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Pflanzen, auf die Gartenbesitzer besser verzichten sollten

Pflanzen, auf die Gartenbesitzer besser verzichten sollten
Pflanzen, auf die Gartenbesitzer besser verzichten sollten - Foto: © Oliver Sasse #368843029 - stock.adobe.com

Verschiedene Pflanzen sind zwar aufgrund ihrer Blüten oder ihres Laubs hübsch anzusehen, doch sollten Gartenbesitzer darauf besser verzichten. Diese Pflanzen verdrängen andere Pflanzen, sind nicht insektenfreundlich und haben keinerlei Wert.

Pflanzen die dem Garten eher schaden als nützen

Geht es um Pflanzen, die dem Garten eher schaden als nützen, sind keine Unkräuter gemeint. Auch Unkräuter können ihren Nutzen haben, da sie Insekten anlocken oder für ein biologisches Gleichgewicht sorgen. Bei den Pflanzen, die dem Garten eher schaden, handelt es sich um exotische Arten.

Die Pflanzen können einen kräftigen, beeindruckenden Wuchs haben oder mit ihren Blüten viele Blicke anziehen.

In Gartencentern werden sie hübsch arrangiert und für viel Geld angeboten. Es ist jedoch nicht sinnvoll, diese Pflanzen zu kaufen.

Nicht immer sind solche Pflanzen für die in Deutschland vorherrschenden klimatischen Bedingungen geeignet. Sie sind oft nicht winterhart. Solche eindrucksvollen Pflanzen nützen auch oft der heimischen Flora und Fauna nichts oder wirken sich darauf sogar schädlich aus.

Viele solcher Pflanzen können sich rasant ausbreiten und heimische Pflanzen aus dem Garten verdrängen. Auf die nachfolgend vorgestellten Pflanzen sollten Hobbygärtner besser verzichten.

Pflanzen die dem Garten eher schaden als nützen
Pflanzen die dem Garten eher schaden als nützen – Foto: © etfoto #875519423 – stock.adobe.com

Lupinen – eine Bedrohung für andere Pflanzen

Lupinen sind Schmetterlingsblütler und erfreuen mit ihren farbenprächtigen Blüten. Sie stammen aus Nordamerika und gelangten Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa. Seitdem haben sie sich stark ausgebreitet. Es gibt einjährige und mehrjährige Sorten, die pflegeleicht sind.

Spezielle Sorten von Lupinen werden als Futterpflanzen angebaut. Die Samen der Süßlupinen werden aufgrund ihrer Nährstoffe inzwischen auch in der menschlichen Ernährung genutzt. Andere Lupinensorten haben giftige Samen. So wie alle Schmetterlingsblütler verfügen auch Lupinen über Knöllchen an den Wurzeln, in denen sie Stickstoff sammeln.

Lupinen binden den Stickstoff aus dem Boden und verändern daher dessen Nährstoffgehalt. Sie verdrängen dadurch Pflanzen, die nährstoffarme Böden benötigen, darunter Arnika. Die Stauden-Lupine ist problematisch, da sie über mehrere Jahre den Nährstoffgehalt des Bodens beeinflusst.

Lupinen vermehren sich schnell durch Samen, die sie über mehrere Meter weit verteilen können. Diese Samen wachsen in Hülsen, die sich aus den kerzenartigen Blütenständen bilden. Sie können sich auf dem Nachbargrundstück und in der freien Natur ausbreiten. In der Natur können sie wertvolle Heilpflanzen verdrängen.

Lupinen eine Bedrohung für andere Pflanzen
Lupinen sind Schmetterlingsblütler und erfreuen mit ihren farbenprächtigen Blüten – Foto: © Olga Ionina #250589827 – stock.adobe.com

Kirschlorbeer als robuste Heckenpflanze

Kirschlorbeer hat immergrünes Laub, ist winterhart und als Heckenpflanze beliebt. Er wächst schnell und kann innerhalb kurzer Zeit dichte Hecken bilden. Ein Vorteil besteht darin, dass er trockenheitsresistent ist und auch längere Trockenperioden im Sommer problemlos übersteht. Er erfreut mit seinen hübschen Blüten, den großen, sattgrünen Blättern und den schwarzen Früchten, die an Kirschen erinnern.

Eine Kirschlorbeer-Hecke kann ein Biotop sein und Unterschlupf für Vögel, Igel und Eidechsen bieten. Die giftigen Früchte werden von einigen Vögeln gefressen, ohne dass sie ihnen schaden. Für andere Tiere können die kleinen Steinfrüchte jedoch schädlich sein.

Die Steinfrüchte des Kirschlorbeers sind zwar im rohen Zustand giftig, doch können sie gekocht zu Marmelade oder Gelee verarbeitet werden.

Das sind einige Argumente, die für den Kirschlorbeer sprechen. Wer eine Hecke als Biotop anlegen möchte, findet jedoch andere Pflanzen, die besser geeignet sind, da sie mehr Nutzen für die heimische Flora und Fauna haben.

Kirschlorbeer ist ein invasiver Neophyt und kann sich schnell ausbreiten. Für andere Pflanzen kann er eine Bedrohung sein. Für Vögel und Insekten bietet die Pflanze mit ihren giftigen Früchten und Blättern kaum Nahrung. Die Blätter sind nahezu unkompostierbar. Sie verrotten nur schwer. Aufgrund ihres kräftigen Wuchses muss die Hecke immer wieder zurückgeschnitten werden.

Wer Haustiere oder kleine Kinder hat, sollte unbedingt auf Kirschlorbeer verzichten. Bei Kindern können die rohen Früchte und die Blätter schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Da die Samen des Kirschlorbeers durch einige Vögel verbreitet werden, können sie sich in der Natur rasant ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen.

Sommerflieder – hübsch, aber invasiv

Sommerflieder wird auch als Schmetterlingsflieder bezeichnet, da er mit seinen farbenprächtigen Blüten zahlreiche Schmetterlinge anzieht. Er ist nicht nur mit seinen Blüten eine Augenweide, sondern auch verschiedene seltene Schmetterlingsarten wie Admiral oder Tagpfauenauge fühlen sich angezogen.

Sommerflieder gedeiht auf nährstoffarmen Böden und übersteht längere Trockenperioden. Er kann ein Unterschlupf für verschiedene Tierarten sein. Er blüht nur am neuen Holz und sollte daher im Frühjahr stark zurückgeschnitten werden. Trotzdem er einige Vorteile bietet, darf er in einigen europäischen Ländern nicht mehr verkauft werden, da er invasiv ist.

Der winterharte Strauch stammt aus dem asiatischen Raum und ist mit dem heimischen Flieder nicht verwandt. Es gibt zahlreiche Arten, die im Winter ihr graugrünes Laub zumeist abwerfen. Sommerflieder breitet sich schnell aus, da die Samen vom Wind großflächig verteilt werden. Die heimischen Pflanzenarten werden dadurch gefährdet.