Handy retten, wenn es ins Wasser gefallen ist

Ein Moment der Unachtsamkeit kann dazu führen, dass das Handy beim Toilettengang, in der Freizeit oder bei der Arbeit ins Wasser fällt. Viele Handybesitzer fürchten, dass sie sich von ihrem Smartphone sowie den darauf befindlichen Daten und Einstellungen verabschieden müssen. Um das zu vermeiden, kommt es auf schnelles Handeln an.
Die wichtigsten Sofortmaßnahmen
Nicht immer ist das Smartphone kaputt, wenn es ins Wasser gefallen ist. Ein Wasserschaden kann durch schnelles Handeln verhindert werden. Gelangt Feuchtigkeit ins Handy, kann das zu Kurzschlüssen führen. Daher zählt jede Sekunde, wenn das Smartphone ins Wasser gefallen ist.
Das Smartphone muss so schnell wie möglich aus dem Wasser genommen werden, damit die Feuchtigkeit nicht weiter eindringen kann.
Auch wenn das Smartphone noch funktioniert, sollte es ausgeschaltet werden, damit die eingedrungene Feuchtigkeit keinen Kurzschluss verursacht.
Hing das Handy zum Laden am Strom und ist es nass geworden, darf es nicht angefasst werden. Der Kippschalter im Sicherungskasten muss umgelegt werden, um den Stromkreis zu unterbrechen. Erst dann kann das Smartphone von der Stromquelle genommen werden.

Die weitere Vorgehensweise
Im nächsten Schritt wird das Handy mit einem nicht fusselnden Tuch vorsichtig abgetrocknet. Dabei kommt es insbesondere auf Lautsprecher, Mikrofon und Anschlüsse an. Wichtig ist, nicht zu reiben, damit die Feuchtigkeit nicht weiter in die empfindliche Technik eindringt.
Jetzt können alle Teile begutachtet werden. Befindet sich ein weißer kalkiger Film auf metallischen Oberflächen, sind diese Teile wahrscheinlich schon korrodiert. Mit einem 90-prozentigen Isopropylalkohol kann dieser Film entfernt werden. Dieser Alkohol wird häufig zum Reinigen und Entfetten, aber auch zur Desinfektion genutzt und ist wasserlöslich.
Die korrodierten Teile werden in Alkohol eingetaucht und dann gründlich abgerieben. Bei der Arbeit mit dem Alkohol müssen Handschuhe und eine Schutzbrille getragen werden. Der Alkohol verdampft ohne Rückstände. Er darf allerdings nicht mit der Kamera oder dem Display des Handys in Berührung kommen.
Mit der Ladebuchse nach unten kann das Handy an einem gut belüfteten Ort 24 bis 48 Stunden lang trocknen.
War der Wasserkontakt stark, sollte das Gerät sogar 72 Stunden lang trocknen. Das Handy sollte dazu möglichst in viele Einzelteile zerlegt werden. Diese Vorgehensweise ist auch sinnvoll, wenn keine Zeit ist, um es mit Alkohol zu reinigen.

Was unbedingt zu vermeiden ist
Noch immer wird oft dazu geraten, das Handy in Reis zu legen, um es zu trocknen. Das ist jedoch unbedingt zu vermeiden, denn das Smartphone kann durch die Reiskörner sogar beschädigt werden. Die in den Reiskörnern enthaltene Stärke kann in die Anschlüsse gelangen und sie schädigen. Selbst Apple warnt in seinen Offiziellen Support Hinweisen davor ein IPhone in Reis zu legen.
Es kann verlockend erscheinen, den Trocknungsprozess mit einem Föhn oder auf der Heizung zu beschleunigen. Das ist grundsätzlich zu vermeiden, denn der Akku und andere Bauteile können beschädigt werden.
Auf keinen Fall darf das Handy in der Mikrowelle getrocknet werden. Es kann schnell Feuer fangen und brennen.
Das Handy darf nicht zu früh eingeschaltet oder geladen werden. Schnell kann es zu einem Kurzschluss kommen. Auch auf den Tasten darf nicht herumgedrückt werden, da das Wasser dabei noch weiter in das Gerät vordringt.
Datenrettung beim Handy
Viele Handybesitzer befürchten einen Datenverlust, wenn das Gerät nass geworden ist. Das Gerät muss richtig trocken sein. Startet es danach noch, muss sofort ein Backup erstellt werden. Das ist per Kabel oder über die Cloud möglich.
Startet das Handy nach dem Wasserschaden nicht mehr, kann ein spezieller Datendienstleister oft noch die Daten vom internen Speicher auslesen. Dafür darf noch keine schwere Korrosion vorliegen.
Um Datenverluste zu vermeiden, kommt es darauf an, regelmäßig Backups zu erstellen. Die Fotos und andere Dokumente können auf einem externen Speicher gesichert werden.

Defekten Akku austauschen
Wenn das Smartphone nach dem Trocknen nicht mehr funktioniert, kann der Akku durch den Wasserschaden kaputt gegangen sein. Häufig sind die Akkus fest im Gerät verbaut.
Handybesitzer sollten daher nicht selbst den Akku tauschen, sondern einen professionellen Akkutausch beauftragen.
Einige Hersteller verzichten aufgrund der besseren Reparaturfähigkeit darauf, den Akku fest zu verbauen. In diesem Fall können Handybesitzer selbst den Akku tauschen.
Wenn eine fachkundige Reparatur notwendig ist
Nicht immer können Smartphonebesitzer selbst einen Wasserschaden beheben. Eine Fachwerkstatt kann eine Reparatur vornehmen. Das ist in den folgenden Fällen wichtig:
- Display flackert oder zeigt Verfärbungen
- Auch nach 72 Stunden Trocknung lässt sich das Gerät nicht einschalten
- Mikrofon oder Lautsprecher funktionieren nicht richtig
- Wenn Korrosion an den inneren Bauteilen vorliegt
Für eine erfolgreiche Reparatur kommt es auf schnelles Handeln an. Korrosion kann zu irreparablen Schäden führen und sich innerhalb weniger Tage ausbreiten. Nicht immer kann die Fachwerkstatt helfen. Das Smartphone kann noch in einem Elektronik-Fachmarkt abgegeben oder online für einen geringen Betrag verkauft werden.





