Wirtschaft

Amazon plant erstes deutsches Warenhaus

Amazon plant erstes deutsches Warenhaus
Amazon plant erstes deutsches Warenhaus

In Großbritannien betreibt Amazon mittlerweile sechs Supermärkte. Nun plant der Internethändler einen Ausbau des stationären Geschäfts und errichtet in Dartford ein Warenhaus. Doch schon jetzt werden kritische Stimmen darüber laut, ob sich dieses Konzept tatsächlich bewähren wird.

Von der digitalen in die analoge Welt

Nachdem Amazon aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken ist, möchte der Internet-Gigant nun auch die analoge Welt erobern. Neben Lebensmitteln für den täglichen Bedarf möchte das Unternehmen nun erstmals auch Gemischtwaren in einem stationären europäischen Geschäft offerieren.

Wie der Konzern verlauten ließ, soll sich die Filiale der als 4-Star bezeichneten Kette in einem Einkaufszentrum in der Nähe von Dartfort befinden.

In dem Store der im Südosten Englands gelegenen Stadt können Kunden beispielsweise Spielzeug, technische Geräte, Utensilien für den Küchenbedarf oder Bücher erwerben.

Amazon Store
Nachdem Amazon aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken ist, möchte der Online-Gigant nun auch die analoge Welt erobern

Ausschließlich Erzeugnisse mit guter Bewertung

In dem Warenhaus werden ausschließlich Produkte veräußert, die auf der Onlineplattform von Amazon mindestens vier von fünf erreichbaren Sternen erhalten. Daher rührt auch der Name der Kette 4-Star. Mit dieser Maßnahme möchte der Online-Gigant seine Internetpräsenz noch weiter mit stationären Geschäften ausbauen.

Schon im März dieses Jahres eröffnete die Online-Plattform in London zum ersten Mal europaweit einen Supermarkt ohne Kasse. Stattdessen registrieren in Regalböden befindliche Sensoren und Kameras, welche Käufer welche Produkte mitnehmen.

Amazon Webseite
In dem Warenhaus werden ausschließlich Produkte veräußert, die auf der Onlineplattform von Amazon mindestens vier von fünf erreichbaren Sternen erhalten

Eine ernstzunehmende Konkurrenz für andere Geschäfte?

Der Preis wird via App automatisch nach Verlassen des Geschäfts abgebucht. Inzwischen gibt es in London schon sechs dieser Geschäfte namens Amazon Fresh. Nunmehr versuchen auch weitere Handelsketten wie Aldi, in Großbritannien vergleichbare Konzepte zu etablieren.

Laut BBC wird Amazon in Großbritannien kritisiert, nur wenig Steuern zu bezahlen und immer mehr stationäre Geschäfte zu verdrängen.

Denn je stärker der Online-Riese expandiert, desto mehr andere Läden werden verdrängt. Die stationären Geschäfte sind nicht darauf ausgerichtet, noch mehr Produkte zu veräußern. Vielmehr möchte Amazon seiner Klientel ein neues System nahebringen.
Das Ziel dieses Projekts sei es beispielsweise, Prime-Mitgliedern den Wert ihrer Mitgliedschaft vor Augen zu führen oder von einer größeren Auswahl zu profitieren.

Kein Erfolgsgarant

Außerdem bleibt abzuwarten, wie der größte Versandhandel weltweit nun auch den stationären Verkauf bewältigen wird. Vermutlich wird das Warenhaus eine riesige Auswahl an Produkten bieten, deren Vielfalt auf einer datenbasierten und wissenschaftlichen Strategie erfolge. Eine der größten Herausforderungen ist es dabei wahrscheinlich, sich mit dem Sortiment von Angeboten anderer Händler abzusetzen. Eine der größten Besonderheiten von Amazon war bislang schließlich der Online-Vertrieb.