Was tun, wenn die Rente nicht ausreicht?

Bis Ende 2026 will die Bundesregierung eine umfassende Rentenreform auf den Weg bringen. Sie plant, alle 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission umzusetzen. Für viele, die nach 1964 geboren sind, ist das mit gravierenden Einschnitten verbunden. Sie sind von Altersarmut bedroht. Es gilt daher, rechtzeitig vorzusorgen mit der privaten Altersvorsorge.
Die drei Säulen der Altersvorsorge
In Deutschland ist die Altersvorsorge auf drei Säulen verteilt:
- Gesetzliche Rentenversicherung
- Betriebliche Altersvorsorge
- Private Altersvorsorge
Die gesetzliche Rentenversicherung ist für Arbeitnehmer Pflicht. Sie müssen Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge leisten, die abhängig von ihrem Einkommen sind. Viele Selbstständige sind nicht zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung verpflichtet, können aber freiwillig monatliche Beiträge einzahlen. Für bestimmte Berufsgruppen, etwa Handwerker die in die Handwerksrolle eingetragen sind, selbstständige Lehrer, Hebammen sowie Künstler und Publizisten, besteht jedoch eine gesetzliche Versicherungspflicht.
Nach den Plänen der Bundesregierung soll die gesetzliche Rente bald nur noch eine Basisabsicherung sein. Die Versicherten müssen selbst vorsorgen, um nicht von der Altersarmut betroffen zu sein.
Eine betriebliche Altersvorsorge, bei der die Beiträge komplett vom Arbeitgeber gezahlt werden, bietet nicht jedes Unternehmen an. Die Unternehmen sind jedoch dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine Entgeltumwandlung anzubieten.
Das Betriebsrentengesetz schreibt vor, dass jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung hat. Bei der Entgeltumwandlung wird ein Teil des Bruttolohns in die Altersvorsorge umgewandelt.
Für die private Altersvorsorge gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Riester-Rente eignet sich für Menschen mit einem geringen Einkommen und mehreren Kindern und ist staatlich gefördert. Für die Rürup-Rente gibt es keine staatliche Förderung, doch ist sie mit hohen steuerlichen Vorteilen verbunden. Sie eignet sich daher für Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen und für Selbstständige. Darüber hinaus bestehen noch weitere Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen.

Rechtzeitig Renteninformationen einholen
Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, sollte sich rechtzeitig Renteninformationen einholen. Versicherte, die mindestens 27 Jahre alt sind und fünf Jahre Beitragszeiten erworben haben, erhalten die Renteninformation automatisch einmal im Jahr von der Deutschen Rentenversicherung.
Die Renteninformation bietet einen Überblick, welche gesetzliche Rente Versicherte erwarten können, wenn sich ihr Einkommen ungefähr gleichbleibend entwickelt. Ändert sich das Einkommen, kann eine erneute Renteninformation beantragt werden.
Mit der Renteninformation können Versicherte ihre Finanzen im Alter realistisch einschätzen, welche Lücke sie schließen müssen, um auch im Alter einen hohen Lebensstandard beizubehalten und nicht auf Hilfe in Form der Grundsicherung angewiesen zu sein.
Um die Rentenlücke zu ermitteln, sollten Versicherte 80 Prozent ihres aktuellen Nettoeinkommens ansetzen und davon die zu erwartende gesetzliche Nettorente subtrahieren. Mit einem Rentenlücken-Rechner im Internet kann diese Berechnung vereinfacht werden.
Wichtig ist auch, sich zu informieren, ob es möglich ist, vorzeitig in Rente zu gehen, beispielsweise mit 65 Jahren. Das ist zumeist mit Abzügen möglich. Wer das plant, sollte sich informieren, mit welchen Abschlägen er rechnen muss.

Rente mit der privaten Altersvorsorge aufbessern
Die Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge sind umso besser, je früher damit begonnen wird. Bereits in jungen Jahren kann eingezahlt werden, um langfristig ein attraktives Vermögen aufzubauen.
Es muss nicht immer eine Riester- oder Rürup-Rente sein. Die klassische private Rentenversicherung in Form einer Lebensversicherung bietet oft nur geringe Gewinne. Sinnvoll kann eine fondsgebundene private Rentenversicherung sein.
Ein Sparplan kann monatlich bereits mit kleinen Beträgen bespart werden, um langfristig Vermögen aufzubauen. Er wird nicht staatlich gefördert, doch bietet er Flexibilität. Die monatlichen Beiträge können angepasst werden, wenn sich das Einkommen ändert. Solche Sparpläne können auf Basis von Investmentfonds oder ETFs abgeschlossen werden.
Wer kurz vor dem Renteneintritt steht und seine Rente aufbessern möchte, hat bei verschiedenen Formen der privaten Altersvorsorge die Möglichkeit einer Sofortrente, indem er eine Einmalzahlung leistet. Für eine einmalige Zahlung in entsprechender Höhe wird eine lebenslange Rente mit garantierter Höhe gezahlt. Diese Vorsorge lohnt sich, wenn ein entsprechendes Vermögen vorhanden ist, beispielsweise durch eine Erbschaft oder den Verkauf einer Immobilie.
Freiwillige Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung
Wer nicht mit einer privaten Altersvorsorge seine Rente aufbessern kann, hat die Möglichkeit zu freiwilligen Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, um eine höhere Rente zu erhalten. Das ist für diejenigen sinnvoll, die mit Abschlägen in Rente gehen, da sie vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden.
Solche freiwilligen Sonderzahlungen sind ab einem Alter von 50 Jahren möglich.
Wer jedoch Rentenbeiträge für die Ausbildung nachzahlen möchte, muss dafür bis zu seinem 45. Geburtstag einen Antrag stellen.
Weiterarbeiten im Rentenalter
Fällt die Rente nur gering aus, können diejenigen, die noch gesund sind, weiterarbeiten. Sie bessern die Rente mit ihrem Arbeitseinkommen auf. Wer den Rentenbeginn über die Regelaltersgrenze hinaus aufschiebt und weiterarbeitet, erhält zudem einen Rentenzuschlag von 0,5 Prozent pro Monat des Aufschubs.
Die spätere Rente erhöht sich, da immer noch Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt werden. Es gibt keine Zuverdienstgrenzen zur gesetzlichen Altersrente. Auch ein Vollzeitjob ist möglich, wenn es die Gesundheit erlaubt.





