Wirtschaft

Drohende Lieferengpässe zu Weihnachten

Drohende Lieferengpässe zu Weihnachten
Drohende Lieferengpässe zu Weihnachten

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Besinnlichkeit, festlicher Dekoration und des gemeinsamen Plätzchenbackens. Zum Heiligabend gehört die Übergabe von Geschenken ebenso dazu wie ein festlich geschmückter Christbaum. Doch genau um diese Geschenke steht es in diesem Jahr schlecht. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge drohen Versorgungsketten zwischen dem Hinterland sowie Europas Nordseehäfen nicht zu funktionieren.
Mittlerweile machten ebenfalls Elektronikmärkte wie MediaMarkt und Saturn auf die Situation aufmerksam.

Zwei Ereignisse als Auslöser

Diese kritische Situation wurde durch zwei Szenarien ausgelöst. Ein Ereignis reicht schon bis in den März dieses Jahres zurück. Damals war das Containerschiff „Ever Given“ im Suezkanal auf Grund gelaufen. Über sechs Tage hinweg blockierte das Schiff die wichtige Schifffahrtsstraße, die zwischen Europa und Asien verläuft. Infolge dieser Blockierung mussten ungefähr 400 Schiffe darauf warten, weiterfahren zu können. Das Problem war erst am 29. März wieder behoben.

Außerdem sind die Hafenschließungen in China für die aktuellen Lieferengpässe verantwortlich.

Die durch das Coronavirus ausgelöste Pandemie veranlasste den Global Player dazu, den Hafen von Yantian zu schließen. Der zu der Millionenmetropole gehörige Hafen ist als viertgrößter Containerhafen der Welt bekannt. Dementsprechend viele Schiffe stauten sich vor Ort.

Hafenschließungen in China
Hafenschließungen in China sind für die aktuellen Lieferengpässe mitverantwortlich – Bild: © WS Films #208468664 stock.adobe.com

Stau in Containerhäfen

Weil der Verkehr der Container und Importeure ins Stocken geriet, bekommen viele Lieferanten ihre Container nun nicht mehr aus den Häfen heraus. Deshalb ist es eine logische Konsequenz, dass einige Artikel zum Weihnachtsfest nicht komplett und pünktlich ausgeliefert werden. Hinzu kommen zahlreiche weitere Schiffe, die in der Zwischenzeit auf eine Abfertigung warten.

Fallen aufgrund der Wartezeiten höhere Hafengebühren für die einzelnen Unternehmen an, werden diese finanziellen Zusatzbelastungen 1:1 auf die Kunden übertragen. Wer beim Weihnachtsgeschäft 2021 deshalb auf Schnäppchen hofft, wird vermutlich enttäuscht. Teuerungsraten von zehn bis 15 Prozent werden auf der Tagesordnung stehen. Zudem leidet die Vielfalt an Produkten unter den Engpässen.

Stau in Containerhäfen
Weil der Verkehr der Container und Importeure ins Stocken geriet, bekommen viele Lieferanten ihre Container nun nicht mehr aus den Häfen heraus – Bild: © Kara #61757731 stock.adobe.com

Keine Besserung der Lage in Sicht

Eine Entspannung der Situation ist aktuell noch nicht in Sicht. Immer wieder verdeutlichen aktuelle Medienberichte, dass sich Container aktuell auf der ganzen Welt stauen. Nach Meinung von Experten wird sich diese Situation eher verschlechtern als verbessern.

Diese Ansicht bestätigt beispielsweise Logistiker, deren Aussage zufolge die Engpässe im globalen Lieferverkehr wahrscheinlich bis 2022 andauern werden.

Aktuell gehen Experten von verstopften Häfen und Terminals bis mindestens Anfang Februar aus. Möglicherweise normalisiert sich die Lage erst wieder im Sommer oder Herbst 2022.

Dennoch: Prall gefüllte Lager bei vielen Einzelhändlern

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die angespannte Lage bei jeder einzelnen Warenbestellung auswirkt.
Schließlich profitieren zahlreiche Einzelhändler von prall gefüllten Lagern, die aktuell noch wesentlich umfassender als vor zwei Jahren sind. Wer allerdings asaisonale Ware verschenken möchte, sollte nicht mehr lange mit der Bestellung warten.


Beitragsbild: © Amarinj #194744439 stock.adobe.com