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Einstieg in die Gastronomie – Tipps für den perfekten Businessplan

Einstieg in die Gastronomie – Tipps für den perfekten Businessplan
Einstieg in die Gastronomie – Tipps für den perfekten Businessplan - Bild: © pikselstock #162733537 – stock.adobe.com

Wer sich mit einem Restaurant, einem Imbiss oder einer Bar selbstständig machen möchte, sollte in einem Businessplan die einzelnen Gründungsschritte festhalten. Es handelt sich um ein Dokument, das alle wichtigen Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit auflistet.
Der Plan dient sowohl als Entscheidungshilfe für den Gründer als auch zur Vorlage bei Banken, Behörden und anderen Geldgebern. Darum sollten zukünftige Gastronomen einige Zeit in die Erstellung des Businessplans investieren.

Dieser Ratgeber gibt Tipps für den perfekten Businessplan für einen gelungenen Einstieg in die Gastronomie!

Warum ist ein Businessplan in der Gastronomie-Branche so wichtig?

In Deutschland gibt es zahlreiche gastronomische Angebote. Ob Ausflugslokal, Café, Bar, Spezialitätenrestaurant, Imbiss oder Biergarten – die Konkurrenz ist groß und die Eröffnung einer neuen Gaststätte muss gut geplant sein. Dabei hilft ein Businessplan, der das Projekt von allen Seiten beleuchtet und die Chancen und Risiken aufzählt.

Durch die genaue Ausarbeitung erfährt der Gründer, welche Voraussetzungen für die Eröffnung eines Restaurants erfüllt werden müssen.

Gleichzeitig erkennen Banken und Investoren die Erfolgsaussichten und können abschätzen, welche Risiken sie mit einem Kredit oder einer Investition eingehen.

Businessplan in der Gastronomie Branche
Ein Businessplan, hilft das Projekt von allen Seiten zu beleuchten – Bild: © amnaj #292937630 – stock.adobe.com

Was gehört in den Businessplan?

Existenzgründer können den Businessplan selbst erstellen und dazu eine Vorlage aus dem Internet nutzen. Die Gründer können sich aber auch an eine der folgenden Stellen wenden, um Unterstützung und Hilfe bei der Restaurantgründung zu erhalten:

Die Berater weisen den Gründer darauf hin, dass der Businessplan ein umfangreiches Dokument ist, für das sich der zukünftige Gastronom ausreichend Zeit nehmen sollte. Der Aufbau sieht in allen Branchen ähnlich aus und enthält diese wichtigen Punkte:

  1. Erklärung der Geschäftsidee
  2. Profil des Gründers
  3. Lage am Markt und Konkurrenz
  4. Marketingmaßnahmen
  5. Organisation und Mitarbeiterstruktur
  6. Chancen und Risiken
  7. Finanzierung

Erklärung der Geschäftsidee

In der Einführung des Businessplans sollte die Geschäftsidee des Gründers kurz und präzise erklärt werden. Mit den ersten Sätzen wird das Interesse von Geldgebern und Investoren geweckt.

Die Leser sollten erfahren, nach welchem Konzept das neue Restaurant betrieben werden soll und wie es sich von der Konkurrenz abhebt.

Setzt der Gründer auf gehobene Gastronomie oder ist ein Schnellimbiss geplant, welche Speisen und Getränke bietet das Lokal an, gibt es einen Lieferservice, soll es ein vegetarisches Restaurant werden oder stellt die Gastronomieeinrichtung ein besonderes Highlight dar? Diese Angaben sowie weitere Alleinstellungsmerkmale sollte der erste Absatz des Businessplans enthalten.

Einführung des Businessplans
In der Einführung des Businessplans sollte die Geschäftsidee des Gründers kurz und präzise erklärt werden – Bild: © bongkarn #282763212 – stock.adobe.com

Profil des Gründers

Genauso wichtig wie eine zündende Geschäftsidee ist das Profil des Gründers. Handelt es sich um einen ausgebildeten Koch oder einen Restaurantfachmann? Auch eine Ausbildung als Hotelkaufmann oder Konditor oder ein Studium im Hotelmanagement stellen eine gute Voraussetzung für eine Existenzgründung in der Gastronomie dar. Selbstständige Gastronomen sollten außerdem belastbar und kommunikativ sein.
Neben den fachlichen und persönlichen Qualifikationen müssen außerdem die behördlichen Anforderungen beachtet werden. Um eine Konzession im Gastgewerbe zu erhalten, muss der Antragsteller diese Unterlagen vorlegen:

  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt
  • Gesundheitszeugnis
  • Teilnahmebescheinigung an der Gaststättenunterrichtung der IHK

Lage am Markt und Konkurrenz

In jeder deutschen Stadt gibt es zahlreiche Restaurants und Gaststätten. Daher sollte ein Gründer im Businessplan darstellen, warum er sich von der Konkurrenz abhebt. Dabei kann es sich um ein besonderes Speiseangebot handeln oder um einen schnellen Mittagstisch für Berufstätige.

Häufig bestimmt die Lage das Angebot, beispielsweise in einem Ausflugsgebiet oder einer Urlaubsregion.

Andere Restaurants heben sich durch eine ausgefallene Gastronomieeinrichtung hervor, die den Gästen ein besonderes Erlebnis bietet.

Marketingmaßnahmen

Wie mache ich mein Lokal bekannt? Diese Frage sollte sich jeder Gründer in der Gastronomie stellen. Die ausgewählten Maßnahmen hängen vor allem von der Zielgruppe ab. In einem Wandergebiet reicht häufig schon ein Wegweiser zum nächsten Gasthaus.
Bei einem regionalen Angebot können Handzettel an alle Haushalte verteilt oder Anzeigen in der Lokalpresse veröffentlicht werden. Ein Lokal in einer Fußgängerzone hat mehr Laufkundschaft als ein Spezialitätenrestaurant im Grünen, das mehr Werbung für sich machen muss. Ein Werbefachmann oder Marketingspezialist kann hier hilfreiche Tipps geben.

Gastronomie Marketingmaßnahmen
Die ausgewählten Marketingmaßnahmen hängen vor allem von der Zielgruppe ab – Bild: © BOOCYS #65998467 – stock.adobe.com

Organisation und Mitarbeiterstruktur

Die meisten gastronomischen Betriebe werden nicht nur von dem Inhaber selbst betrieben. Eine Mindestanzahl an Mitarbeitern ist in der Regel erforderlich, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Bei einem einfachen Restaurant mit einer übersichtlichen Speisekarte können Aushilfen den Service übernehmen. In einem Spezialitätenrestaurant hingegen sind Fachkräfte gefragt, die sich mit den unterschiedlichen Speisen und dem Getränkeangebot auskennen.

Neben dem gastronomischen Bereich spielt die Buchhaltung eine wichtige Rolle für einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb.

Diese Aufgabe kann der Inhaber selbst, ein Angestellter oder der Steuerberater beziehungsweise ein externer Dienstleister (Outsourcing von Dienstleistungen – die Vor- & Nachteile) übernehmen. Die Anzahl und die Qualifikation der Mitarbeiter haben einen entscheidenden Einfluss auf die Lohnkosten und müssen daher genau im Businessplan kalkuliert werden.

Chancen und Risiken

In diesem Abschnitt zeigt der Businessplan die marktbedingten Risiken einer Restauranteröffnung auf. Hier ist es wichtig, dass der Gründer nachweist, wie er mithilfe seiner Ausbildung und seiner persönlichen Stärken die Risiken abmildert oder umgeht. Zu einer optimalen Risikovorsorge gehören auch eine kurze Kündigungsfrist für die Räumlichkeiten sowie der Abschluss von Betriebsversicherungen.
Außerdem senkt der Verkauf offener Rechnungen das Risiko von Zahlungsausfällen.

Finanzierung

Der Finanzplan ist ein Bestandteil des Businessplans und dient sowohl dem Gründer als auch Kapitalgebern als Grundlage für die Kalkulation.
Reicht das Eigenkapital für die ersten Investitionen aus oder muss ein Kredit aufgenommen werden? Mit welchen Umsätzen rechnet der Gastronom? Wie hoch sind die Fixkosten für Miete, Wareneinkauf, Personal, Gastronomieeinrichtung und Versicherungen?

Diese und weitere Fragen beantwortet der Finanzplan und zeigt auf, ob die Eröffnung eines eigenen Restaurants ein wirtschaftlicher Erfolg wird.