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Tarifwechsel geplant? Test zum Stromverbrauch für zwei Haushalte

Tarifwechsel geplant
Tarifwechsel geplant? Test zum Stromverbrauch für zwei Haushalte

Wenn es um den durchschnittlichen Stromverbrauch in einem Haushalt geht, werden oft Pauschalen angegeben, zum Beispiel je Personenanzahl, die in diesem Haushalt lebt. Immer wieder bleiben aber Aspekte auf der Strecke, die den Stromverbrauch in einem Haushalt massiv in die Höhe treiben oder eben auch senken.

Wenn es aber um einen Tarifwechsel geht, durch den bares Geld gespart werden soll und ihre Finanzen entlastet, hilft es, sich nicht auf die Pauschale zu verlassen, sondern den Stromverbrauch im eigenen Haushalt genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir haben das Ganze mal am Beispiel von zwei verschiedenen Familien durchgespielt und wesentliche Faktoren für den Stromverbrauch verglichen.

Die Familien – unser Beispiel für Stromverbrauch

Familie Maier

Familie Maier setzt sich aus Kerstin, Oliver und Teenager Nelli zusammen. Sie wohnen in einer 3-Zimmer-Wohnung und lieben die Natur, weshalb am Wochenende immer wieder Ausflüge in den Wald gemacht werden. Die Anfahrt dorthin wird meist mit dem Auto vollzogen. Bei dem Auto handelt es sich um ein benzingetriebenes Fahrzeug. Ab und an schaut Familie Maier zusammen eine DVD auf dem einzigen Laptop. Ihre Arbeitsgeräte haben Kerstin und Oliver im Büro, wo sie auch aufgeladen werden. Alle Familienmitglieder besitzen ein Handy und laden es alle zwei Tage auf, den Laptop allerdings jeden Tag. Drei bis viermal pro Woche lässt Oliver die volle Waschmaschine laufen. Weil in der Wohnung kein Platz mehr für einen Trockner ist, stellt Oliver die Wäsche zum Trocknen auf den Balkon. Der Kühlschrank der Familie ist übrigens nicht mehr der neueste. Man wird warten, bis der aktuelle seinen Geist aufgibt und dann in ein moderneres Modell investieren.

Familie Schmitz

Familie Schmitz besteht aus Mutter Maria, Vater Karl und den Zwillingen Lina und Laura, die sich im besten Teenageralter befinden. Maria ist selbstständige Grafikerin und Karl Informatiker – beide arbeiten im Home Office an Laptops. Große Teile ihrer Arbeit finden auch über das Smartphone statt, Kommunikation über Whatsapp, ab und an wird telefoniert. Lina und Laura lieben ihre Handys, drehen selbst Onlinevideos und posieren im heimischen Garten für Fotos, die sie anschließend am Tablet bearbeiten. Bei der Familie wird E groß geschrieben – und zwar bei E-Auto und bei E-Bikes. Es gibt ein E-Auto und vier E-Bikes (Antrag auf Innovationsprämie für Elektrofahrzeuge). Und natürlich müssen täglich vier Handys geladen werden. An sechs Tagen pro Woche läuft eine volle Waschmaschine, die dann auch in den Trockner kommt. Der Kühlschrank, in dem jede Menge Platz ist, ist hochmodern und wird als besonders energieeffizient verkauft.

Die Beispielrechnung – wer verbraucht mehr, und warum?

In dieser Rechnung wollen wir nun also den Stromverbrauch vergleichen. Dazu ziehen wir wesentliche Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine und Trockner, sowie mobile Devices heran. Aber auch die E-Geräte wie E-Auto und E-Bike sind enorme Faktoren, wenn es um den Stromverbrauch geht.

Handys aufladen
Bei Familie Maier gibt es drei Handys, eine Aufladung erfolgt alle zwei Tage

Smartphones

Bei Familie Maier gibt es drei Handys, eine Aufladung erfolgt alle zwei Tage. Familie Schmitz verfügt über vier Handys, die jeden Tag mit Energie gefüttert werden müssen. Ausgehend von einem Preis pro Kilowattstunde von 31,37 Cent ergeben sich folgende Kosten:

Bei täglicher Aufladung werden pro Jahr etwa 4,8 bis 6,2 Kilowattstunden fällig.

Der Mittelwert daraus sind 5 Kilowattstunden. Bei 5 Kilowattstunden pro Jahr entfällt 1,72 Euro an Strompreis auf ein Handy. Bei Familie Maier werden die Handys nur alle zwei Tage aufgeladen, wodurch sich der Betrag halbiert. Auf drei Handys hochgerechnet, ergibt sich ein Betrag von 2,58 Euro pro Jahr. Bei Familie Schmitz werden vier Handys täglich geladen. Dadurch werden 20 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht und die Familie zahlt 6,88 Euro an Stromkosten.

Laptops

Maria und Karl arbeiten von zuhause aus und nutzen daher auch den heimischen Strom. Allerdings dürfte der Stromverbrauch noch nicht hoch genug sein, um Gewerbestrom anmelden zu können. Je nach Anzahl der Zimmer und der Personen im Haus können Sie die Stromkosten allerdings anteilig in ihrer Steuererklärung geltend machen. Jeder von ihnen beiden besitzt einen Laptop und der wird sowohl für die Arbeit als auch für die Entspannung am Abend für Filme und Serien genutzt. Bei zehn Stunden Nutzung werden 0,3 Kilowattstunden pro Tag fällig, zusammen also 0,6 Kilowattstunden. Im Jahr kommen sie so auf 68,7 Euro an Kosten.

Familie Maier hat einen gemeinsamen Laptop, der höchstens zwei bis drei Stunden pro Tag genutzt wird. Bei einem Verbrauch von 0.06 Kilowattstunden pro Tag, werden also 0,018 Cent und am Ende 6,57 Euro pro Jahr fällig.

Tablet

Bei Maiers gibt es kein Tablet. Die Schmitz-Mädchen lieben es aber, ihre Social Media Kanäle mit Fotos und Videos zu fluten – die aber eben noch vorher bearbeitet werden müssen. Pro Stunde Nutzung kostet das etwa 27 Watt, 0.008 Cent und im Jahr dann gut vier Euro.

Waschmaschine

Da bei Familie Maier eine Person weniger im Haushalt lebt, fällt natürlich auch weniger Wäsche an. Eine Maschine fasst um die sechs Kilo. Und bei Familie Maier wird vier Mal pro Woche gewaschen. Bei sechs Kilo, vier Mal pro Woche und einem Verbrauch von 0,19 Kilowattstunden pro Waschgang entstehen pro Woche Kosten von 1,50 Euro, im Jahr 78 Euro.

Familie Schmitz wäscht sechs Mal pro Woche. 36 Kilo Wäsche fallen ungefähr an. Und dadurch auch jährliche Kosten von 111 Euro.

Trockner

Während sich Familie Maier von der Sonnenenergie helfen lässt oder einen Wäscheständer im Wohnzimmer aufstellt, nutzt Familie Schmitz einen Trockner. Der verbraucht pro Trocknung circa 3 Kilowattstunden. Bei sechs Wäschen in der Woche kommen also 18 Kilowattstunden zusammen, eine Kilowattstunde je 31,37 Cent. Pro Woche kostet das Trocknen Familie Schmitz also 5,64 Euro, im Jahr 293 Euro. Damit ist der Trockner im Haushalt einer der größten Stromfresser.

Kühlschrank

Familie Maier besitzt einen älteren Kühlschrank mit Gefrierfach, der circa 400 Liter fasst. Er verbraucht im Jahr etwa 204 Kilowattstunden und produziert damit Kosten von 64 Euro. Bei Familie Schmitz sieht das anders. Der topmoderne Kühlschrank hat sich definitiv gelohnt. Bei gleicher Größe und Ausstattung sorgt die Energieeffizienz für Einsparungen von circa 50%, da Familie Schmitz nur etwa 32 Euro Stromkosten für die Kühlung ihrer Lebensmittel zahlt.

Energieeffizienz - Kühlschrank
Bei gleicher Größe und Ausstattung sorgt die Energieeffizienz für Einsparungen von circa 50%

E-Auto und E-Bike

Zusätzlich zu den Stromkosten, die bei beiden Familien anfallen, besitzt Familie Schmitz ein E-Auto und vier E-Bikes. Für drei Autoladungen pro Woche fallen bei einer Akkukapazität von 35 Kilowattstunden 33 Euro an, im Jahr also 1716 Euro. Die vier E-Bikes sind da wesentlich günstiger. Eine Ladung schluckt gerade mal 0,3 Kilowattstunden und ist schon für 37,64 Cent für alle zu haben. Im Jahr verursacht das gerade mal 20 Euro Kosten.

Was macht den Unterschied?

Insgesamt hat Familie Schmitz eindeutig die höheren Kosten. Warum? Weil die E-Geräte stark zu Buche schlagen, der Trockner hohe Kosten verursacht und beide Eltern von zuhause aus arbeiten. Natürlich hat auch Familie Maier Kosten für ihr Auto, die allerdings in der Stromrechnung nicht auftauchen. Auch die Arbeitsgeräte, die Herr und Frau Maier an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen nutzen, verbrauchen Strom, der allerdings auf der Stromrechnung für die Büroräume aufgeführt wird.

Falls Sie also wissen wollen, wo Ihr Stromverbrauch ungefähr liegt, können Sie einfach mal schauen, welche Art von Fahrzeug Sie nutzen, wie stark Ihre mobilen Endgeräte (sprich: Handy, Tablet, Laptop bzw. PC) beansprucht werden und welche Hobbies die Mitglieder Ihres Haushaltes pflegen. Das wird Ihnen auch beim nächsten Stromtarifwechsel helfen, um auch wirklich den richtigen Anbieter für Ihren Stromverbrauch zu finden.