Wirtschaft

Was macht ein Wirtschaftsprüfer? –Informationen zu Ausbildung und Beruf

Wirtschaftsprüfer
Was macht ein Wirtschaftsprüfer? –Informationen zu Ausbildung und Beruf

Ein Wirtschaftsprüfer fungiert als unabhängiger Dienstleister in Unternehmen und ist dort für die Prüfung von betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten zuständig. Er überprüft zum Beispiel die Buchführung und die Jahresabschlüsse. Der Beruf des Wirtschaftsprüfers gehört neben dem des Steuerberaters zu den angesehensten Berufen in dieser Branche. Um als Wirtschaftsprüfer tätig sein zu können, muss das Wirtschaftsprüfungsexamen bestanden werden. Dieses geht in der Regel mit einem Studium einher. Die Jobaussichten für Wirtschaftsprüfer sind derzeit sehr gut.

Was macht ein Wirtschaftsprüfer?

Ein Wirtschaftsprüfer übernimmt eine Vielzahl an Aufgaben in einem Unternehmen.

Die Hauptaufgabe eines Wirtschaftsprüfers besteht in der Prüfung der Buchführung und der Jahresabschlüsse.

Hierzu sind Unternehmen ab einer bestimmten Größe verpflichtet, doch auch viele kleinere Unternehmen lassen ihre Bücher von einem Wirtschaftsprüfer nachsehen. Nachdem geprüft wurde, ob die Buchhaltung des Unternehmens den gesetzlichen Vorschriften entspricht, werden die Ergebnisse in einem ausführlichen Bericht dargestellt.
Zudem führt ein Wirtschaftsprüfer häufig auch eine beratende Tätigkeit bei steuerlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten aus. Wirtschaftsprüfer analysieren außerdem unternehmerische Risiken und helfen dabei Strategien zu entwickeln, um dem Unternehmen mehr Geld einzubringen. Des Weiteren beraten sie Unternehmen bei Kauf- und Verkaufstransaktionen.

Aufgaben Wirtschaftsprüfer
Ein Wirtschaftsprüfer übernimmt eine Vielzahl an Aufgaben in einem Unternehmen

Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer

Um Wirtschaftsprüfer zu werden, muss eine abgeschlossene Hochschulausbildung vorliegen. Die Studienrichtung ist dabei theoretisch irrelevant.
Allerdings sind die Aussichten besser, wenn ein Studienabschluss in einem der folgenden Fächer vorliegt:

  • Jura und Rechtswesen
  • Steuerwesen
  • Buchhaltung
  • Controlling
  • Management und Beratung
  • Wirtschaft, Kommunikation und Digitalisierung

Zusätzlich zu dem Studium muss eine berufliche Praxiserfahrung, in der Regel von mindestens drei Jahren, vorgewiesen werden. In der Regel sammelt man diese als Wirtschaftsprüfungsassistent in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Um dann offizieller Wirtschaftsprüfer zu werden, muss noch das Wirtschaftsprüfungsexamen bestanden werden.

Mit dem Bachelor wird die Zulassung für die Prüfung nach vier Jahren Praxiserfahrung erteilt und mit dem Master bereits nach drei Jahren. Das Wirtschaftsprüfungsexamen findet zweimal im Jahr statt und besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil. Der schriftliche Teil setzt sich aus sieben Klausuren zusammen.

Ausbildung Wirtschaftsprüfer
Um Wirtschaftsprüfer zu werden, muss eine abgeschlossene Hochschulausbildung vorliegen

Um sich das Wissen für das Examen anzueignen, können die angehenden Wirtschaftsprüfer entweder eigenständig lernen oder an einem vorbereitenden Kurs teilnehmen. Da es sich bei dem Wirtschaftsprüfungsexamen allerdings um eine anspruchsvolle und lernintensive Prüfung handelt, wird die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs empfohlen. Inhalte des Kurses sind unter anderem:

  • Wirtschaftliches Prüfungswesen
  • Berufsrecht
  • Unternehmungsberatung
  • Angewandte Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Steuerrecht
  • Wirtschaftsrecht
  • Prüfung

Auch ohne einen Hochschulabschluss ist eine Karriere als Wirtschaftsprüfer möglich. In diesem Fall ist allerdings wesentlich mehr Berufserfahrung notwendig. Es muss entweder eine zehnjährige Berufserfahrung in der Wirtschaftsprüfung vorliegen oder eine Tätigkeit als Steuerberater oder geprüfter Buchhalter von mindestens fünf Jahren.
Wer das Examen erfolgreich absolviert hat und als Wirtschaftsprüfer tätig ist, muss sich auch weiterhin regelmäßig weiterbilden, da sie die Regeln der Rechnungslegung ständig weiterentwickeln.

Persönliche Voraussetzungen

Neben den gesetzlichen Vorgaben, sollten auch gewisse persönliche Voraussetzungen vorliegen, um Wirtschaftsprüfer zu werden und in dem Job erfolgreich zu sein:

  • Belastungsfähigkeit
  • Wirtschaftliches Denken
  • Analytische Fähigkeiten
  • Flexibilität
  • Kommunikationstalent

Berufsaussichten für Wirtschaftsprüfer

Insgesamt gilt die Wirtschaftsprüfung als gefragte und zukunftssichere Branche. Allerdings steigt auch die Zahl an angehenden Wirtschaftsprüfern. Bevorzugt werden daher in der Regel Universitätsabsolventen mit besonders guten Leistungen und einem berufsbezogenen Schwerpunkt.

Wer in dem Beruf erfolgreich sein möchte, muss viel Durchhaltevermögen mit sich bringen und sich regelmäßig weiterbilden.

Mögliche Arbeitgeber

Wer sich als Wirtschaftsprüfer bewerben möchte, kann sich an die folgenden Arbeitgeber wenden:

  • Wirtschaftsprüfung
  • Steuerberatung
  • Prüfungsstellen von Sparkassen- und Giroverbänden
  • Genossenschaftliche Prüfungsverbände
  • Wirtschaftsprüferkammer

Gehalt eines Wirtschaftsprüfers

Nach erfolgreichem Studienabschluss verdienen Prüfungsassistenten in den ersten drei Jahren im Schnitt etwa 46.000 Euro. Sobald das Wirtschaftsprüfungsexamen erfolgreich bestanden wurde, liegt das Gehalt in den ersten drei Berufsjahren als Wirtschaftsprüfer durchschnittlich bei knapp 91.000 Euro. Nach vier bis acht Jahren Berufserfahrung liegt das Gehalt bereits bei durchschnittlich 118.000 Euro.

Das Gehalt kann allerdings stark variieren und ist vor allem von dem Standort und der Größe des Arbeitgebers abhängig.

Für mehr Erfolg im Job gibt es auch ein höheres Gehalt und Boni. Am höchsten fallen die Gehälter bei den sogenannten „Big Four“ aus. Diese Wirtschaftsprüfungsgesellschaften generieren weltweit den meisten Umsatz in der Branche. Dazu gehören:

  • KPMG
  • Ernst & Young (EY)
  • Deloitte
  • PricewaterhouseCoopers (PwC)