Finanzen

Wie viel Geld sollte auf dem Girokonto vorhanden sein?

Wie viel Geld sollte auf dem Girokonto vorhanden sein?
Wie viel Geld sollte auf dem Girokonto vorhanden sein? - Foto: © Björn Wylezich #79518522 - stock.adobe.com

Kaum jemand kann sich ein Girokonto aus dem Alltag wegdenken. Es dient zur Überweisung von Lohn oder Gehalt, aber auch zur Begleichung laufender monatlicher Kosten wie Miete, Strom oder Internet. Immer häufiger wird bei Käufen in Supermärkten und lokalen Ladengeschäften die Kartenzahlung genutzt, für die ebenfalls ein Girokonto erforderlich ist.
Befindet sich zu wenig Guthaben auf dem Girokonto, können Zahlungen nicht ausgeführt werden. Zu viel Geld auf dem Girokonto ist nicht sinnvoll, da sich der Kontoinhaber Zinsen entgehen lässt. Dieser Artikel beleuchtet, welches Guthaben sich auf dem Girokonto befinden sollte.

Girokonto zur Sicherung der Liquidität

Das Girokonto sichert die Liquidität und dient dem täglichen Zahlungsverkehr. Regelmäßige Ausgaben werden davon abgebucht. Dabei sind nicht nur die monatlich wiederkehrenden Ausgaben wie Miete, Strom oder Internet zu berücksichtigen, sondern auch Zahlungen, die nur einmal oder zweimal jährlich erfolgen, wie verschiedene Versicherungen.

Nicht nur das Geld für die Verbindlichkeiten, die regelmäßig abgebucht werden, sondern auch Mittel für die Haushaltsführung und für unvorhergesehene Ausgaben sollten vorhanden sein.

Kleine Reserven auf dem Girokonto sind grundsätzlich sinnvoll, denn sie vermeiden hohe Zinsen, die bei der Inanspruchnahme des Dispokredits anfallen.

Girokonto zur Sicherung der Liquidität
Das Girokonto sichert die Liquidität und dient dem täglichen Zahlungsverkehr – Foto: © nmann77 #128505359 – stock.adobe.com

Was bei den Grenzen nach oben zu beachten ist

Grundsätzlich darf das Guthaben auf dem Girokonto beliebig hoch sein; einzelne Banken können jedoch eigene Regeln für sehr hohe Beträge festlegen. Banken in Deutschland sind verpflichtet, pro Kunde und Bank eine Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro zu gewähren Das ist innerhalb der EU vorgeschrieben. Bis zu diesem Betrag sind die Einlagen der Kunden geschützt und fallen nicht in die Insolvenzmasse, wenn die Bank zahlungsunfähig werden sollte.

Wer seine finanziellen Mittel auf mehrere Banken streut, kann bei jeder dieser Banken von einer Einlagensicherung profitieren. Zusätzlich können bankinterne Regeln gelten. Einige Banken erheben Gebühren oder verlangen Verwahrentgelte für hohe Beträge auf einem Konto. Diese Praxis ist inzwischen so gut wie vollständig verschwunden; der Bundesgerichtshof hat entsprechende Klauseln 2025 zudem für unwirksam erklärt.

Zu viel Geld auf dem Girokonto ist nicht sinnvoll. Kontoinhaber lassen sich wertvolle Zinsen oder Renditen entgehen, da das überschüssige Geld nicht effizient arbeitet. Infolge einer Inflation kann das Geld auf dem Girokonto langfristig an Wert verlieren, da für Girokonten gar keine oder nur außerordentlich niedrige Zinsen gezahlt werden.

Guthaben auf dem Girokonto
Abhängig von der Bank darf das Guthaben auf dem Girokonto in der Regel beliebig hoch sein – Foto: © Andrey Popov #1728566129 – stock.adobe.com

Optimaler Betrag auf dem Girokonto abhängig von verschiedenen Kriterien

Welches Guthaben sich auf dem Girokonto befinden sollte, ist individuell unterschiedlich. Entscheidend sind dafür die folgenden Kriterien:

  • monatliches Einkommen
  • monatliche Ausgaben, aber auch Ausgaben, die regelmäßig, aber in größeren Zeiträumen auftreten
  • mögliche unerwartete Kosten und deren Höhe

Ein fester Betrag, wie hoch das Guthaben auf dem Girokonto im Idealfall sein sollte, kann daher nicht angegeben werden. Für den laufenden Zahlungsverkehr ist es sinnvoll, ein Nettomonatsgehalt anzusparen. So können alle laufenden monatlichen Ausgaben gedeckt werden. Geld für Lebensmittel und andere Alltagsausgaben ist ebenfalls vorhanden.

Reserve von zwei bis drei Nettomonatsgehältern

Als Notgroschen sollte eine Reserve von zwei bis drei Monatsgehältern auf dem Girokonto vorhanden sein, bei Selbstständigen, Familien oder hohen Fixkosten kann auch eine höhere Reserve sinnvoll sein. So können unerwartete Kosten wie eine größere Reparatur des Autos oder ein neues Handy gut abgedeckt werden. Für diese Ausgaben muss der Dispo nicht beansprucht werden und auch ein Ratenkredit ist nicht notwendig.

Auf diese Weise werden Kosten gespart, denn ein beanspruchter Dispo ist immer mit hohen Zinsen verbunden.

Wird mehr ausgegeben, als auf dem Girokonto vorhanden ist, kann die Bank bis zu einer bestimmten Summe einen Überziehungskredit einräumen. Mit den Einnahmen, die auf dem Girokonto eingehen, kann dieser Überziehungskredit getilgt werden.

Zu wenig Guthaben auf dem Girokonto kann teuer werden. Außerdem wirkt es sich erst bei dauerhafter oder über den vereinbarten Rahmen hinausgehender Überziehung negativ auf die Kreditwürdigkeit aus.

Reserve von zwei bis drei Nettomonatsgehältern
Als Notgroschen sollte eine Reserve von zwei bis drei Monatsgehältern auf dem Girokonto vorhanden sein – Foto: © PP/peopleimages.com #1680424304 – stock.adobe.com

Überschüssiges Geld richtig anlegen

Ist gesichert, dass sich zwei bis drei Monatsgehälter auf dem Girokonto befinden, und ist noch genügend Geld vorhanden, geht es darum, dieses überschüssige Geld richtig anzulegen. Abhängig vom vorhandenen Betrag gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Es hängt auch von den persönlichen Bedürfnissen und Sparzielen ab, welche Anlagemöglichkeiten gewählt werden.

Tagesgeldkonto – jederzeit verfügbar

Ein Tagesgeldkonto sollte jeder haben, um die übrigen finanziellen Mittel darauf zu parken. Einige Banken bieten ein kostenloses Tagesgeldkonto an. Die Zinsen für das Tagesgeldkonto sind abhängig von der marktüblichen Zinssituation. Einige Banken gewähren für eine begrenzte Zeit eine Zinsgarantie.

Es ist sinnvoll, die Konditionen für Tagesgeldkonten bei den verschiedenen Banken zu vergleichen. Nicht nur Auszahlungen, sondern auch Einzahlungen können bei einem Tagesgeldkonto jederzeit vorgenommen werden.

Ein Tagesgeldkonto sollte jeder haben
Ein Tagesgeldkonto sollte jeder haben, um die übrigen finanziellen Mittel darauf zu parken – Foto: © sorapop #1888650651 – stock.adobe.com

Festgeldkonto mit festen Zinsen

Festgeldkonten können über unterschiedliche Zeiträume eröffnet werden. Während dieses Zeitraums sind keine Einzahlungen und keine Auszahlungen möglich. Das Geld ist also während des Anlagezeitraums nicht verfügbar. Ein Festgeldkonto ist ideal, wenn das Geld über einen längeren Zeitraum nicht benötigt wird.

Die Anlagezeiträume für Festgeldkonten unterscheiden sich, je nach Bank.

Die Zinsen sind in der Regel höher als für Tagesgeldkonten. Sie werden bei der Eröffnung des Festgeldkontos festgeschrieben und ändern sich während des gesamten Anlagezeitraums nicht, unabhängig davon, wie sich die marktübliche Zinssituation gestaltet. Je länger der Anlagezeitraum, desto höher sind in der Regel die Zinsen.

Sparplan zur Verwirklichung der persönlichen Ziele

Wer in jedem Monat einen festen Betrag zur Seite legen möchte, kann einen Sparplan eröffnen. Solche Sparpläne können bereits mit kleineren Beträgen bespart werden. Es gibt verschiedene Arten von Sparplänen, darunter auch Fondssparpläne, die eine hohe Rendite versprechen.

Fazit

Wie viel Guthaben auf dem Girokonto sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beziffern. Als Faustregel gilt: ein Nettomonatsgehalt für den laufenden Zahlungsverkehr plus zwei bis drei (bei höherem Absicherungsbedarf auch mehr) Nettomonatsgehälter als Notgroschen. Darüber hinausgehende Beträge lassen sich auf Tages- oder Festgeldkonten sowie in Sparplänen renditeorientierter anlegen, statt ungenutzt auf dem Girokonto zu liegen.