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Tierkrankenversicherung – lohnt sie sich?

Tierkrankenversicherung
Tierkrankenversicherung – lohnt sie sich?

Rechnungen für den Tierarzt können schnell ein hohes Ausmaß einnehmen, vor allem, wenn das Tier ernsthaft erkrankt ist. In solch einem Fall kommt eventuell die Frage auf, ob eine Krankenversicherung für das Haustier ratsam ist. Es gibt eine Vielzahl an Anbietern von Tierkrankenversicherungen und jedes Jahr kommen neue hinzu. Eine Tierkrankenversicherung soll den Halter bei Hohen Tierarztkosten unterstützen. Doch lohnt sich solch eine Versicherung überhaupt?

Für welche Tiere kann eine Tierkrankenversicherung abgeschlossen werden und was kostet sie?

Generell lässt sich eine Krankenversicherung für Hunde, Katzen, Pferde und Kleintiere wie Kaninchen oder Wellensittiche. Für Kleintiere ist das Angebot an Krankenversicherung allerdings bisher noch relativ klein.

Die Kosten einer Tierkrankenversicherung sind von verschiedenen Faktoren abhängig.

Besonders ausschlaggebend für die Beitragshöhe ist die Tierart, welche versichert werden soll. Für Kleintiere ist die Versicherung selbstverständlich wesentlich günstiger als für Pferde.

Weitere Faktoren sind beispielsweise das Alter des Tieres, die Rasse, der Leistungsumfang, der Gesundheitszustand und die Höhe der Selbstbeteiligung. Die Kosten für eine Krankenversicherung belaufen sich  für einen Hund jährlich auf 120 bis 1300 Euro. Katzenhalter zahlen für die Tierkrankenversicherung zwischen 160 und 560 Euro.

Welche Leistungen sind in einer Tierkrankenversicherung enthalten?

Je nach Vertrag können die Leistungen der Tierkrankenversicherung variieren. Manche Versicherungen decken nur den Mindestbedarf ab, während andere auch die Bezahlung kostspieliger Behandlungen abdecken. Die meisten Versicherer übernehmen nur medizinisch notwendige Behandlungen. Eine Kastration oder Sterilisation, welche nicht medizinisch notwendig ist, wird daher in den meisten Fällen nicht übernommen.

Folgende Untersuchen und Behandlungen sind in Tierkrankenversicherungen häufig enthalten:

  • Operationen (medizinisch notwendig)
  • Akupunktur
  • Gebissbehandlungen
  • Ultraschall
  • Wurmkuren
Leistungen Tierkrankenversicherung
Je nach Vertrag können die Leistungen der Tierkrankenversicherung variieren

Unterschied zwischen einer Vollversicherung und einer OP-Versicherung

Bei einer Tierkrankenversicherung kann man sich entweder für die Vollversion oder eine reine OP-Versicherung entscheiden. Diese beiden Versicherungstypen unterscheiden sich stark im Preis.

Während eine OP-Versicherung in der Regel die Tierarztkosten für eine Operation sowie zur Indikationsstellung und einen geringen Nachbehandlungszeitraum abdeckt, bietet die Vollversicherung einen deutlich höheren Leistungsumfang. Der Leistungsumfang hängt dabei von dem gewählten Anbieter und weiteren Faktoren ab. Häufig werden auch Vorsorgemaßnahmen abgedeckt. Es lohnt sich daher, mehrere Anbieter genau zu vergleichen. Ein Vergleich sollte auch bei der OP-Versicherung erfolgen. Häufig werden chirurgische Eingriffe, welche durch rassebedingte Probleme entstehen, nicht übernommen wie zum Beispiel die Patella-Luxation (Kniegelenksverletzung) bei kleinen Hunderassen.

Da die OP-Versicherung ein deutlich geringeres Abdeckspektrum hat als die Vollversicherung, ist sie auch deutlich günstiger.

Somit muss jeder Tierhalter abwägen, welche Versicherung für sein Haustier am sinnvollsten ist.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Tier versichert werden kann?

Im Grunde werden nur gesunde Tiere versichert. Bei vielen Anbietern gibt es ein Mindest- und Höchstalter, zwischen welchem das Tier bei Versicherungsabschluss liegen muss. Häufig darf das zu versichernde Tier nicht jünger als zwei Monate alt sein. Ab einem bestimmten Alter (bei Hunden meist älter als sieben Jahre) bekommt man häufig ebenfalls keine Versicherung mehr. In der Regel gilt: Je älter das Tier bei Versicherungsbeginn ist, desto höher sind die Beitragskosten. Häufig wird bei älteren Tieren oder Tieren mit Vorerkrankungen zudem ein tierärztliches Gutachten über den Gesundheitszustand des Tieres gefordert.

Bei Krankheiten besteht normalerweise eine dreimonatige Wartezeit ab dem Vertragsbeginn. Sollte noch vor Ende der drei Monate eine Krankheit auftreten, so werden die Kosten hierfür nicht übernommen. Anders ist es bei Unfällen: Hier besteht der Versicherungsschutz sofort.

Voraussetzungen Tierkrankenversicherung
Im Grunde werden nur gesunde Tiere versichert – Bei vielen Anbietern gibt es ein Mindest- und Höchstalter, zwischen welchem das Tier bei Versicherungsabschluss liegen muss

Was sollte bei einer Tierkrankenversicherung beachtet werden?

Folgendes sollte bei der Wahl des passenden Tarifs beachtet werden:

  • Höhe der Erstattung:
    Bei der Wahl der Tierkrankenversicherung sollte auf jeden Fall auf den festgelegten Erstattungssatz nach der Gebührenordnung für Tierärzte geachtet werden. Berechnet der Tierarzt für eine Behandlung den 3-fachen Satz, die Versicherung aber nur den 1-fachen Satz zahlt, bleibt ein großer Teil der Kosten, welchen der Versicherungsnehmer selbst zahlen muss.
  • Zahlweise:
    Häufig ist eine jährliche Zahlweise am günstigsten.
  • Vertragslaufzeit:
    In den meisten Fällen verlängert sich der Vertrag nach einem Jahr automatisch, sofern nicht vorher gekündigt wird.
  • Chip/Tätowierung:
    Einige Anbieter bieten einen Preisnachlass bei Tieren, die gechipt oder tätowiert sind.

Lohnt sich eine Tierkrankenversicherung?

Häufig rechnet sich eine Tierkrankenversicherung nicht. Die Beiträge sind in der Regel nur dann niedrig, wenn ein gesundes und möglichst junges Tier versichert wird. Dafür werden die Beiträge dann aber über viele Jahre hinweg gezahlt. Zudem sind viele Standardleistungen wie Impfungen oder Kastration/Sterilisation häufig nicht mit abgesichert.

In einzelnen Fällen kann eine reine OP-Versicherung sinnvoll sein, da so wenigstens ein Teil der hohen Operationskosten erstattet wird und die Beiträge für diese Versicherung geringer sind als für eine Vollversicherung.