Erkenntnisse der Invest 2017

Die Invest Messe 2017 in Stuttgart (07.und 08.04.2017) hat es wieder gezeigt: Für die moderne Geldanlage bleiben Aktien unverzichtbar. Der Hintergrund ist die niedrige Verzinsung von Sparbüchern, Fest- und Tagesgeld.

Geldanlage in der Niedrigzinsphase

Das Zinsniveau in Europa hat sich auf extrem niedrigem Niveau stabilisiert. Die EZB rückt von ihrer Nullzinspolitik bei den Leitzinsen vermutlich auf längere Sicht nicht ab. Sparer, die allein auf das klassische Sparbuch, auf Tagesgeld und selbst auf höher verzinstes Festgeld setzen, verlieren Geld: Die Inflationsrate liegt über den Zinsen für solche Anlagen. Anleger kommen an Aktienanlage praktisch nicht mehr vorbei, wenn sie etwas aus ihrem Geld machen wollen. Das war unter den fast 12.000 Besuchern der diesjährigen Messe Invest in Stuttgart deutlich zu spüren. Das Interesse an Aktien und auch Rohstoffen ist so groß wie nie. Die Aktienkultur kehrt offenbar nach Deutschland zurück, was möglicherweise auch der Verjüngung des interessierten Anlegerpublikums geschuldet ist. Die Messeleitung führte unter diesem eine Umfrage mit spannenden Ergebnissen durch:

  • 51 Prozent aller Besucher interessierten sich für innovative Anlagestrategien. 2016 lag dieser Wert bei 53 Prozent.
  • 42 Prozent fragten nach dem klassischen Vermögensaufbau (2016: 37 Prozent).
  • 34 Prozent möchten etwas für ihre Altersvorsorge tun (2016: 32 Prozent).

Diese Zahlen belegen, dass deutsche Anleger heute eher langfristig sparen und dabei eine vernünftige Rendite erzielen wollen. Das reine Trading (innovative Strategie) interessiert zwar nach wie vor sehr, aber der Zuspruch lässt leicht nach.

Die deutsche Angst vor der Aktie

Die Aktienquote der Deutschen liegt im internationalen Vergleich relativ niedrig. Deutsche spekulieren nicht besonders gern, zudem sind sie traditionell mit anderen Anlageformen vertrauter. Das ist kein Wunder, denn bis in die 2000er Jahre hinein brachte zumindest Festgeld eine ausreichend hohe und dabei sichere Rendite. Im vorigen Jahrhundert konnte sogar das Sparbuch für einen kleinen Vermögensaufbau genügen. Das hat sich geändert, Umdenken ist nun gefragt. Der langfristige Blick auf die Aktienentwicklung kann helfen: Selbst Leitindizes wie der Dax legen über Jahrzehnte sehr deutlich zu. Der deutsche Leitindex stieg in den letzten 30 Jahren um über 650 %. Einzelne Aktien können noch mehr schaffen, doch Anleger dürfen keine Angst vor zwischenzeitlichen Einbrüchen haben. Diese sind zwar prinzipiell nicht auszuschließen, doch dagegen können sich Investoren mit Stopps absichern. Nach einem wirklichen Crash kann sich der Nachkauf sehr lohnen. Wer diesen Mut im Jahr 2009 nach der letzten großen Finanzkrise hatte, freut sich heute – nur acht Jahre später – allein beim Dax über ein Plus von 145 Prozent.