FinanzenWirtschaft

EHI-Studie: Jeder dritte Kunde bevorzugt Rechnungskauf

EHI-Studie: Jeder dritte Kunde bevorzugt Rechnungskauf
EHI-Studie: Jeder dritte Kunde bevorzugt Rechnungskauf

Für ein knappes Drittel aller deutschen Online-Shopper ist der Kauf auf Rechnung die beliebteste Zahlungsmethode. Der Blick auf das Jahr 2019 beweist, dass insgesamt 32,8 Prozent aller Zahlungen im Internet durch einen Rechnungskauf getätigt wurde.

Die beliebtesten Zahlungsarten im Überblick

Im Rahmen der EHI-Studie “Online-Payment 2020” wurde verdeutlicht, dass der Rechnungskauf 2019 im Vergleich zu 2018 an noch mehr Umsatzteilen gewann.

Unter den beliebtesten Zahlungsarten im Online-Payment legt der Kauf auf Rechnung somit den ersten Platz ein.

Damit erhöhte sich die Beliebtheit dieser Zahlungsart im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent. Ein möglicher Grund für diese Entwicklung könnte sein, dass Amazon die Zahlungsart gegenüber seiner Klientel ganz aktiv bewarb. Auf Platz zwei der umsatzstärksten Zahlungsarten rangiert PayPal. Der Anteil dieser Zahlungsmethode beläuft sich auf 20,2 Prozent. Den dritten Platz nimmt das Lastschriftverfahren mit einem Umsatzanteil in Höhe von 18,3 Prozent ein.

Bezahlverfahren an die Bedürfnisse mobiler Endgeräte anpassen

Außerdem verdeutlichte die EHI-Studie, dass sich Betreiber von Onlineshops aktuell intensiv mit Themen wie einem mobil optimierten Checkout sowie einer Etablierung von Mobile-Payment-Lösungen im E-Commerce auseinandersetzen. Somit verweist die Untersuchung darauf, dass aktuell ungefähr 80 Prozent aller Internetshop-Betreiber Bezahlprozesse an die Erfordernisse mobiler Endgeräte angepasst haben.

In diesem Zusammenhang betonen die ausbleibenden 20 Prozent, sich in naher Zukunft ebenfalls mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Zahlreiche Handelsunternehmen streben außerdem an, zukünftig mobile Bezahlmethoden wie Google Pay oder Apple Pay in ihrem Payment-Mix zu berücksichtigen. Bei einigen Unternehmen ist sogar von einer Einführung chinesischer Bezahlmethoden wie Alipay oder WeChat Pay die Rede.

Internethändler - Rechnungskauf
Knapp zwei Drittel aller befragten Internethändler konnten im März und April 2020 veränderte Nutzungsverhalten beim Shopping im World Wide Web registrieren

Auswirkungen durch die Corona-Pandemie

Wie eine zusätzliche qualitative Umfrage der Handelsfirmen ergab, verursachte die Coronakrise Verschiebungen des Payment-Mixes im E-Commerce-Bereich.

Demzufolge konnten knapp zwei Drittel aller befragten Internethändler im März und April 2020 veränderte Nutzungsverhalten beim Shopping im World Wide Web registrieren.

Beispielsweise nutzten die User die Zahlungsoption PayPal in diesem Zeitraum wesentlich häufiger. Mehrere Internethändler eliminierten in Zeiten des Lockdowns ihre Omnichannel-Zahlungsmethoden wie Nachnahme. Zudem zeigten sich zahlreiche Onlineshop-Betreiber optimistisch darüber, dass der Online-Handel zukünftig noch stärker an Bedeutung gewinnen wird.

Fristsetzung für die Kundenauthentifizierung und Payment-Services

Zudem verweist EHI darauf, dass die Einhaltung der Deadline für die Payment-Services-Directive 2 sowie einer vermehrten Kundenauthentifizierung bis Ende Dezember 2020 von Händlern und Händlerinnen in die Tat umgesetzt werden sollte. Schließlich steht seit Ende Juni 2020 endgültig fest, dass die Deadline garantiert nicht verschoben wird.

Welche Datenbasis wurde angewandt?

Informationen der EHI zufolge wurden in der Studie “Online-Payment 2020” Daten von 107 Onlinehändlern und Onlinehändlerinnen berücksichtigt. Als Probanden agierten Omnichannel-Handelsketten sowie Pureplayer, die unterschiedliche Umsatzgrößen aufweisen und verschiedenen Branchen angehören.

Bei der Berechnung der Marktanteile der Zahlungsmethoden flossen nach Informationen der Handelsunternehmen Nettoumsätze von ungefähr 23,7 Millarden Euro ein. Zudem nahmen insgesamt 22 Händler und Händlerinnen zu den Folgen der Corona-Krise auf das Payment in ihren Internetshops Stellung.