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Was ist eine Schlafapnoe?

Schlafapnoe
Was ist eine Schlafapnoe?

Die Volkskrankheit Schnarchen kann eine ganz schöne Belastung sein. Rund 40 bis 50 Prozent der Menschen schnarchen ab dem Alter von 65 Jahren. Dass aber hinter der lästigen Eigenschaft im Schlaf auch eine ernst zu nehmende Atemstörung liegen kann, das bedenken nur wenige.

Wer beim Schlafen immer mal wieder Atemaussetzer hat und noch dazu regelmäßig am Schnarchen ist, sich tagsüber für gewöhnlich mehr erschöpft als ausgeschlafen fühlt und mit Müdigkeit zu kämpfen hat, der könnte nämlich an einer Schlafapnoe leiden.

Was ist das – eine Schlafapnoe?

Schlafapnoe bedeutet sinngemäß so viel wie „Atemstillstand während des Schlafens“. Dieser Atemstillstand wird durch verengte Atemwege hervorgerufen, sodass die Atmung dem Betroffenen derart erschwert wird, dass sie hin und wieder vollständig aussetzt. Circa 2 bis 3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ist betroffen von dem Schlafapnoe-Syndrom. Man unterscheidet außerdem zwischen der obstruktiven und zentralen Apnoe.

Die obstruktive Schlafapnoe betrifft hauptsächlich Männer im mittleren bis ins hohe Alter.

Etwa 20 Prozent er 40- bis 60-Jährigen leiden daran. Unter den 65- bis 70-Jährigen sind es sogar ganze 60 Prozent. Da Frauen über eine andere Anatomie im Bereich des Halses verfügen, bleiben sie bis zur Menopause von dem Leiden verschont. Ab dann steigt auch für Frauen das Risiko.

Atemstillstand während des Schlafens
Schlafapnoe bedeutet sinngemäß so viel wie „Atemstillstand während des Schlafens“

Die zentrale Schlafapnoe betrifft sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen, tritt aber generell erst mit zunehmendem Alter auf. Ab etwa 60-Jahren zählen jedoch bereits 25 Prozent zu den Betroffenen einer zentralen Schlafapnoe. Außerdem handelt es sich in den meisten Fällen um die Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Das sind die Symptome einer Schlafapnoe

Stockender Atem im Schlaf mit Atemaussetzern von mindestens 10 Sekunden sind bereits ein eindeutiges Anzeichen für eine Schlafapnoe. Durchschnittlich dauern die Aussetzer sogar ganze 20 bis 30 Sekunden an, in besorgniserregenden Fällen sogar minutenlang. Eine nicht unbeachtliche Dauer dafür, dass die Sauerstoffzufuhr gekappt wird. Typischerweise werden die Schlafaussetzer von wellenartigen, lauten und regelmäßigen Schnarchern begleitet, die vom Partner bemerkt werden.

Manchmal bleiben die Schnarchgeräusche aber auch aus. Nun ist aber nicht jeder Atemaussetzer ein Grund zur Sorge. Erst, wenn diese mehr als fünfmal in einer Stunde vorkommen, spricht man von einer Schlafapnoe.
Dennoch sollten auch solche Anzeichen ernst genommen und lieber einmal zu viel untersucht werden, denn bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, so kann sich dies negativ auswirken und unter Umständen sogar die Lebensdauer verkürzen.

Symptome einer Schlafapnoe
Stockender Atem im Schlaf mit Atemaussetzern von mindestens 10 Sekunden sind bereits ein eindeutiges Anzeichen für eine Schlafapnoe

Was ebenfalls ein Symptom einer Schlafapnoe ist, ist starke Müdigkeit über den Tag. Betroffene beklagen das Gefühl, ständig schlapp und unkonzentriert zu sein. Das Gedächtnis arbeitet nicht mehr so gut, auch die Libido und die Potenz können davon eingeschränkt sein. Aufgrund der ständigen Tagesmüdigkeit neigen Patienten in der Folge dazu, tagsüber plötzlich von einem Sekundenschlaf überrollt zu werden, was vor allem auf der Arbeit oder im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führen kann.

Auch Kopfschmerzen am Morgen oder ein trockener Mund können Anzeichen für die Schlafapnoe sein.

Diese Folgen bringt eine Schlafapnoe mit

Aufgrund des stockenden und teilweise aussetzenden Atems wird der Körper zeitweise nicht mit Sauerstoff versorgt und gerät in einen Alarmzustand. In diesem Zustand wird das autonome Nervensystem aktiviert, was wiederum zu einem Anstieg des Blutdrucks und einer erhöhten Herzfrequenz führt.

Durch den erhöhten Blutdruck steigt das Risiko für Folgeerkrankungen, darunter Herzschwäche, Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.

Weil die Schlafapnoe eine Tagesmüdigkeit zur Folge hat, leidet auch die Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit der Betroffenen darunter. Dies sorgt in der Folge für eine erhöhte Unfallgefahr.

Wie entsteht eine solche Schlafapnoe?

Eine Schlafapnoe wird durch verengte oder verlegte Atemwege hervorgerufen. Dieses Phänomen kann viele Ursachen haben. Zum einen kann es an der Anatomie des Betroffenen liegen. So erhöht zum Beispiel ein stark zurückliegender Unterkiefer den Atemwiderstand, was die Atmung folglich immens erschwert. Auch eine durchschnittlich große Zunge oder geschwollene Mandeln erschweren dem Körper die Atmung.
Ebenso bei Übergewicht. Dem Körper gelingt es nicht, die überschüssigen Pfunde in der Nacht anzuheben und für eine geregelte Atmung zu sorgen. Die Folge sind Atemaussetzer.

Schlafapnoe Schaubild
Eine Schlafapnoe wird durch verengte oder verlegte Atemwege hervorgerufen

Auch für Menschen, die in der Rückenlage schlafen, kann das Risiko für eine Schlafapnoe steigen, denn im Schlaf entspannen sich zahlreiche Muskeln, auch die der Zunge. Die Zunge kann dadurch in den Rachen rutschen und die Atemwege blockieren.
Doch nicht nur im Schlaf entspannen sich die Muskeln, auch Alkohol, Drogen, Betäubungsmittel oder Medikamente lassen die Muskeln erschlaffen und begünstigen damit eine Schlafapnoe.

So lässt sich die Schlafapnoe behandeln

Wurde eine Schlafapnoe diagnostiziert, sollte sie unbedingt behandelt werden, um Folgeerkrankungen vorzubeugen und den Körper nicht unnötigem Stress auszuliefern. Methoden zur Behandlung der Schlafapnoe gibt es viele, für welche man sich entscheidet, ist vom Einzelfall abhängig zu machen.

So kann bei übergewichtigen Personen bereits eine Diät die Lösung des Problems darstellen.

Aber auch Hilfsmittel, die den Schlaf in der Rückenlage vermeiden, können der Schlafapnoe bereits entgegenwirken. Welche Therapieform sich also zur Behandlung der Schlafapnoe eignet, sollte auf den Betroffenen angepasst und in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen.

In einigen Fällen kann auch eine Atemmaske notwendig sein, in schwerwiegenden Fällen sogar eine Operation.

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Schlafapnoe sind kurze Atemaussetzer beim Schlafen. Teilweise, jedoch nicht zwingend, sind diese mit Schnarchen verbunden. Dem Betroffenen selbst fallen die Atemaussetzer in der Regel nicht auf, vielmehr sind es die Partner, die durch die plötzliche Schnappatmung wach werden.

Die ausgesetzte Atmung stört den erholsamen Schlaf, sodass Betroffene in der Folge mit Müdigkeit und Konzentrationsstörungen am Tag zu kämpfen haben. Außerdem können Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt oder ein Schlaganfall begünstigt werden.

Darum ist es wichtig, die Schlafapnoe zu behandeln. Dafür existieren verschiedene Therapieformen, die je nach Einzelfall angewendet werden. Manchmal können bereits einfach Maßnahme Abhilfe schaffen, in anderen Fällen muss zu Hilfsmitteln wie einer Atemmaske oder gar zur Operation gegriffen werden.