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Mit Trading Geld verdienen – gar nicht so einfach?

Mit Trading Geld verdienen
Mit Trading Geld verdienen – gar nicht so einfach?

Viele träumen davon, mit Daytrading Geld zu verdienen. Angefeuert werden die Träume oft von Werbungen für hektische “Get Rich Quick”-Kurse, bei denen sich vor allem die Ersteller der Kurse die Taschen voll machen. Dass Daytrading alles andere als einfach ist, beweisen diverse Studien und Analysen zum Thema.
Auf dem Info- und Ratgeberportal CFD.guide wurde vor kurzem der Trading-Report 2021 veröffentlicht, wo verschiedenste Studien und Nachrichtenartikel zum Trading analysiert und ausgewertet wurden. Die Zahlen zeigen ein eindeutiges Bild: Nur die wenigsten können mit Daytrading langfristig Profite generieren.

Im folgenden Beitrag erfährst du alles zu den Erfolgsaussichten – und weitere interessante Daten und Fakten zum Thema Daytrading aus dem aktuellen Report. Außerdem: So erhöhst du deine Erfolgschancen beim Traden.

Wieviele Menschen betreiben Daytrading?

Glaubt man Statistiken aus dem Jahre 2018, so gibt es weltweit ungefähr 13,9 Millionen Trader. Mittlerweile dürfte die Zahl der aktiven Händler auch die 14-Millionen-Marke überschritten haben.
Umgerechnet auf die Weltbevölkerung bedeutet das, dass ca. 1 von 634 Menschen auf dem Planeten Daytrading betreibt. Ungefähr 19-20% der Daytrader sind weiblich.

Was den Standort betrifft, so gibt es global gesehen große Unterschiede.

Die meisten Händler leben in Asien (4,6 Millionen) und Europa (3,1 Millionen). Die Popularität des Daytrading in Europa dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass hier viele Broker ihren Sitz haben und die Politik (beispielsweise im Vergleich mit den USA) relativ gelassen mit Online-Trading umgeht.

Daytrader
Glaubt man Statistiken aus dem Jahre 2018, so gibt es weltweit ungefähr 13,9 Millionen Trader

Egal ob eToro, Plus500 oder AVATrade – alle haben entweder in einem oder mehreren europäischen Ländern eine Zweigniederlassung, wo auch die Finanzämter ihre Regulation durchführen. Innerhalb der EU ist hier vor allem Zypern zu erwähnen – das Land am südöstlichen Rand der Union ist bekannt für vergleichsweise laxe Finanzgesetze. Zwar ist Großbritannien mittlerweile aus der Europäischen Union ausgetreten – doch der Inselstaat gehört geographisch gesehen noch immer zu Europa. Sieht man sich nur Europa an, so gibt es im “United Kingdom” mit Abstand die meisten Online-Trader.
Die Erhebung aus dem Jahr 2018 zeigt, dass etwa 730.000 Menschen innerhalb Großbritanniens Daytrading betreiben.

Wie alt sind Online-Trader?

Die größte Altersgruppe (44%) beim Daytrading sind Menschen zwischen 25 und 34 Jahren. Das sind die sogenannten Millenials.

14,7% der Händler sind sogar jünger als 25 Jahre. Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert in den kommenden Jahren noch stark steigen wird. Die Generation, die nach den Millenials kommt, ist die Generation Z. Das ist die erste globale Generation, die bereits mit Smartphones, Tablets und dem Internet im Kindheitsalter in Berührung kam. Diese Menschen sind also wahre Digital Natives.
Für die Generation Z sind Kryptowährungen keine unrealistische Zukunftsvision mehr – sondern Teil ihres Alltags.

Vor allem die Popularität von Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. sorgt dafür, dass für junge Menschen das Daytrading immer interessanter wird.

Altersgruppe Online Trader
Die größte Altersgruppe (44%) beim Daytrading sind Menschen zwischen 25 und 34 Jahren

Wo ist das Interesse am Daytrading am höchsten?

Eine Antwort auf diese Frage ist besonders schwer zu bestimmen, da es immer wieder Fluktuationen und tagesaktuelle Ereignisse gibt, die das Interesse am Daytrading in einigen Ländern in die Höhe treiben können.
Besonders hilfreich ist in diesem Zusammenhang aber das Tool Google Trends, welches auch für den CFD.guide Trading-Report 2021 genutzt wurde. Mit Google Trends kann man sich die Beliebtheit von Suchbegriffen über einen bestimmten Zeitraum anzeigen lassen.

So wird auch klar, in welchen Regionen etwa überdurchschnittlich oft nach “Daytrading” gesucht wird.

Im Zeitraum von März 2020 bis März 2021 gab es demnach das größte Interesse am Daytrading in Schweden und Norwegen – dicht gefolgt von Deutschland und Österreich. Dieses Ergebnis dürfte wohl für den einen oder anderen verblüffend sein: Ausgerechnet im reichen Norden Europas ist der kurzfristige Tageshandel so beliebt. Woran es liegt? Diese Antwort bleibt jedem selbst überlassen – das verraten uns die Daten aus Google Trends nicht.

In Deutschland und Österreich dürften aber auch die TV-Spots einiger Online Broker dafür sorgen, dass viele Menschen nach Trading-Themen googeln.

Wie erfolgreich sind Daytrader?

Diese Frage hat wohl die allermeisten dazu verleitet, auf diesen Beitrag zu klicken:

Welche Erfolgsaussichten hat man als Trader?

An der University of California wurde 2004 eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht, die den Trading-Markt in Taiwan unter die Lupe genommen hat. Es wurden die Handelsbewegungen von mehr als 130.000 Tradern analysiert. Die ausgewerteten Daten zeigen, dass nur 500 von 130.000 Menschen langfristig 0,2 Prozent Rendite pro Tag schafften. 500 von 130.000 – das sind übrigens gerade einmal 0,38%.

Die meisten (etwa 85%) verloren innerhalb von 6 Monaten Geld. Bei dieser Studie ist jedoch auch zu beachten, dass sie aus dem Jahr 2004 stammt und sich die Marktbedingungen seither deutlich geändert haben.

Erfolgsaussichten als Trader
Welche Erfolgsaussichten hat man als Trader?

Im Report wurde eine weitere Studie präsentiert, die deutlich aktueller ist

2019 wurde eine großflächige Analyse der Trading-Aktivitäten beim deutschen Social Trading Anbieter ayondo durchgeführt.
Wie schon bei vorherigen Studien, zeigte sich auch hier, dass beim Social Trading die Erfolgsaussichten etwas höher sind. “Nur” 70% der Händler verloren hier Geld.

Die Daten zeigen, dass der Großteil der Menschen beim Trading Geld verliert

Als Privatinvestor kämpft man beim Daytrading gegen große Unternehmen und Algorithmen, die so schnell agieren, dass man als Otto-Normalverbraucher nicht hinterherkommt.

Es gibt sie jedoch – erfahrene und erfolgreiche Trader, die mit Trading Geld verdienen. Bei Social Brokern (wie etwa ayondo oder eToro) sind die Chancen, mit Trading langfristig Gewinne zu erzielen, etwas höher. Dies liegt daran, dass hier Einsteiger bereits sofort erfahrene Trader kopieren können.

Erfolgreiche Trader sind bei Social Brokern zwar leicht zu finden, doch nicht bei jedem ist der Erfolg auf einer soliden Basis aufgebaut. Bei vielen “Top Tradern”, wie die erfahrenen Händler genannt werden, sehen die vergangenen Statistiken zwar gut aus – doch die historische Performance darf nicht zu 100% als Maßstab für zukünftige Gewinne genutzt werden.
Nur weil jemand in den vergangenen Jahren oder Monaten einen hohen Gewinn realisiert hat, bedeutet dies nicht, dass es auch in Zukunft so weitergehen wird. Rein statistisch gesehen haben Einsteiger bei Social Brokern aber etwas bessere Aussichten als bei normalen Brokern, wo man als Kunde fast gänzlich auf sich allein gestellt ist.

Fazit: Mit Trading Geld verdienen

Fassen wir noch einmal den letzten Absatz zusammen.
Die groß angelegte Studie an der Universität von Kalifornien, die 2004 veröffentlicht wurde und sich mit dem taiwanesischen Markt beschäftigte, hat gezeigt, dass nur 500 von 130.000 Menschen langfristig Renditen von 0,2% Rendite pro Tag schafften. Diese konnten wirklich mit Trading Geld verdienen.
Etwa 85% der Menschen verloren jedoch innerhalb von 6 Monaten Geld.
Eine weitere, deutlich aktuellere Analyse aus dem Jahre 2019 in Deutschland kam zu dem Ergebnis, dass etwa 70% bei Social Brokern Geld verloren haben.

Unsere Schlussfolgerung: Mit Social Trading stehen die Erfolgsaussichten für mögliche Gewinne etwas höher. Mit Trading Geld verdienen ist also bei einem Social Broker rein statistisch gesehen leichter, als bei normalen Brokern.
Nichtsdestotrotz konnten auch in der deutschen Studie nur 30% Geld dazugewinnen.

Mit Trading Geld verdienen: 5 Tipps für erfolgreiches Trading

1. Kostenloses Demokonto nutzen

Bei jedem seriösen Trading-Angebot sollte es ein kostenloses Demokonto geben, welches man als Kunde nutzen darf.

Im Demokonto kann man als Nutzer in einer virtuellen Umgebung mit kostenlosem Spielgeld handeln. Die Kurse sind dabei die gleichen wie in der echten Welt. Ein Demokonto hilft Nutzern dabei, zu sehen, was sie im echten Trading-Alltag erwartet und wie das Trading online abläuft.

Einerseits zeigt ein Demokonto Einsteigern, dass es nicht allzu leicht ist, mit dem Traden Geld zu verdienen. Andererseits ermöglicht die virtuelle Umgebung, die risikofreie Entwicklung von eigenen Strategien.

Kostenloses Demokonto nutzen
Bei jedem seriösen Trading-Angebot sollte es ein kostenloses Demokonto geben, welches man als Kunde nutzen darf

2. Social Trading Anbieter bevorzugen

Wie die Erhebungen gezeigt haben, sind die Erfolgschancen beim Social Trading etwas höher (70% Verlustquote beim Social Trading gegenüber 85% Verlustquote bei normalen Anbietern).

Social Trading ist eine besondere Art von Online-Trading, bei der man andere Nutzer kopieren kann.

Tätigt der kopierte Händler dann einen Trade, wird dies automatisch und proportional auf das eigene Portfolio umgesetzt.
Die größte Herausforderung ist jedoch, wirklich erfolgreiche Trader zu finden.

3. Risikomanagement Tools einsetzen

Hierbei handelt es sich um Werkzeuge, die das eigene Risiko begrenzen. Das bekannteste Risikomanagement Tool ist etwa der Stop Loss. Er kann bei einem Trade eingestellt werden, um eine Position automatisch zu schließen, wenn der Kurs einen bestimmten Wert erreicht.

Eine Weiterentwicklung des Stop Loss ist der Trailing Stop Loss. Dieser verfolgt den Kurs, wenn es in die gewünschte Richtung geht und schließt die Position, sobald sich der Kurs um eine bestimmte Anzahl an Punkten in die falsche Richtung gedreht hat.

4. Emotionen hintanstellen

Obwohl der Report auch gezeigt hat, dass Emotionen einen sehr hohen Einfluss auf die eigenen Trading-Entscheidungen haben, sollte man versuchen, eigene Gefühlswendungen soweit es geht zu unterdrücken.

Hierbei kann etwa die Nutzung eines Robo-Advisors helfen, den man strategisch und emotionslos programmiert. Der Algorithmus tradet dann ohne Emotionen und führt nur die Dinge aus, die man vorher eingestellt hat.

Emotionen hintanstellen
Man sollte versuchen eigene Gefühlswendungen soweit es geht zu unterdrücken

5. Trading-Tagebuch führen

Viele Experten sind der Meinung, dass ein Trading-Tagebuch essentiell ist, wenn man ein erfolgreicher Trader werden möchte. Das ist eine handgeschriebene Liste, ein Buch oder eine Excel-Datei, in welche man alle Trades notiert.

Es werden etwa Dinge, wie der Einstiegs- sowie Ausstiegswert, die Uhrzeit, die eigenen Emotionen und weitere Infos niedergeschrieben.

Nach und nach entwickelt sich so eine hilfreiche Tabelle, die man nach diversen Kriterien sortieren und filtern kann: Zu welcher Uhrzeit generiere ich die meisten Gewinne? An welchem Wochentag trade ich besonders schlecht? Welche Strategie hat mir den höchsten Erfolg im Trading gebracht?