Bezahlt.de – das Factoring Angebot im Test 2017

Gerade Kleinunternehmer und Soloselbstständige leiden immer wieder darunter, dass ihre Auftraggeber den Zeitraum zur Rechnungsbegleichung sehr großzügig auslegen. Zahlungsziele mit einer Dauer von bis zu 90 Tagen werden regelrecht diktiert. Die Auftraggeber sanft auf kürzere Laufzeiten zu drängen, trauen sich viele Auftragnehmer nicht, da sie fürchten, den Kunden zu verlieren. Große Factoringunternehmen wiederum haben Untergrenzen, ab denen sie Forderungen ankaufen, die ein Kleinunternehmer nicht zwingend erreicht. Das neue Fintech-Unternehmen bezahlt.de bietet hier Lösungen.

Wo anders, als in Berlin fiel im Oktober 2016 der Startschuss für das Micro-Factoring. Die Idee hatte Kreditech-Gründer Sebastian Diemer, kein Unbekannter mehr in der Online-Finanzszene. Als Kooperationspartner agiert die ebenfalls in Berlin ansässige, auf digitales Banking spezialisierte SolarisBank AG.

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Was ist Factoring?

Unter Factoring versteht man den Ankauf offener Rechnungen. Für Unternehmen bedeutet Factoring eine Erhöhung der Liquidität, da zwischen Rechnungsstellung und Geldeingang durchaus mehrere Wochen liegen können. Auf der anderen Seite müssen aber eventuell die Vorleistungen Dritter bezahlt werden. Das Factoring-Unternehmen kauft die Rechnung an, der Preis hängt prozentual vom Rechnungsbetrag ab.

Wie funktioniert der Forderungsverkauf an bezahlt.de?

Bezahlt.de ist nichts anderes als ein Factoring-Unternehmen, kauft also offene Forderungen an. Da nicht jeder Auftraggeber begeistert ist, wenn sein Auftragnehmer offene Forderungen verkauft, setzt bezahlt.de gezielt auf Diskretion. Der Schuldner weiß nicht, dass seine Zahlung an bezahlt.de laufen.

Angenommen, Factoring wäre für Sie als Gläubiger interessant, eröffnen Sie im ersten Schritt ein Account bei Bezahlt.de. Es ist bereits ab einem Euro Außenstand möglich, die Forderung an bezahlt.de abzugeben. Die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit muss mindestens noch zehn Tage, höchstens aber 90 Tage betragen.

Als Nächstes laden Sie nach Freischaltung des Accounts die Rechnung hoch. bezahlt.de bewertet die Rechnung und informiert Sie, wie die Konditionen für die Vorfinanzierung ausfallen. Dadurch entstehen noch keinerlei Kosten. Während der Eröffnung des Accounts wird Ihre Bankverbindung verknüpft. Dies ist notwendig, um die Auszahlung zu erhalten. Ihre Identitätsprüfung als Kontoinhaber erfolgt im Rahmen des VideoIdent-Verfahrens. Sind die Konditionen der Vorfinanzierung für Sie interessant, erhält Ihr Kunde eine Rechnung mit einer Bankverbindung bei der Partnerbank SolarisBank. Dieses Konto wird auf Ihren Namen geführt. Die neue Rechnung unterscheidet sich sonst in keiner Weise von der alten Rechnung. Logo und Schriftzüge werden komplett übernommen.

Innerhalb von 24 Stunden nach Abtretung der Forderung an bezahlt.de erhalten Sie 80 Prozent des Rechnungsbetrages ausbezahlt. Den Restbetrag abzüglich der Kommission für bezahlt.de erhalten Sie nach Bezahlung der Rechnung durch ihren Kunden.

Sie können jederzeit weitere Rechnungen in Ihr Account hochladen, eine erneute Identifizierung ist nicht notwendig.

Die Konditionen bei bezahlt.de

Für die erste Rechnung verlangt bezahlt.de grundsätzlich nur 1,99 Prozent des Rechnungsbetrages. Ab der zweiten Rechnung beginnen die Ankaufskosten bei 2,3 Prozent des Rechnungsbetrages. Außer dieser Gebühr fallen keinerlei weiteren Kosten an. Die Ankaufskosten werden vom offenen Restbetrag einbehalten.

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Dazu eine Beispielrechnung:

Rechnungsbetrag:1.000,00 Euro
80% Auszahlung innerhalb von 24 Stunden:800,00 Euro
Restbetrag:200,00 Euro
Abzüglich 2,3% Gebühren auf 1.000 Euro:23,00 Euro
Restzahlung nach Geldeingang durch den Kunden:177,00 Euro

Angenommen, der Kunde hätte sich acht Wochen mit der Bezahlung Zeit gelassen, und Sie hätten ihren Dispo in Anspruch nehmen müssen. Es wären Ihnen bei einem Zinssatz von zwölf Prozent bei acht Wochen Laufzeit 20 Euro an Zinsen entstanden, zuzüglich eingeschränkter Liquidität.

Es gibt auch keinerlei Mindestvertragsdauer. Sie als Gläubiger entscheiden selbst, welche Rechnungen über bezahlt.de abgewickelt werden sollen und welche nicht. Die Kosten für bezahlt.de fließen als Betriebsausgaben in voller Höhe in die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ein und wirken sich gewinn- und somit steuermindernd aus.

Im Preis sind folgende Leistungen von bezahlt.de enthalten:

  • Eröffnung des Accounts bei bezahlt.de
  • Erstellen einer neuen Rechnung mit modifizierten Bankdaten
  • Rechnungsversand an Ihren Kunden
  • Abschlagszahlung in Höhe von 80 Prozent des Rechnungsbetrages vor Geldeingang.
  • Endzahlung nach Geldeingang durch Ihren Kunden.

An dieser Stelle muss aber auch berücksichtigt werden, welche Leistungen bezahlt.de nicht erbringt. Dies bezieht sich jedoch ausschließlich darauf, dass Ihr Kunde die Rechnung nicht bezahlt. Tritt dieser Fall ein, bittet sie bezahlt.de, den Kunden anzumahnen. Bleibt diese Mahnung erfolglos, müssen Sie die bereits erhaltenen 80 Prozent des Rechnungsbetrages an bezahlt.de zurückführen. Die Berliner legen größten Wert darauf, dass sie niemals mit den Auftraggebern ihrer Kunden in Kontakt treten. Inkassomaßnahmen werden nicht durchgeführt.

Für Fragen rund um die Abwicklung steht der Service von bezahlt.de unter der Rufnummer 030 56838114 von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 9 Uhr und 18 Uhr zur Verfügung. Alternativ können Kunden auf das Kontaktformular oder den Livechat zurückgreifen.

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Fazit

Unternehmer, gleich ob Solo-Selbstständige oder Inhaber eines kleinen oder mittelständischen Betriebes werden immer wieder einmal in die Situation kommen, dass es sinnvoller wäre, Rechnungen vorzufinanzieren, als Kreditzinsen zu bezahlen. Da der Unternehmer für jede Rechnung erneut entscheidet, ob diese durch bezahlt.de vorfinanziert werden soll, hat er absolute Freiheiten. Günstige Konditionen und keinerlei Vertragsbindung machen bezahlt.de zu einem attraktiven Angebot.