegenwirken. Natives Rapsöl eignet sich auch gut für die Pflege trockener Haut und wirkt rückfettend.

Hochwertige Pflanzenöle wie Rapsöl spielen zudem eine wichtige Rolle in einer ausgewogenen pflanzenbetonten Ernährung. Mehr dazu in unserem Beitrag: So gesund leben Vegetarier.

Olivenöl als fester Bestandteil der mediterranen Küche

Olivenöl ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken und besteht zu fast 80 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Es hat einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Ölsäuren und ist reich an sekundären Pflanzenstoffen wie antioxidativen Polyphenolen.

Olivenöl wird mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Studien deuten darauf hin, dass es sich positiv auf den Blutdruck auswirken und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen kann. Aufgrund der gesunden Fette soll es das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Olivenöl kann für zahlreiche Gerichte verwendet werden und ist für Salatdressings beliebt. Da es viele natürliche Antioxidantien enthält, ist es höher erhitzbar als andere kaltgepresste Öle.

Für die Hautpflege eignet sich Olivenöl zum Entfernen von Make-up. Es regt die Kollagenproduktion an, beruhigt gereizte Haut und spendet Feuchtigkeit. Auch für die Pflege von strapaziertem Haar ist es geeignet. Wer zu Hautunreinheiten neigt, sollte Olivenöl nicht für die Hautpflege verwenden.

Olivenöl als fester Bestandteil der mediterranen Küche
Olivenöl ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken und besteht zu fast 80 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren – Foto: © weyo #616446684 – stock.adobe.com

Sojaöl für die Küche

Sojaöl wird aus der Sojapflanze gewonnen und ist ziemlich geschmacksneutral. Es schmeckt leicht nach Bohnen. Das Öl ist gut hitzebeständig und eignet sich daher nicht nur für die Zubereitung von Salaten, sondern auch zum Braten. Wer unter einer Allergie gegen Birkenpollen oder Nüsse leidet, sollte Sojaöl nur sparsam verwenden.

Im Handel wird Sojaöl zumeist als raffiniertes Öl angeboten. Es ist jedoch auch als kaltgepresstes Öl erhältlich. Es enthält einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, darunter auch einfach ungesättigte Fettsäuren wie Ölsäure. Das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren liegt bei 7:1. Sojaöl enthält die Vitamine E und K, verschiedene Spurenelemente und das für den Fettstoffwechsel, das Nervensystem und die Gehirnfunktion wichtige Lecithin.

Arganöl als marokkanisches Gold

Arganöl ist ein Multitalent für Küche und Hautpflege und wird aus den Kernen der Nüsse des in Marokko beheimateten Arganbaums gewonnen. Da die Produktion langwierig ist, gehört Arganöl zu den wertvollsten Ölen. Dem Öl werden traditionell positive Wirkungen bei verschiedenen Beschwerden wie Magen-Darm-Erkrankungen, Rheuma oder Neurodermitis zugeschrieben.

Wissenschaftliche Belege hierfür sind jedoch teilweise begrenzt.

In seinem Geschmack erinnert Arganöl an Mandeln. Es kann nur in der kalten Küche verwendet werden. In der Hautpflege eignet es sich insbesondere für reife und trockene Haut. Es verleiht der Haut Elastizität und wirkt beruhigend bei Sonnenbrand.

Leinöl mit entzündungshemmenden Eigenschaften

Leinöl wurde bereits in der Antike zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden genutzt und wird traditionell zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt und häufig im Zusammenhang mit Magen-Darm-Beschwerden genannt.
Das Öl wird aus den reifen Früchten von Flachs gewonnen und hat einen nussigen, leicht bitteren Geschmack. Der Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren eines Erwachsenen wird bereits mit zehn Gramm Leinöl gedeckt. Leinöl eignet sich nur für die kalte Küche und ist hitzeempfindlich.

Neben Speiseölen erfreuen sich auch ätherische Öle großer Beliebtheit, insbesondere in der Aromatherapie und Naturkosmetik.